Viele – ich inklusive – mögen den Begriff Web 2.0 nicht. Aber dennoch, will auch ich einfach ein paar Gedanken von mir geben, wohin sich das Web entwickeln könnte. Meine Vorhersage: “Web 3.0″ wird echte Interoperabilität dank APIs und Mikroformaten aufweisen.
Ich bin der festen Überzeugung, dass nur offene Webapplikationen über kurz oder lang gut leben können. Zur Offenheit gehört auch, den Nutzer ziehen zu lassen, wenn er will. Warum? Weil es ja der Content der Nutzer ist, mit dem etwa die Gründer von YouTube Milliarden verdient haben. Gefällt mir ein Dienst nicht mehr, ziehe ich eben zum nächsten.
Andererseits will der Nutzer nicht mehrere Sites für ein und denselben Zweck nutzen.
Schauen wir uns ein paar Szenarien an, was ich damit meine:
1. Soziale Netzwerke:![]()
Ich habe eben darüber geschrieben, dass doch ein Social Network reichen würde. Muss aber nicht sein – es könnte auch eine zentrale (Web-)Applikation geben, die alle meine Web-Netzwerke verwaltet, Nachrichten austauscht, Freunde jeweils überall gleich behandelt. Ich warte drauf – irgendwann wird’s wohl kommen.
2. E-Mail:![]()
Ich behaupte einmal, dass Gmail einer der besten Mail-Dienste der Welt ist. Aber was, wenn deren Nutzungsbedingungen sich ändern, andere Mail-Dienste neue, bessere Funktionen haben? Dann will ich dorthin und alle meine Mails, Kontakte und was ich sonst noch dort gespeichert habe, einfach mitnehmen. Über Nacht soll dann der neue Dienst alle Daten abholen und mich morgen schon unter der gleichen Adresse mailen lassen.
3. Fotos:
Während ich behauptet habe, dass Gmail einer der besten Mail-Dienste ist, gibt es bei Flickr keine Diskussion. Oder doch? Zooomr ist auch nicht letz. Ich will – im Falle des Falles – alle meine Fotos mitsamt den Kommentaren, meinen Kontakten wo anders hin übersiedeln können. Durch interoperables Design müsste es weiterhin möglich sein, mit den alten Kontakten in Verbindung zu stehen, Tags und Kommentare auszutauschen.
4. Bookmarks:
Alles bisherige ist Utopie? Sicher nicht. Erste Ansätze gibt es schon! Windows Live Favorites erlaubt einen Import von Del.icio.us.
5. Blogs:
Hier sind wir schon am weitesten. Beispiel WordPress: Hier kann ich Posts Kommentare und alles mögliche von einem Blog zum nächsten weiter leiten. Wenn ich einen Feed-Dienst wie Feedburner verwende, merkt der Abonnent nicht einmal was.
Wird es kommen?
Ja! Sicher sogar, weil es die ultimative Chance für Newcomer ist. Diese bekämen mit guten Features sofort eine breitere Nutzerbasis. Irgendwer wird damit schon auf breiterer Basis damit anfangen.
Profitieren wird letztendlich der Nutzer, weil dieser mehr Freiheiten geniesen wird. Wird es möglich, nach Belieben Bits und Bytes über das Netzwerk hin- und herzuschicken, wird auch der ultimative Wettbewerb zwischen Anbietern ausbrechen. Das bringt mehr Features, höhere Stabilität und bessere Dienste mit sich. Wollen wir’s zumindest hoffen.
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