Hier und hier und hier wird über den Start des Zune 2 berichtet und technische Details zusammen getragen. Und auch ich hab mir ein paar – tiefer gehende – Gedanken über den neuen portable Mediaplayer von Microsoft gemacht.

zunes

  • Formfaktor: Im Vergleich zum alten Ziegel (“Zune 30″ gibt’ weiter) ist der neue “Zune 80″ deutlich schlanker und bekam ein größeres Display (3,2 statt 3 Zoll) spendiert. Dazu gesellen sich Flashplayer in vier Farben.
  • Endlich hat Microsoft kapiert, dass man Podcasts unterstützen muss. Und noch erstaunlicher ist, dass man das Wort sogar offiziell verwendet  und keine künstliche Sprachkombination á la Netcast, Webcast oder Prodcast (Office Division) nutzt.
    Angeblich – so sagen es Leute, die damit bei der Präsentation spielen durften – ist die Podcast-Unterstützung durchgängig. Das würde bedeuten, dass man auch am Player sehen müsste, welche Episoden man schon gespielt hat. Wenn das dabei ist, dann kauf ich mir einen, allerdings …
  • … von Europa war keine Rede. Mitte November in den USA – das war alles, was gesagt wurde. Und auch bei Microsoft Österreich weiß man noch nichts über einen eventuellen Verkaufsstart bei uns.
  • Wlan-Sync: Genial. Damit hätte man ein Feature, wo man Apple voraus ist. Ich meine – warum kann der iPod nicht wireless Podcasts übertragen? Wenn schon Wlan eingebaut ist, macht das ja mehr als nur Sinn. Zum Stromverbrauch: Der Wireless Sync funktioniert nur, wenn der Zune an der Dose steckt oder wenn man das via Menü manuell startet.
  • Software: Ein MP3-Player – egal von welchem Hersteller – besteht aus vielen Chips und Software. Die Funktionalität der Zunes wurde in der Vergangenheit etwas zögerlich erweitert, jetzt zeigt man was alles möglich ist: Der alte, fette, hässliche Zune (nun Zune 30 genannt) bekommt die gleiche UI wie die neuen und auch die Funktionen werden nach dem Update vollkommen ident sein.
    Ein genialer Schachzug, um Kunden, die den alten Player gerade erst gekauft haben, nicht zu verärgern.
  • PC-Software: Die wurde komplett umgearbeitet und schaut im Vergleich zur alten ganz passabel aus:
    zune-software
  • Konvertieren: Am iPod hat mich immer gestört, dass man Videos erst mühsam mit Drittsoftware konvertieren musste. Der Zune dagegen spielte (mit einem Hack selbstverständlich) viel mehr Formate ab. Die neuen Zunes bekommen dazu noch h.264- und MP4-Support. DivX oder Xvid wird vermutlich mit den gleichen Hacks wie beim alten auch klappen. Mehr dazu später.
  • Zubehör: Schön langsam geben auch meine Logitech-Boxen für den iPod den Geist auf – der Akku hält immer kürzer und der Strom-Anschluss hat einen Wackler. Wieder ein Argument für einen neuen Player. Allerdings ist das Zubehör-Angebot im vergleich zum iPod bescheiden bis nicht existent. Dass sich das schnell ändert, ist schwer vorstellbar. Bei Logitech etwa hat man mir heute gesagt, dass “derzeit nichts bekannt ist”.
  • Pressearbeit: Diesmal will man bei Microsoft scheinbar nichts dem Zufall überlassen. Die Presse-Site des Zune bietet höchstauflösende Bilder. Kein schlechtes Bild soll den Starttag trüben. Und wenn ich höchstauflösend schreibe, meine ich es auch so. Die Bilder vom Zubehör haben satte 1,12 Gigabyte – da soll sich noch wer über schlechtes Fotomaterial beklagen! Nutzer mit einem 1GB-ADSL-Zugang werden das allerdings nicht zu schätzten wissen …dl

Das alles mag zwar gut sein. Ich glaube aber nicht, dass es reicht, Apple substanziell Marktanteile wegzunehmen. Das bisherige Verhältnis war 1:24 – für jeden Zune verkaufte Apple bislang 24 iPods. Aber ein Versuch ist er allemal wert und auch wegen des immer größer werdenen Misstrauens in der Industrie und unter Kunden gegenüber Apple könnte Microsoft schon etwas weiter bringen.

Ich hoffe, ich kann schon bald damit spielen – wenn es ihn nicht in Europa gibt, wird eben selbst importiert. Ich brauch demnächst einen neuen Player – bin schon gespannt, was man bis zum Start noch an Details hört.