Google hat ein großes Ziel: Microsoft am wichtigen Markt für Unternehmens-IT zu schlagen. Dort ist Geld zu holen, nicht im Markt für private E-Mails. Die Richtung dafür lässt sich zumindest schon erahnen: Rund um Gmail und Google Calendar entsteht ein Exchange-Konkurrent.
Allerdings ist es dahin noch ein recht weiter Weg, denn von Zusammenarbeit der einzelnen Dienste ist noch recht wenig zu spüren. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war vor ein paar Wochen die Einführung von IMAP.
Aber: Entweder hat man sich damit übernommen oder Google zeigt eindrucksvoll, dass der Preis immer noch die Qualität eines Produkts bestimmt.
Wer nämlich den IMAP-Zugang über Gebühr strapaziert – also viele Daten vom Server abfragt -, wird zur Strafe für 24 Stunden gesperrt. So ist’s zumindest mir ergangen. Ich hab alle meine Exchange-Mails (ca. 50.000 Mails, 1,2 Gigabyte) nach Gmail transferiert und dann über Nacht von Outlook neu abgeholt. Scheinbar war das schon zu viel, der Account wurde gesperrt.

Um eine Lösung für das Problem zu finden, gibt’s einen Link – siehe “clicking here” auf dem oberen Screenshot. Die Hoffnung, wieder Zugang zur Mailbox zu erhalten, wurde allerdings herb enttäuscht. Die “Troubleshoot”-Seite gibt’s nicht.

Wurde IMAP nicht genau dafür gemacht, Mailboxen hin und her zu schieben? Was nützen 5,3 Gigabyte Speicherplatz, wenn ich sie nicht bewegen kann? Typisch für Google ist auch, dass man weder den genauen Grund der Sperre erfährt, noch Auskunft erhält, wo denn die “Limits” des Dienstes sind. In den Support-Foren kocht es jedenfalls ordentlich.
Mir stellt sich die Frage, ob es ähnliche Limits auch bei der kostenpflichtig Premier Edition der Google Apps gibt und wie gut dort der Support ist. 50 Dollar pro Account und Jahr sind bei vielen Benutzern nicht wenig. Für nur etwas mehr (9,95 Dollar/Monat) bekommt man – zumindest bei meinem Anbieter – einen Exchange-Account mit unlimitierter Mailbox-Größe. Dort arbeitet alles perfekt zusammen, alles ist in sync und der Dollarkurs macht’s preiswert.
Empfehlen kann man die kostenlosen Apps von Google eindeutig! Allerdings nur, wenn man privat ein paar Mails verschickt, keine großen Datenmengen bewegt oder man ruhig mal einen (Arbeits-)Tag darauf verzichten kann.
Ich kann mich erinnern, in der Zeitung Gmail und die anderen Apps empfohlen zu haben. Ich möchte mich zumindest auf diesem Wege dafür entschuldigen.
Exchange ist nicht perfekt, aber viel fehlt nicht. Hier meine Wunschliste an Microsoft:
-
Die Mac-Unterstützung ist zum Schreien! Entourage ist in der 2004er-Version praktisch unbedienbar und gleicht weder Notizen noch Aufgaben mit dem Server ab. Mal abwarten, was das Mac-Office 2008 bringt. Auch Apple muss mit Mail, iCal und dem Adressbuch noch an der Exchange-Unterstützung feilen.
-
Warum Windows Mobile keine Notizen over the air synchronisiert, ist mir ebenfalls rätselhaft – erst recht, weil beides vom gleichen Hersteller kommt.
-
An Browsern kennt man in Redmond nur den IE. Safari oder Firefox bekommen immer noch kein brauchbares Outlook Web Access serviert.
-
Vielleicht bin ich auch nur zu blöd: Aber ich hasse es, bei jedem Start von Outlook das Passwort eingeben zu müssen. Warum kann man das nicht speichern?
Nutzt ihr Google Apps? Zufrieden?