Die Steuergeld-Verprasserei hatte heute einen neuen Höhepunkt. Der Kärntner Woche lag eine 48-seitige Hochglanzbroschüre mitsamt DVD bei. Verleger ist das Amt der Kärntner Landesregierung, Inhalt sind Inserate des BZÖ-Regierungsteams – verpackt im Corporate Design und mit den Inseraten-Sujets/Bildern des BZÖ.
Wer jetzt meint, so etwas gäbe es nur in Kärnten, der hat diesmal wohl Recht. Nirgends anders wird ein Land von einer Partei derart vereinnahmt. Nirgends sonst wird so schamlos in den Sack des Steuerzahlers gegriffen, wie hierzulande.
Alleine diese Selbstdarstellung kostet laut Recherchen der Kleinen Zeitung dem Steuerzahler zwischen 200.000 und 250.000 Euro. Das hätt’s unter Jörgl net geb’n, könnte man jetzt meinen.
Eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch gegen die orangen Regierungsmitglieder bzw. deren Wahlkampfchef Stefan Petzner soll bereits im Laufen sein. Grund genug, mir heute noch einmal anzuschauen, wie da im Land Wahlkampf gefährt wird. Hier meine jüngste Deep-Zoom-Visualisierung der Inserate in der Kleinen Zeitung vom 1.1. bis 25.2. – nur überregionaler Teil, alles über einer Größe von 2/45mm. Silverlight-Plugin nötig.
Auffällig:
- Brutale Dominanz:
Das BZÖ-Regierungsteam schaltet unglaublich viele Anzeigen. Man möchte sogar fast meinen, der Mengenrabatt der Regierung wäre höher als die Summe, die das BZÖ selbst setzt. Nur eine Vermutung. - Wer bezahlt’s?
In allen Fällen der Steuerzahler. Allerdings: Wenn das Geld aus der Parteikassa kommt, muss allerdings damit gehaushaltet werden. Kommt das Geld vom Steuerzahler, ist es im Überfluss und ohne jede Kontrolle (der letzte Landesrechnungsabschluss datiert aus dem Jahre 2005) vorhanden. - Demokratiepolitisch bedenklich ist nicht nur, dass eine Partei derart viel auf Landeskosten schaltet. Bedenklich auch, dass man so viele Inserate annimmt.
- Nicht nur das BZÖ spielt mit allen möglichen Tricks. Man vergrößere einfach die Inserate der SPÖ auf beiden Seiten. Der rote Trick: Vor Regierungsinseraten wird ein kleines Mini-Inserat (2/45mm) – diesmal mit SPÖ-Logo – geschalten. Und die Schwarzen sind auch nicht viel besser.
In Summe macht das wenig Hoffnung, dass irgendwann mit solchen Diebstählen am Steuerzahler aufgehört wird. Der Proporz macht’s möglich – alle sind am Ruder, niemand ist verantwortlich.
[Update] Für alle die – warum auch immer – das Silverlight-Image nicht sehen können, gibt es auf Flickr ein hochauflösendes JPG
[Update] Josef Martinz meinte via Facebook, dass zwei gelbe Inserate von ihm von der Regierungsseite hin zur Parteikasse gehen sollten.
Warum habe ich sie auf der Seite des Steuerzahlers gezählt? Weil darin keinerlei Nennung der ÖVP stattfand. Zufällig oder absichtlich – wie auch immer. Möge jeder sich sein Bild selbst machen.

Pingback: Kärnten hat gewählt. Und Salzburg. « POLILOG