3000 Euro, wenn die Freiheit kommt

time-cover

Robert Lam ist Fotograf in den USA. Als er vor eineinhalb Wochen das Time Magazines sah, freute er sich ganz besonders: Die ehrwürdige Publikation wählte eines seiner Fotos, die er bei iStockPhoto anbot, für das Cover aus.

Bei iStock bietet er 233 Fotos an, das Münzglas wurde bis dato fünfmal gekauft. Umsatz damit: geschätzte 50 bis 150 Dollar — vor Abzug der Kosten, Bezahlung von Steuern, Sozialversicherung etc.

Das Time Magazin bezahlte für das Foto übrigens 150 Dollar (Extended License), nach Abzug der Spesen bekam Lam für sein Bild 30 Dollar. Gar nichts, wenn man bedenkt, dass Fotografen für ein Foto am Time-Cover auch 3000 bis 10.000 Dollar bekommen.

Dementsprechend gereizt ist die Kollegenschaft. Lam wird in Online-Foren gar nicht sanft angepackt und nach der Debatte über das “Ende des Journalismus” haben Amerikas Medientheoretiker die nächste Diskussion:

Time’s $30 Cover Photo: The Scary Realities of Supply and Demand.

Das Angebot senkt die Preise

Die Angebotsseite bekam gewaltig Übergewicht. Die digitale Revolution und immer bessere Kameras bringen es mit sich, dass jeder, der eine Ixus halten kann, auch brauchbare Bilder für die Zeitung knipsen kann. Das Angebot an kommerziell verwertbaren Bildern (Wikimedia Commons, Creative Commons oder Public Domain Bilderquellen) wird mit jeder Sekunde umfassender und nicht zuletzt beweisen sogar Verlage (selten aber doch), dass sie Bilder klauen können.

Die Nachfrageseite blieb dagegen annähernd konstant.

Österreich als Gewerbe-Albanien

Die Diskussion mag zwar neu sein, die Thematik ist an sich ist es aber ganz und gar nicht. Zum Glück, möchte mancher Fotograf in Österreich meinen, ist die Diskussion hier überflüssig. Die Alpenrepublik ist das Fotografie-Albanien dieser Welt. In keinem anderen Land der Welt gibt es einen so gewaltigen Schutz vor Konkurrenz wie hierzulande.

Um das Handwerk des Berufsfotografen ausüben zu dürfen, sieht die Gewerbeordnung (GewO) strenge Zugangskriterien vor. Wer meint, dieser Ananchronismus hätte sich längst überlebt, irrt. Erst im vergangenen November wurde die Gewerbeordnung für die Bildablichter “novelliert”. Die Änderungen waren gravierend. So wurde etwa die Wortfolge “Gewerbe des Fotografen” durch die Wortfolge “Handwerk des Berufsfotografen” ersetzt.

Fotografen sind Modernisierungs- und Digitalisierungsverlierer par excellence. Einziger Zweck einer solchen — wie gesagt: einzigartigen — Gewerbeordnung ist es, Wettbewerb mit allen Mitteln zu verhindern.

Doch es gibt mehrere Abstufungen von Fotografen. Am unteren Ende sind etwa die Pressefotografen — ein freies Gewerbe. Dieser darf jedoch nur ganz wenig Dinge — etwa von einer Redaktion zu einem Termin geschickt werden. Fotos am Weg dorthin darf er ebenso wenig zu Geld machen wie just am Ort selbst geschossene Fotos. Warum? Weil sie lediglich zeitnah zum eigentlichen Event verwertet werden dürfen.

Schon 1996 (ein Jahr nach unserem EU-Beitritt) schrieb Christa Dertnig im Wirtschaftsblatt:

Jede noch so gelungene Aufnahme des Bundeskanzlers oder eines rasanten Formel-1 Boliden ziert als Titelseite von Wochenmagazinen tagelang das Straßenbild. Der Pressefotograf darf die Fotos aber weder dem Politiker als Paßfoto noch dem Autohersteller als perfekten Schnappschuß für die Werbung verkaufen – da ist in Österreich die Gewerbeordnung vor. Ganze Kabarattprogramme ließen sich mit solch absurden Beispielen füllen.

Enormer Schaden der Blockade

Verlierer sind wir alle: Österreichs Volkswirtschaft, einzelne Bürger, aber auch die Fotografen selbst – und das nicht trotz sondern gerade wegen ihres Mauerns:

  • Pfusch & Spitzelwesen: Fast kein Pressefotograf, den ich kenne, verdient mit seinem Gewerbe genug, um davon zu leben. Was machen einige? Sie pfuschen und fotografieren trotz ihrer eingeschränkten Gewerbeberechtigung auf Hochzeiten, lassen sich von Unternehmen für Werbefotos engagieren oder verkaufen Fotos auf Stock-Seiten.
    Auch so mancher “Teilfotograf” bietet Dienste an, die er nicht dürfte. Etwa Hochzeitsfotos. Weil das einigen ein Dorn im Auge ist, gibt es Kontrollanrufe und bisweilen sollen sogar “Kollegen” bei diversen Trauungen vorbei schauen, um zu wissen, wer wo welche Fotos macht.
  • Angebot und Nachfrage verhalten sich in Österreich nicht viel anders als im Rest der Welt. Auch hier werden immer bessere Kameras verkauft, auch hier fotografieren ambitionierte Hobbyfotografen so gut, dass so mancher Profi sich verstecken kann. Deren Motivation ist um ein Vielfaches höher, sie haben — ganz im Gegensatz zu vielen Profis — Spaß am Fotografieren.

  • Verlage sparen und stellen entweder Fotografen an oder bedienen sich auf Stock-Seiten. Ein kleiner Preisvergleich. So um die 30 bis 50 Euro kosten Fotos für Tageszeitungen. Eigentlich schon ein Witz, wenn man damit eine Familie ernähren will. Aber es kommt noch dicker:
  • Stock-Preise fallen und fallen: Im Vergleich zu den bisher bezahlten Preisen ist das Angebot auf iStockPhoto ein wahres Schnäppchen. Unter 500.000 Stück Auflage bezahlt man nur rund zehn Euro für druckfähige Bilder. Bei Fotolia ist man bereits ab drei Euro dabei. Und im Abo bekommt man täglich 25 Fotos für monatlich 208 Euro.
  • Schaden für Österreichs Volkswirtschaft: Weil nur Vollfotografen Stock verkaufen dürfen (und die in der Regel keinen Tau haben, dass es so etwas gibt), machen Ausländer dieses Geschäft zu nahezu 100 Prozent.
    Gerade in Krisenzeiten sollte man Gewerbeöffnen und so viel unternehmerisches Handeln ermutigen, wie irgendwie möglich. Doch denkste, es wird gemauert!
  • Innovation behindern: Dass die Fotografen-Gewerbeordnung den Fortschritt behindert, klingt weit hergeholt. Ist es aber nicht. So sieht die Gewerbeordnung vor, dass fast niemand mit Fotos Geld verdienen kann – es sei denn man ist Berufsfotograf. Das gilt für alle alle Fotos und jede Art von Geschäftsmodell. Hier nur drei Beispiele, die mir auf die Schnelle eingefallen sind.
     

    • Wie wäre es etwa mit einer Website, die anhand selbst geschossener Fotos zeigt wie schön Österreich ist und Google Ads drauf hat. Geht nicht, kommerziell.
    • Oder wie wäre es mit einem Dienst, der einem bei der GPS-Navigation mit Hilfe von Fotos unterstützt? Geht nicht, es sei denn man verschenkt das gesamte Produkt.
    • Oder Google Maps? Wenn der Suchmaschinenanbieter einen österreichischen Fotografen findet, der ihm die Gewerbeberechtigung überschreibt, darf Google Streetview anbieten. Wenn nicht, eben nicht. Auch ein Klagenfurter Webstartup soll Probleme mit der Stahlhelm-Fraktion der Fotografen-Innung gehabt haben.
  • Trägheit mangels Wettbewerb: Wie viele Profifotografen sind noch am Neuesten Stand der Technik und haben zeitgemäße Workflows? Ich würde schätzen nicht einmal ein Drittel. Warum es gerade in dieser Branche dazu kommen konnte ist auch klar: Mangels Wettbewerb durch die Gewerbeordnung war dies gar nicht nötig.
  • Nachwuchs: Auch hierzulande ist es immer seltener, dass Fotografen Lehrlinge ausbilden. Daher könnte es irgendwann zu einem Engpass kommen. Gewollt oder nicht …
  • Ungenutzte Chancen: Diesen Eintrag wollte ich schon seit sehr langer Zeit los werden. Drauf gebracht hat mich heute die aktuelle Episode des Foto-Podcasts “This Week in Photography”. Darin ging es eben um das erwähnte Bild von Robert Lam und die Konsequenzen für die Fotografen.
    Einer der Profis, Scott Bourne, erzählte von seinem — ganz pragmantischen — Zugang zum Problem: “Ich bilde die jungen Leute aus, anstatt mich mit ihnen zu konkurrieren.” Auch eine Idee, wenngleich ich keinen Profi-Fotografen persönlich kenne, der bezahlte Kurse für Hobby-Fotografen anbietet.

  • Gleichstellung mit EU-Bürgern: Wie bereits erwähnt, ist Österreich eines der wenigen Länder, wenn nicht das letzte Land der Welt, indem es nicht erlaubt ist, für Geld den Auslöser zu drücken. Deutsche Fotografen in Österreich sind im Vorteil. Widerspricht das dem Gleichheitsgrundsatz?

Begründung? Da lachen ja die Hühner!

Die Zugangsbeschränkung sei zum Schutze des Konsumenten da, wird begründet. Der soll doch nicht etwa drauf zahlen, wenn er schlechte Qualität bekommt. Man stelle sich vor: Ein Profi-Fotograf würde schlechte Bilder einer Hochzeit machen. Der schönste Tag im Leben wäre ruiniert!

Abgesehen davon, dass das sicher noch NIE passiert ist, gibt es auch Reputation, Online- oder Freundes-Empfehlungen und Porfolios, anhand derer man die Qualität einer jeden Dienstleistung beurteilen kann. Zudem wäre eine “Geld-Zurück-Garantie bei Nicht-Gefallen” mehr im Sinne des Konsumenten als ein Reglementieren des Zugangs.

Welche Notwendigkeit dieser Protektionismus heute noch hat, konnte mir auch die Wirtschaftskammer nicht erklären. E-Mails mit entsprechenden Anfragen an die Innung blieben stets unbeantwortet. In endlosen Threads diskutieren Hobby-Fotografen mit der Mauer-Fraktion in diversen Foren.

Ändern wird sich nichts. Warum? Weil diejenigen einer Öffnung zustimmen müssen, die geschützt werden müssen. Und laut jammern auch diejenigen, die durch ein Schlupfloch überhaupt zum Gewerbe kamen. Vor ein paar Jahren war es gängige Praxis einiger Pfuscher, jedes Jahr bei der Kammer eine Selbstanzeige zu erstatten. Dafür bezahlte man zwar eine Strafe, konnte so aber über die Jahre seine Praxis nachweisen.

Georgs Bruch der Gewerbeordnung

Ich würde mich nicht als guten Fotografen bezeichnen, aber doch als ambitionierten Hobbyisten. Ich bin zwar weder gut, noch perfekt, aber ich ich fotografiere für mein Leben gerne. Und viel. Ich bilde mir ein, ein wenig besser geworden zu sein.

Wer will, kann sich jederzeit von der (hoffentlich immer besser werdenden) Qualität meiner Fotos auf Flickr ein Bild machen: www.flickr.com/photos/georgholzer

Und ja: Auch ich habe schon (ohne Gewerbeschein) Geld mit Fotos verdient. Als Journalist darf man Fotos zu eigenen Geschichten machen. Und einmal habe ich gegen das Gewerberecht verstoßen und ein Foto verkauft.

Panorama - Ring of Kerry, Beach

Eine irische Mineralwasserfirma bot mir 300 Euro (Steuer und Sozialversicherung habe ich bezahlt) für das obenstehendes Panorama an. Darin platzierte sie dann eine Frau und machte ein Video draus. Gesehen habe ich es nie, eine Videokassette liegt hier noch irgendwo rum.

Gemacht habe ich dieses Foto übrigens mit einer Canon Ixus 300 — und hier liegt auch noch ein weiteres (leise ausgesprochenes) Argument der Fotografen-Innung begraben. Der Zugang zum Gewerbe müsse beschränkt sein, um die Investitionen der Fotografen zu schützen. Ein “Argument”, das hinten und vorne nicht stimmt, denn

  • auch Geld sollte nie ein Hindernis für unternehmerische Tätigkeit sein und
  • teure Kameras machen nicht zwangsläufig bessere Bilder.

Mein 3000-Euro-Deal

Und obwohl man kein Geld damit verdienen darf, kaufen sich immer mehr Leute immer bessere Spiegelreflex-Kameras. Wozu? Weil sie Freude daran haben. So wie ich. Erst unlängst kam ich unerwartet an einen größeren Auftrag (nichts mit Fotos zu tun) und habe ziemlich aufgerüstet.

Zur Nikon D700 kamen noch ein paar Objektive (14-24 mm f2.8, 24-70 mm f2.8, 105 mm VR Micro f2.8, 70-300 mm VR f3.5-5.6, 50 mm 1.4), ein Blitz, mehrere Taschen und weiteres Zubehör. Ich beklage mich nicht, dass ich das investierte Geld vermutlich nie wieder verdienen werde können. Im Gegenteil, ich habe Freude an dem Zeugs.

Allerdings nehme ich schon jetzt Aufträge für den Tag entgegen, wenn der Fotograf ein freies Gewerbe wird. Billig hab ich’s noch nie gemacht. 3000 Euro wird man für die Tagespauschale schon hinlegen müssen. Im Jahr 2050 eine wahre Okkasion und bis dahin habe ich noch sehr viel Zeit, besser zu werden. Wer bucht mich für den ersten Auftrag?

43 Antworten
  1. Gerald Bäck
    Gerald Bäck says:

    Die Innung geht eben noch immer davon aus, dass man nur mit einer Fachkamera gute Fotos machen kann. Dementsprechend sind auch die Prüfungen zum Berufsfotografen gestaltet, dort beherrschen Formeln und die Dunkelkammer (sic!) das Terrain.

    Ich verstehe ja, dass nicht jeder Installateur oder Elektriker werden darf, denn ein falscher Heizungskessel oder schlechte Stromleitungen können eben gefährlich werden. Aber welche Gefahr droht mir durch einen schlechten Fotografen. Apropos schlechte Fotos, ich hab auf flickr eigentlich selten so miese Fotos gesehen, wie in den Auslagen der diversen Berufsfotografen. Und wenn ich mir unsere Hochzeitsfotos ansehe, ärgere ich mich noch heute über die schlechten Studioaufnahmen. Die Gewerbeordnung schützt den Konsumenten in diesem Fall gar nicht, sondern lediglich ein paar schlechte Fotografen.

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  2. stefan2904
    stefan2904 says:

    Wie machen das rechtlich gesehen eigentlich die diversen (Community-)Event-Seiten (wie Eventshooters, Szene1,..)? Bekommen deren (freiwillige und unbezahlte Hobby-)Fotografen von der Seite aus die Gewerbeberechtigung übertragen oder wie geht das?

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  3. Manfred Klimek
    Manfred Klimek says:

    sorry, ich habe dieses gejammere nie verstanden. ich habe auch ohne gewerbeschein einfach riesige werbekampagnen (fiat,spö, ams, römerquelle, etc..) fotografiert (bevor ich nach deutschland ging), bin angezeigt worden, habe vor der kommission erscheinen müssen und habe alle (!!) strafen einfach nicht bezahlt. basta.
    und vor der infaltion der fotos schützt immer noch eine eigene bildsprache und qualität. hat man beides, braucht man sowieso keinen gerwerbeschein mehr. mir wollten sie ihn im ösilande zuletzt sogar schenken – ich habe abgelehnt..

    also einfach machen und sich nix scheißen..

    grüße aus berlin

    mk

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  4. wranner
    wranner says:

    Einfach machen und nix scheissen triffts glaub ich ziemlich gut. Hab ich in Wien auch von ein paar Leuten gehört, die haben teilweise Studios aber keinen Gewerbeschein. Auf meine Frage wie das denn geht meinens dann auch: ‚Nix scheissen‘ und ‚wenn mich wer anzeigen will soll er halt‘.

    Das Ixus Panorama is cool. Damit 300 Euro verdienen is noch cooler. 🙂

    Fotografeninnung: Willkommen in der digitalen Welt 🙂

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  5. Achim Meurer
    Achim Meurer says:

    Mich hat es schon immer genervt, dass die Qualität eines Leistung über ein Stück Papier definiert wird. In meiner Ausbildung zum Fotografen habe ich schon gesehen, dass es verdammt gute Hobby-Fotografen gibt, weil ich deren Bilder in der Dunkelkammer vergrößert habe (ja, sowas gab es mal 😉 ). Und da wurde mir schon klar, dass die Ausbildung sicherlich eine gute Sache ist, aber noch läääängst nicht alles.

    Ebenso sagt die Ausrüstung gar nix über das Können aus. Denn nicht jeder, der sich eine tolle Kamera kauft und äußerlich ausschaut wie ein Fotograf, kann auch gute Bilder schießen.

    Und wie Gerald Bäck schon oben schrieb: Der Fotograf schadet mit einem schlechten Bild nicht wirklich jemanden. Ok, es sind vielleicht Deine Hochzeitsbilder nicht so pralle. Aber davon stirbt man nicht.

    Daher finde ich das Motto „Nix scheissen“ genau richtig. Denn irgendwann wird die Innung auch auf den Trichter kommen, dass sie in der absoluten Minderheit sind und gegen so viele Nix-Scheisser keine Chance mehr haben. So, wie es in Deutschland vor ein paar Jahren auch gekippt ist.

    Wer als Fotograf überlegen will, soll einfach gute Bilder produzieren 😉 Warum soll man z.B. als Unternehmen für schlechte Bilder Geld ausgeben? Nur weil es ein „offizieller“ Fotograf ist. Never!

    Ich habe in Deutschland meine Gesellenprüfung abgeschlossen. Die Ausbildung zum Meister habe ich nie in Betracht gezogen. Warum auch. Es gab da für mich keinen Grund. Denn nur durch die Prüfung, werde ich sicherlich nicht die besseren Bilder machen.

    Die Qualität eines Bilder sollte das Argument sein – nicht das Papier, ob er der Fotograf das Bild überhaupt verkaufen darf. Würde man danach gehen, wären sicherlich viele Prospekte, Flyer, Kampagnen, Websites, etc. um einiges schlechter…

    Fazit: Nix scheissen!

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  6. tobi
    tobi says:

    ^Ich fotographiere zwar auch, aber weder mit solchem Engagement noch mit eine fortschrittlicheren Ausrüstung. Ich habe bis jetzt nur IXUS-Kameras, jetzt konnte ich mir mal eine Bridge-Kamera leisten. 4 Bilder sind von mir schon angenommen worden, für Zeitungsartikel bzw. für eine Werbebroschüre. Verlangt habe ich nie etwas, ich hab mich eher gefreut, dass jemand meinte, meine Fotos seien gut genug dass man sie abdrucken könnte.
    Mich haben all die Informationen zum Thema gerade ziemlich erstaunt, ich wusste nicht dass die Reglementierung so scharf ist. Ich stimme da Georg Holzer zu, dass die Gewerbeordnung scharf ist.
    In manchen Dingen kann ich sie verstehen, da man sonst wirklich stark in den Pfusch abrutscht; dass man aber gleich auch den Einstieg so verhindert ist ein Wahnsinn.

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  7. endlesssummer
    endlesssummer says:

    Gut gesagt mon capitan (aka manfred klimek).
    So gut wie alle österreichischen Fotografen die einen respektablen Namen haben, besitzen keine Meisterprüfung. Diesen tut die Innung auch nix mehr. Das wär ja noch peinlicher wenn sie die eigenen Aushängeschilder an den Pranger stellen würden.
    Ehrlich gesagt glaube ich ja nicht einmal das es die „berufsfotografen“ sind die diesen Schutz unbedingt haben wollen. Ich habe eher den Verdacht, das es nur mehr die Innung selbst ist, die sich diese Aufgabe als Selbstzweck ganz oben auf die Fahne geschrieben hat.
    Ich hab mal wo gelesen das es eine EU Verordnung gibt, die solche Gewerbereglementierungen ab 2010 EU-weit angleichen soll. In Österreich wird sie jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gleich umgesetzt werden.
    Wenn das wahr wäre, ist die Innung in einer allfälligen Klage sowieso zahnlos.

    deshalb… „nix scheissen“…. und einfach bessere Bilder machen !!

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  8. Manu
    Manu says:

    Ich muss euch alle total zustimmen. Ich habe in London an der university of the arts Modefotografie studiert und laut Wirtschaftskammer ist das nicht zugelassen. An meinen Arbeiten waren sie erst gar nicht interressiert, denn ich könnte ja bescheissen. so ein Blödsinn!! Ich habe bereits als Fotograf Werbefotos produziert und sogar einen Preis damit gewonnen.
    zu blöd dass ich erst jetzt diesen Beitrag lese, denn ich habe mich bereits zur Meisterprüfung angemeldet. Ich möcht mich auch am besten „nix scheissen“!

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  9. Ed
    Ed says:

    Amateure lieben ihr Hobby und viele mit Talent machen ausgezeichnete Fotos. Den Profis fehlt oft die Liebe dazu.
    Was ich allerdings nicht verstehe ist, dass viele ihre Bilder bei Microstockgenturen verschenken. Anders kann man das nicht nennen, bei Beträgen im Cent- oder einstelligen Euro-Bereich. Da wird ja nicht mal der Arbeitsaufwand für die Verwaltung (Beschlagworten etc.) der Bilder bezahlt.
    Wenn man bedenkt, wieviele die Produktion eines Prospekt oder Broschüre kostet, sollte auch die Fotografie etwas sein. Lieber die Bilder Freunden und Gleichgesinnten zeigen – aber auf keinen Fall verschenken.

    Antworten
  10. Dan
    Dan says:

    In dem verlinkten Thread wird der Wert eines TIME-Coverfotos zwar mit 3000-10000 US$ angegeben, allerdings für „editorial photos“ und nicht für „stock photos“. Es muss irgendwie klar sein, dass ein Kriegsfoto aus Afghanistan teurer ist als ein Foto eines Konservenglases. Natürlich war das Bild selbst für Stock ziemlich billig. Es passt aber gut zum Thema „The New Frugality“.

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  11. eine ex-grafikerin
    eine ex-grafikerin says:

    Die Zeiten ändern sich eben, viele (HANDwerks-)Berufe sind doch schon ausgestorben oder drastisch reduziert.
    Beispielsweise denkt niemand mehr an den Schuster – und wir sind alle dran schuld, weil wir billige Schuhe kaufen wollen. Das ist wohl der Nachteil der Industrialisierung (btw der Vorteil ist, daß sich alle was leisten können, weil´s eben billiger ist).

    Die Grafiker trifft ein ähnliches Schicksal. Jede Sekretärin, die schon mal eine Geburtstagskarte „designed“ hat, „kann“ nun auch Firmenfolder im Word erstellen. *grausam*

    Ich denke, es ist wiedermal der Konsument, der – möglichst mit seiner umsichtigen Auswahl – über Richtung, Trend und Entwicklung entscheidet. Deshalb halte ich es für so enorm wichtig (!!!) nicht der mediensuggerierten Preisgeilheit zu unterliegen, sondern sich auf Qualität zu fokussieren.

    Qualität schafft nämlich Arbeitsplätze.
    (Produktions-)Zeit + Know How + Sorgfalt + Arbeitskraft = Qualität
    Halbiert man nun – wie zur Zeit üblich – die Produktionszeit und die menschliche (inländische) Arbeitskraft, streicht das Know How nahezu gänzlich und die Sorgfalt sowieso, erhält man ein wunderbar billig produziertes Produkt, dem man widerum riesige Groß- bzw. Einzelhandelsspannen draufschlagen kann. Folge: Wenige verdienen viel, viele verdienen wenig.

    Somit – ich weiß, ich bin ein wenig weit geschweift – schließt sich aber wieder der Kreis und ich komme zu der selben Haltung, wie GeoHo: Jeder sollte sein Potential ausleben, fördern, erweitern, … können. Und wenn er so geschickt ist, daß Leute für seine Leistungen Geld bezahlen … 1.000 Rosen.

    Unter Bedachtnahme der Qualitätsfrage wählt der Konsument aus dem großen Angebot „die besten“ bzw. das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wobei Angebot, Nachfrage und die zur Zeit gültigen Qualitätsanforderungen wieder die Auslese und den Markt regulieren. 😉

    lg, eine ex-grafikerin

    Antworten
  12. Christian Mathelitsch
    Christian Mathelitsch says:

    Schöner Bericht, Georg!

    Ich stehe selbst vor dem Problem, dass ich Einzelhandelskaufmann gelernt hab, aber ich war 15 Jahre alt, und hatte keine Ahnung, was ich sonst tun sollte.

    Jetzt weiß ich was ich will, mit meinen Fotos Geld verdienen – doch hier schiebt mir unser Rechtssystem einen Riegel vor. Warum gibt es überhaupt noch Innungen? Die leben ja sowieso alle in der Steinzeit!

    Es gibt auch andere Berufsbeispiele, angenommen jemand lernt Schlosser, macht aber aus Holz die schönsten Dinge und kann das wirklich gut, wie ein echter Tischler, der darf dann auch keinen Tischlerbetrieb eröffnen, weil er eben Schlosser ist, vollkommen idiotisch sowas…

    Antworten
  13. Markus
    Markus says:

    Danke für diesen aufschlussreichen Artikel – es ist wirklich unglaublich, wie viele Gewerbe in Österreich streng geregelt sind. Es dürfen z.B. auch nicht alle einfach so Fremdenführer werden – nein, da könnte ja der Tourismus Schaden nehmen, wenn einfach so alle Blödsinn erzählen könnten.

    Nicht frei sollten grundsätzlich nur Gewerbe sein, wo bei Fehlern erheblicher Schaden entstehen könnte, also etwas Installateur, aber alles darüber hinaus ist eine Überregulierung, die eben oft durch mächtige Lobbys zustande kommt.

    Antworten
  14. D.K.
    D.K. says:

    eine kleine geschichte zu diesem thema…
    wir haben einen solchen „meisterknipser mit gewerbeschein“ für unsere hochzeit gebucht.
    er kam erst nach telefonischer nachfrage um 50 min zu spät,kirchliche trauung hat der gute verpasst.
    die fotos waren mittelmäßig bis schlecht und auf die cd mit einer vereinbarten stückzahl an bearbeiteten fotos warten wir heute noch.inzwischen seit 2 jahren,ob die noch kommen ?
    dafür hat er nur die hälfte des meisterlichen tarifes verrechnet und ist ein bisserl länger geblieben…. für ein paar fotos und einer blonden dame wegen.dafür gibt es (von ihm) keine fotos der späteinlage,unserer torte.
    ic wage zu bezweifeln dass ich ,schützenswerter konsument, mit einem hobbyfotografen so ins klo gegriffen hätte.

    Antworten
  15. michi
    michi says:

    vielen dank für diesen äußerst interessanten & informativen artikel georg.

    sehr treffend ,kritisch & vor allem schlüssig argumentiert wie ich finde.

    auch für mich als hobbyfotograf ein absolut heißes thema

    der einhellige tenor hier ist ja drauf scheissn
    was mich jetzt intressieren würde – was passiert/kann passieren wenn ich das wirklich so mache….

    Antworten
  16. Mark
    Mark says:

    Danke fürs Aufgreifen dieses Themas, dass mich auch schon länger beschäftigt. Bekomme auch wieder Anfragen meine Pressefotos zu verkaufen, muss mir’s aber nach derzeitiger Rechtslage in Österreich verkneifen oder aber „nix scheissen“.

    Zwei meiner Kollegen haben sich jetzt für den WIFI-Kurs angemeldet, damit sie in Zukunft ohne Probleme ihre Fotos machen bzw. verkaufen dürfen. Damit verdient die Kammer noch mal weiter Geld. Ob das wohl Methode hat??

    Ich stimme den anderen zu und hoffe, dass der Zugang zum Fotografengewerbe ähnlich wie in Deutschland gehandhabt wird.

    Schließlicht entscheidet letzten Endes nur Eines, nämlich die Qualität!

    Antworten
  17. Chris
    Chris says:

    Sehr interessant die Diskussion!!
    Mich würde auch interessieren was bei einer Anzeige eines Hobbyfotografen passiert…??!!

    kann ich als Österreicher ein Gewerbe in Deutschland anmelden und dann in Österreich legal fotografieren?

    Wie ihr seht hab ich echt keine Ahnung 🙂

    lg
    Chris

    Antworten
  18. Gernot
    Gernot says:

    Typisch österreichisch halt.
    Das veraltete System bis zum letzten erhalten und ann wieder von „Innovationen“ träumen.
    Frage mich auch, warum es hunderte „Freie Gewerbe“ gibt?
    Wenn es frei ist, ist es frei. Da muss man nicht weiter eingrenzen!
    Kammern und Innungen sind Systeme von gestern.

    Antworten
  19. Klaus
    Klaus says:

    Ich nenne mich jetzt mal „sehr ambitionierter Hobbyfotograf“, und habe im Zuge dieses Hobbys auch einen Vortrag zum Thema „Recht und Fotografie“ besucht. Hier im Blog kamen einige Fragen auf, die ich vielleicht teilweise beantworten kann.

    Die Strafen, wenn man „erwischt“ wird, liegen angeblich bei ein paar hundert Euro, werden aber von mal zu mal mehr (sprich: Wenn einen die Strafe nicht abhält, man einfach weiter Fotos verkauft, und wieder erwischt wird). Offenbar aber nicht wirklich existenzbedrohend.

    Gewerbe in D anmelden, aber in A fotografieren spielt’s leider nicht. Wenn das Gewerbe in D angemeldet ist, muss es auch in D ausgeübt werden.

    Aus meiner Sicht der Überhammer: Film- und Videoproduktion ist ein freies Gewerbe! Sprich man kann einfach einen ebensolchen Gewerbeschein lösen, und dann problemlos Videos machen, und diese verkaufen! Fotos nada, dafür muss man erst die Prüfung ablegen.

    Also, nochmal zum Mitschreiben: Mit einem Gewerbeschein für Filmproduktion dürfte ich mit meiner EOS 5DII (mit der man ja auch HD-Videos aufnehmen kann) zu einer Hochzeit gehen, und mit ihr Videos machen, und diese dann verkaufen. Sobald ich im Zuge der Erstellung der Videos aber auch Fotos mache, und diese dann anbiete, mache ich mich strafbar!

    Ist das krank oder was!?

    Und man muss sich klar sein: Eine etwaige Prüfung legt man ab vor…? Bingo, Berufsfotografen! Welches Interesse haben die wohl, es einem „leicht“ zu machen, die Prüfung zu bestehen? Und so locker wird es leider nicht sein, ohne Erfahrung mit Chemie (man muss im Zuge der Prüfung ein s/w Bild entwickeln) und Mittel/Großformatkameras braucht man gar nicht erst antreten.

    Aus diesem Grund verkaufe ich zurzeit auch nicht, sondern fotografiere nur, um Erfahrung zu sammeln, und schöne Fotos zu machen. Ich glaube aus heutiger Sicht auch nicht, dass ich jemals ausschließlich von der Fotografie leben möchte, das ist ein hartes Brot! Aber ich will auch keine „Angst“ haben müssen vor irgendwelchen Troubles, wenn mal doch irgendwer sagt „Hey, tolles Foto, das will ich kaufen“.

    Mal sehen, was die (hoffentlich) nahe Zukunft so bringt…

    Bis dahin: Portfolio aufbauen, im Schatten warten – oder nix scheißen! 😉

    Antworten
  20. UA
    UA says:

    ich war jetzt auch bei der WKO, und hab mich als Pressefotograf angemeldet.

    Zitat von Klaus:“…Mit einem Gewerbeschein für Filmproduktion dürfte ich mit meiner EOS 5DII (mit der man ja auch HD-Videos aufnehmen kann) zu einer Hochzeit gehen, und mit ihr Videos machen, und diese dann verkaufen. Sobald ich im Zuge der Erstellung der Videos aber auch Fotos mache, und diese dann anbiete, mache ich mich strafbar!“

    HaHa weit gefehlt!!! Du darfst nicht einmal Videos von der Hochzeit machen, obwohl du einen Gewerbeschein für Filmproduktion (hab ich auch) hast!! Hab extra nachgefragt, Gewerbe Filmproduktion gilt nur öffentlich aufgeführte Werke, Hochzeit ist privat, und das dürfen nur Fotografen!

    Es ist echt eine Frechheit finde ich – es darf zwar jeder ohne Vorbedingungen die Prüfung zum Berufsfotografen machen (das ist die österreichische Art „Es ist ja eh frei..“), aber warum soll ich mit dem ganzen Zeugs mit Fachkamera, Dunkelkammer, Entsorgung von Labor-Chemikalien,…..?

    Die Frage ist eher: Was können wir machen gegen diese Steinzeitlobby??? Irgendwie gehört hier was organisiert, und Druck gemacht!!

    Hier die e-mail vom Wirtschafts-Minister:
    reinhold.mitterlehner@bmwfj.gv.at

    Ist zwar sicher ein Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als nur im Foren zu jammern!

    Antworten
  21. rudi f.
    rudi f. says:

    Also, was daran cool sein soll, 300 Euro mit einem Panorama verdient zu haben, kann ich nicht ganz nachvollziehen… Es kann sich doch wohl nur um einen Tippfehler (eine Null zuwenig) handeln, daß du, lieber Georg, einer irischen Mineralwasserbude ein Foto für eine Werbekampgne um läppische 300,00 Euro vertickst???? Vor dieser „Konkurrenz“ möchte ich als Berufsfotograf auch geschützt werden! Ich weiss halt nur nicht ob das die Innung oder Kammer wirklich kann, aber das ist eine andere Frage.
    Du bringst zur Diskussion, daß Robert Lam nix für sein Cover kriegt und was machst du, als „ambitionierter Hobbyfotograf“? Du dumpst, weil du wahrscheinlich einen Hauptberuf hast und davon prächtig leben kannst und ruinierst so das Preisniveau! Danke! Es gibt aber noch Leute, die vom Fotografieren leben müssen und auch wollen, in anständiges Gerät investieren möchten und im Übrigen auch sehr gerne und leidenschaftlich fotografieren! Und auch das Bildmaterial ist nicht lieblos!
    Da klingt es schon etwas zynisch, daß du dir eine 3000 Euro Knipserei geleistet hast und dann „2 Drittel“ der Profis (wie kommst du auf diese Schätzung überhaupt???) vorhältst, sie seien nicht am letzten technischen Stand. Ja wie denn, wenn Menschen wie du den Markt ruinieren und die Preise in den Keller treiben??? Alleine meine Fotoausrüstung ist auf 50.000 Euro versichert, vom Investitionsvolumen meines EDV Equipments ganz zu schweigen! Das muss VERDIENT werden!!
    Im Übrigen scheiss ich mir schon seit über 10 Jahren nix und verkauf all mein Material und nehm von sämtlichen Firmen und Magazinen weltweit Aufträge an.
    Im Übrigen bin ich aber auch dafür, daß diese Steinzeitmafia (Innung, Kammer, etc) weggehört, was aber nicht heisst, daß diese bescheuerte Geiz-ist-geil Mentalität auch in der Fotografie Fuß fassen darf!
    Lieber Georg, mach weiterhin tolle Fotos und verkauf sie! Aber zu einem angemessenen, der Qualität entsprechenden Preis!!!
    Leben und Leben lassen!

    Antworten
  22. markusk
    markusk says:

    „Im Übrigen bin ich aber auch dafür, daß diese Steinzeitmafia (Innung, Kammer, etc) weggehört, was aber nicht heisst, daß diese bescheuerte Geiz-ist-geil Mentalität auch in der Fotografie Fuß fassen darf!“

    wird sie aber – und hat sie schon, wenn denn die schwemme an (beruflich) unerfahrenen „fotografen“ sich selbst legalisieren kann ohne jegliche beschränkung.

    dass die innung und meisterprüfung nicht mehr wirklich zeitgemäss ist mag stimmen – liegt aber in erster linie auch daran dass es kaum „nachwuchs“ gibt, gute/moderne fotografen sich maximal hinter dem pressefotografen-schein „verstecken“ und ihnen die kollegenschaft komplett wurscht ist – solang sie sie nur preislich unterbieten können..

    Antworten
  23. UA
    UA says:

    Warum die Aufregung über die Schwemme der „unerfahrenen Fotografen“ ?
    Wennsts was drauf hast (egal welchen Beruf), wirst immer gut verdienen und die Investitionen locker rein bekommen!
    Oder nagen alle Fotografen außerhalb Österreichs (fast der ganzen Welt), wo Fotografie ein freies Gewerbe ist, am Hungertuch?
    Eben nicht! Angst vor der Liberalisierung haben nur die mäßigen bis durchschnittlichen „Hochzeitsfotografen“ (deshalb dürfen ja z.B. nur Berufsfotografen Hochzeitsvideos machen – siehe mein Posting weiter oben)
    Den wirklichen Profis geht diese Diskussion sowieso am A… vorbei.
    Nichts gegen Hochzeitsfotografen – aber was ich so an unkreativen und faden Produkten gesehen habe…. da kann ich wirklich verstehen, dass sich ein halbwegs talentierter Amateur denkt: „Das kann ich auch!“

    Beispiele für Dumpingpreise gibt es in jeder Branche.
    Qualität und Kreativität setzt sich aber letztendlich immer durch, und wird nach meinen Erfahrungen sehr wohl gut bezahlt.

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  24. rudi f.
    rudi f. says:

    Das ist aber schon ein bissl naiv und kurzsichtig, zu glauben, daß sich Qualität durchsetzt, sorry. Zur Zeit schauts nicht so aus, wenn ich mir die nationale uns auch internationale Magazinlandschaft so anschau. Sonst würden ja auch keine Diskussionen darüber entstehen, daß es so viele Stockagenturen gibt, die Fotos „verschenken“!
    Die Welt besteht doch nicht nur aus Hochzeitsfotografen oder solchen, die glauben, welche zu sein.
    Immer mehr Magazine greifen zum Stockmaterial und setzen sich der Beliebigkeit aus. Die Blattlinie wird zum Einheitsbrei und nurmehr ganz wenige leisten sich die Bildsprache guter Fotografen, weil zu teuer!
    Wenn ein „ambitionierter Hobbyfotograf“ und ein Profi, der von seiner Arbeit lebt, die gleiche Qualität vom gleichen Produkt abliefern soll, wird sich der Kunde zu 100 % für den billigeren (dem Amateur, der sich dumpen leisten kann) entscheiden, garantiert!
    Der Sparwahnsinn der Magazine, Agenturen und Werber ist gelebter Alltag, das kann auch wirklichen Profis nicht am A… vorbeigehen!
    Der Mineralwasserkonzern bzw. seine Werbeagentur wird doch nicht freiwillig 3000 Euro für das gleiche Panorama eines Vollprofis bezahlen, wenn er es von einem Hobbyknipser um 300 kriegt!
    Ich kenne einige wirklich gute Profifotografen, die zwar (noch) nicht am Hungertuch nagen, aber sehr wohl hohe Einbussen bei den Honoraren hinnehmen mussten und bei denen aus Spargründen der Auftraggeber die Auftragslage dramatisch zurückgegangen ist! (von den Knebelverträgen, mit denen Profis von einigen Magazinen erpresst werden, gar nicht zu sprechen!)
    Ausnahmen bestätigen immer die Regel, aber ich glaube nicht, daß z.B. gerade Deutschland das Fotografenparadies ist….

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  25. UA
    UA says:

    Wennst nicht daran glaubst, dass sich (deine) Qualität durchsetzt (in welchem Beruf auch immer) – dann ist es wohl besser du bleibst daheim, tust Däumchen drehen und lebst von der Notstandshilfe.
    Kann schon sein, dass dies etwas naiv ist – aber wenn man nicht dran glaubt, dass man in irgend einem Bereich Qualität liefern , und auch noch Geld damit verdienen kann, wird man es wohl nie schaffen!
    Klar würd ich auch den 300€ Amateur nehmen, statt den 3000€ Profi, wenn sie die gleiche Qualität abliefern – ich bin ja kein Wohlfahrtsverein. Und gegen fast geschenkte Stockphotos hätte ich auch nichts, wenn ich ein Magazin herausgeben würde bzw. wenn ich in der Werbebranche tätig wäre.
    Das außerhalb von Österreich das Fotografenparadies ist, habe ich ja nicht behauptet – aber trotz freiem Marktzugang ist die Situation dort auch nicht schlechter als bei uns.

    Mit dem Einheitsbrei gebe ich dir völlig recht, aber das hat nicht nur damit zu tun, dass sich keiner mehr einen Profifotografen leisten will. Das ist doch überall so: ob TV, Radio, Lifestylemagazin, Zeitungen, Werbung. Schmankerln sind zwar nicht leicht zu finden, aber es gibt sie doch – und wird sie immer geben.

    Ich finde diese Diskussion, der ach so armen Fotografen echt wehleidig. Es sind nicht nur die Fotografen, die vom Umbruch der gesamten Medienindustrie und Sparmaßnahmen negativ betroffen sind. Journalisten, Autoren, Musiker, Schauspieler, Tänzer, Grafiker, Filmemacher, Werber, Herausgeber, Agenturen, etc. haben sich genau so mit den radikal geänderten Rahmenbedingungen zurechtzufinden. Und die haben keine Innung, die wie bei den Fotografen den bösen Amateuren und Vereinen auf die Finger klopft und sagt „das darfst du nicht, weil du kein Berufsfotograf bist“.

    Ich will weder mit Dumpingpreisen Fotografen das Geschäft versauen – es interessiert mich auch nicht in der dämlichen Werbeindustrie zu arbeiten – oder bescheuerte Hochzeiten zu fotografieren. Meine paar Fotoaufträge nebenbei im Jahr sind zu 100% mit Pressefotgrafie abgedeckt, und da verlange durchaus übliche Marktpreise.

    Es geht einfach ums Prinzip: Ich sehe es als mein Grundrecht an, zu fotografieren was ich will, und für meine Fotos Geld zu verlangen wie viel ich will – ob es verschenkt, billig, günstig oder überteuert.

    Antworten
  26. Georg
    Georg says:

    Die wahren Einbußen kommen doch von den Stock-Agenturen. Dort bezahlst heute für viel besseres Material nicht 300 Euro, sondern 12. In der Masse geht sich das für Fotografen wieder aus, aber der Wert von Fotos ist ohnehin degradiert worden. Gegen den Fluss der Zeit lässt sich halt wenig tun.

    Antworten
  27. @drahdiwaberl
    @drahdiwaberl says:

    bitte um mail oder tweet wenn du den kunden gefunden hast der dir 3k tagessatz zahlt – in dem (unserem) land in dem dir der grösste sportartikel-händler 700 bietet.. ..

    get real, der markt ist kaputt.

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  28. D Schmidt
    D Schmidt says:

    Klage einfach über SOLVIT den STAAT Österreich bei der EU
    hallo,

    bin neu hier und hab mich deswegen angemeldet weil ich Leute suche die mich unterstützen um so gemeinsam mal dem Staat eins aufzu brennen.

    Meine Erfahrung diesbezüglich hat Österreich seit 2002 über 4 Mio Euro an EU Strafe gekostet, 1 Ministerialrat den Job 4 Beamte diverser Stellen nen Amtsmissbrauch eingehadelt und bei allen 3 Klagen gegen die Republik bei der EU, habe ich bis dato gewonnen.
    Die Klagen haben immer wegen Behinderung meines unternehmerischen tuns sein müssen da ned nur hier ne Zumpft sich den Markt abschottet, sondern dies auch in anderen Gewerben stattfindet und bei der letzten Klage hatte ich alle Autoimporteure ans Bein gepinkelt, da diese ihren Markt gegen Eigenimporte und Importe kleiner Händler so abschotteten das Du bei ihnen den Typenschein lösen musstest, respektive NUR SIE das Fahrzeug in die Typenschein-DB eintragen durften/konnten.
    Nachdem ich die Klage durch hatte konnte ich im Vergleich zB VW oder Mercedes ah kleiner Importeur ned nur selber diese eintragen sondern ich hab den Status erwirkt das ich Musterdatensätze von Marke/Type eintragen kann und danach gleich mit ECC der Kunde anmelden.
    Der Gegenwind war gewaltig was mich aber wie Strom antreibt, da ich es liebe ner Übermacht eines überzubraten.

    Die WKO könnts gleich vergessen den zB bei der oben genannten Sache packelten die mit den Importeuren, die Wirtschaftskammer und einige dort dürften auch Ihre KFZ günstiger kriegen also ab und mit SOLVIT das Ding auf EU Ebene durchgezogen, was glaubts wie die WKOler und die Pragmatisierten im Ministerium schauten als die flux 3 Paragraphen im KFG ändern mussten und richtig viel Strafe abdrücken durften.

    Inzwischen kennt mich denk ich mal ein jder im Wirtschaftsministerium, ansonsten bitte ich neue Ansprechpartner sich mal über mich zu erkundigen dann is die Basic auf der anderen Seite auch gleich Unterwürfiger

    Muß aber zugeben das hier die EU Einrichtung SOLVIT eine extreme Hilfe war.

    Und nun gehe ich das Thema Gewerbe und Fotograf an. Hab mit 2 Freunden ein projekt vor und da ich in die Wirtschaft beste Kontakte habe wird das ah voller Erfolg. Einzig die Bilderl-Macher-Zumpft wills no ned so sehn, das ich ah Fotograf werd auf Basic FREIES GEWERBE und da ich stets mein gegenüber ned enttäuschen will muss ich der Ehre wegen bis April 2012 das Ding durch haben.

    Das geht leichter in der Zeit wenn ich GLEICHGESINNTE hiter mir hab und ich von ner MASSENVERGEWALTIGUNG durchs Gewerberecht argumentieren kann, dahier hier mein Beitrag.

    Ein Gewerbe darf nur unter bestimmten Voraussetzungen in der EU noch reglementiert werden.

    Dies wären wenn Gesundheit, Leib und Leben, etc… auf dem Spiel steht, wobei stimmt ah nimmer, da zB der Handel frei is und son Vollpfosten zB aus China Spielzeug importieren könnte wo hunderte Kinder erkranken (rein theoretisch und diese is in dem Thema wichtig, das erkläre ich euch später).

    Den einzigen argumentativen Schaden den ein Fotograf nem Kunden zufügen kann is wenn er im die Kamera am Schädel haut.
    und genau das is der Ansatzpunkt bei der EU den Staat hier zu klagen. Wobei ich die Klage auf die INNUNG der Fotografen gleich erweitern würde da bei denen auch Schadensersatz Einklang bar wäre.
    In meinem 2ten Fall habe ich eine Landesprüfstelle in die Klage eingebunden was mir hinten rum nur für den Aufwand der Klage 25.600 Euro (Stundensatz 100 Euro Netto) einbrachte sozusagen als meine Aufwandsentschädigung.

    So nun wieder zum Thema. Also das dieses Gewerbe gebunden ist hält bei einer Klage bei der EU mit Hilfe der SOLVIT unter Garantie ned, da hab ich mich inzwischen bei deren EU Anwalt in Luxemburg kundig gemacht, einzig es muss mal geklagt werden, was ich sicher

    So nun hier mal als erstes der Aufruf des ZUSAMMNESCHLUSSES. der bis Mitte Jänner stehn muss.

    Danach gehts step by Step weiter.

    Meldet euch bitte bei mir.

    Antworten
  29. Jan
    Jan says:

    Nach aktuellen Meldungen soll Wirtschaftsminister Mitterlehner eine Reform der GewO eingereicht haben, die das Fotografengewerbe, nein, das Handwerk des Berufsfotografen, in ein freies Gewerbe umwandelt. Wenn dem so ist, dann zeigt sich in Zukunft wirklich, wer ein Fotografenauge hat, oder wer nur herumknipst, trotz X-tausend-€ Ausrüstung.
    Ich selbst habe mittlerweile keine Hemmungen mehr, meine fotografischen Dienste im Zuge meiner Selbständigkeit mit zu verkaufen. Steht ja auf meiner Rechnung nix drauf, dass ich die Fotos als solches verkaufe. (Hinweis: Multimedia Agentur – Web/Grafik-Design)

    Der Beitrag ist, obwohl schon etwas älter, bis dato leider noch immer brandaktuell und nebenbei auch hoch interessant.

    Antworten
  30. Thomas Leibetseder
    Thomas Leibetseder says:

    Die Novelle liegt nun seit geraumer Zeit vor und hat sich etwas geändert? Aus meiner Sicht nicht – lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
    Was ein Pressefotograf per österr. Definition machen darf ist ein Witz, einzig dass er sich nach drei Jahren dann zum Berufsfotografen machen darf ist wohl neu?

    Echt erstaunlich, wie der Berufsfotograf geschützt wird… aber wohl nur noch ein Schutz mit Ablaufdatum?

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