Meine Zukunft und die der Medien

Vor einiger Zeit habe ich beschlossen, mich im nächsten Jahr zu verändern. Ich bleibe der Kleinen Zeitung und der TT erhalten, mache aber wirklich nur noch Multimedia-Seiten – solange die das wollen.

Ich starte 2010 ein Medienprojekt, das spannender nicht sein kann: Eine Tageszeitung für die digitale Wissensgesellschaft. Fünfmal pro Woche (Dienstag bis Samstag) wird es das Wichtigste aus der Welt von Technik, Web, Netzkultur und Wissenschaft geben. Kompakt auf vier bis sechs Seiten, spannend aufbereitet. Ich will das Beste aus digitaler und analoger Welt zusammen bringen.

Ausschauen wird sie in etwa so (vielleicht Anfangs etwas weniger aufwendig):

Ich wette damit auf etwas, das es noch nicht gibt – ein Tablet (das die Leute hoffentlich annehmen werden) und ein Abrechnungsmethoden (vielleicht verkauft iTunes ja mal Zeitung). Ihr könnte schon Mal die Daumen drücken, dass alles so kommt, wie ich mir das vorstelle.

Warum?
Weil ich’s kann! 2010 kommen nicht nur die Endgeräte dafür, sondern auch die Geschäftsmodelle. Genau deshalb wird 2010 jeder zum profitablen Medienhaus können, der Inhalte auf professionellem Niveau anbieten kann. Druckerpressen und Hauszustellung werden durch PDF/Flash/EPUB/??? und das Web ersetzt. Die marginalen Kosten tendieren gegen Null, der Break-Even bei 1000 Abonnenten erreicht.

Bleibst du unabhängig?
Meine journalistische Unabhängigkeit will ich mir um jeden Preis wahren. Wie? Es wird KEINE bezahlten Anzeigen geben. Ich werde bei keiner Firma betteln gehen.

Jeden Tag?
Anfangs wird es das Gratis-Produkt nicht täglich geben können. Ab dem Bezahlmodell wird es Kontinuität für 48 Wochen im Jahr geben – je zwei Wochen Sommer- und Winterpause nicht eingerechnet. Und bei sehr großem Erfolg werde ich Leute einstellen können …

Paid Content?
Die Leute werden 2010 im Internet für Inhalte zahlen! Man muss es ihnen nur sehr, sehr einfach machen. Und weil die Produktionskosten sehr gering sind, wir das Produkt günstiger sein können. Ich rechne mit 20 Cent je Ausgabe und vier Euro im Monatsabo.
Auch wenn das Produkt etwas kosten wird, möchte ich (so dies später auch möglich ist) auf jeden Fall auf DRM verzichten. Die Leute sollen’s ruhig weiter schicken können – ich sehe das als Werbung an. Bequemer wird sicher das Abo und zum Preis von einem Bier im Monat wird kaum die große Piraterie ausbrechen!

Warum nicht gleich gratis?
Weil einerseits mit einem guten Produkt auch ein Wert verbunden sein soll. Andererseits müsste man dann auf Anzeigen setzen (siehe oben). In den ersten Monaten (bis zum Erscheinen entsprechender Tablets/Abrechnungsmöglichkeiten) wird’s aber gratis sein.

Wann geht’s los?
Die erste Nullnummer (rudimentäres Layout, unfertige Struktur etc.) erscheint am 4. Jänner 2010.

Wie wird es vertrieben?
Am Anfang wird es als ganz normaler Download und als RSS-Feed mit Enclosure-Tag veröffentlicht. So kommt die neueste Ausgabe druckfrisch auf den PC/Mac. Dieser Mechanismus lässt sich übrigens für PDF-Dateien auch in iTunes nutzen.

Wer ist Zielgruppe?
Echte Geeks, lesen doch ohnehin viele RSS-Feeds und sind so ständig am Laufenden. Stimmt und alle, die Stunden in Google Reader verbringen wollen, sind ohnehin nicht Zielgruppe. Zielgruppe sind all jene, die schnell einen guten Überblick über Gestern – Heute – Morgen in der Technik-Welt bekommen wollen.
Das Niveau wird aber klar höher sein als beim durchschnittlichen Tageszeitungsleser.

Warum Zeitungs-Metaffer?
Zeitungen haben hart zu kämpfen, weil sie nicht mit der Zeit gehen und dennoch haben sie etwas, das man in Google Reader nicht so leicht bekommt:

  • Der Platz ist enden wollend, man muss als Journalist mehr gewichten und sich aufs Wesentliche konzentrieren. So wird auch straffer geschrieben und nicht so viel „geschwafelt“ – wie ich auf meinem Blog 🙂
  • Serendipity: Wer lediglich in der Echokammer seines Readers „lebt“, bekommt keine glücklichen Zufälle mit.
  • Ich will dort Kommentar und Nachricht besser trennen als auf meinem Blogs. In Print fällt mir das leichter als online.

Stapel Zeitungen

Ich sehe für diese Publishing-Methode deutlich mehr Potenzial als für Blogs.

Aber was ist mit Interaktivität?
Ein PDF mit nur Text und Bildern wird es höchstens in den ersten Tagen geben!
Das Web hat viele Vorteile. Vielleicht gelingt es damit, das Beste aus beiden Welten zu verheiraten. Selbst Kommentare könnten sich irgendwie integrieren lassen. Videos oder Slideshows können Bilder ersetzen. Links sind in jedem Fall möglich.

Wie wird es heißen?
Das wird noch nicht verraten.

Eckdaten?
Vier Seiten pro Woche, sechs am Samstag. Optimiert fürs Lesen am Screen. Wie das geht, muss ich aber noch lernen.

Update: Verbreitung
Klarerweise suche ich die größtmögliche Verbreitung und will mich nicht auf den Apple Tablet stürzen. Die Zeitung soll es in digitaler Form überall dort geben, wo ein vernünftiges Abrechnungsmodell da sein wird: Browser/Mac/Windows/Linux/Handy … whatever. Es muss nur mit vernünftigem Return bedienbar sein.

Eure Meinung?
Brauche jedes Feedback, das ich bekommen kann!

55 Antworten
  1. Thomas
    Thomas says:

    klingt spannend, kanns kaum erwarten 🙂

    Ich zähl mich eben genau zu jener Zielgruppe, denen der Feedreader an manchen Tagen einfach zu viel wird und darum ein qualitativ hochwertiger Überblick vonnöten ist (Und wer hat überhaupt _wirklich_ jeden Tag Zeit z.B. TechCrunch komplett durchzugehen)

    Zum Thema Paid Content sehe ich mich mittlerweile auch geläutert, was heißen soll, dass ich absolut keine Hemmungen mehr hab für gute Qualität auch zu bezahlen.

    Jetzt hoffe ich nur noch auf eine gute Einbindung der mobilen Endgeräte, in meinem Fall wär das WindowsMobile, welches oft etwas stiefmütterlich behandelt wird. Allerdings sollt eine durchdachte Darstellung in Opera Mobile schon reichen.

    In diesem Sinne: Viel Erfolg!

    Antworten
  2. Georg Holzer
    Georg Holzer says:

    @Thomas: Jede Plattform ist mir recht, wenn sie sich vernünftig bespielen lässt.
    @Thomas R.K.: Epub habe ich oben eingefügt.
    @Markus: Wieso nur in anderen Themenbereichen. Konkurrenz belebt das Geschäft und der Wettbewerb macht einen besser.

    Antworten
  3. boomerang
    boomerang says:

    Klingt spannend und ambitioniert – zwei Voraussetzungen die den oben genannten den passenden Kick geben können. Ich wünsche viel
    Erfolg und denke, dass sich dieser auch einstellen wird. Auch wenns
    ein zeitl dauern wird.

    Antworten
  4. Thomas Kutschi
    Thomas Kutschi says:

    Sehr spannendes Projekt! Vor allem im deutschsprachigen Raum gibts da eh zu wenig (was allerdings auch an der kleinen Zielgruppe liegen könnte).

    Micropayments wird eine Challenge, Endgeräte nicht so sehr (sollte halt in einem Browser auch noch lesbar sein, dann gehts schon).

    Wie wärs denn mit Firmenabos? Für IT-nahe Unternehmen sicher interessant …

    Thomas Kutschi

    Antworten
  5. Markus Pirchner
    Markus Pirchner says:

    @Georg – Wenn’s funktioniert, mache ich mir um den Wettbewerb keine Sorgen. Ich würde allerdings zuerst Themenvielfalt vorziehen, dann erst Anbieterauswahl. Immer schön eins nach dem anderen 😉

    Antworten
  6. Boris
    Boris says:

    ich glaube auch, dass du damit am richtigen Weg zur rechten Zeit bist. Sobald itunes, Amazon und Konsorten die Distribution solcher Inhalte bei uns übernimmt (und Geräte wie Kindle Fuß fassen), wird so ein Geschäftsmodell sich rechnen. ohne solche Verteiler bin ich skeptisch. Ich weiss ja nicht wieviele jetzt regelmäßig Deinen Blog verfolgen, aber glaubst Du, dass von denen mehr als die Hälfte die 4 Euro zahlen würden? War Deine Twitterumfrage dazu positiv?

    Antworten
  7. Georg Holzer
    Georg Holzer says:

    @Boris: Ich habe rund 1200 Feedsubscriber. Davon wird aber höchstens ein Viertel 4 € zahlen wollen.
    Die Riesenchance ist es, als einer der ersten im iTunes-Store (wenn es den für Zeitungen je geben wird) zu sein. Dann hat man die Chance, gefeatured zu werden.

    Antworten
  8. Peter Mattes
    Peter Mattes says:

    Klingt auf jedenfall Interessant!
    Printmedien lese ich persönlich fast gar nicht mehr. Reine Onlinemagazine sind auch nicht Ideal, da es doch immer wieder Momente gibt bei denen das Internet nicht zur Verfügung steht. (Zugfahrt durch Tunnel, Flugzeug, usw.) Reine PDF-Dokumente neigen aber auch nicht zu einer guten Lesequalität am Monitor. Mein Favorit wäre daher eine Mischung aus beiden. Grundsätzlich Offline Daten mit dynamischer Seitenstruktur; Sowie Verlinkung zu erweiterten Informationen; Medien im Internet. Das ganze müsste natürlich auf Handy, Net-, Notebook, PC und eReader funktionieren.
    Die Ziele bezüglich Seitenanzahl und Erscheinungshäufigkeit betrachte ich als sehr hoch!
    Die Wahrung der Unabhängigkeit kann ich verstehen, ich würde aber Firmen anbieten, dass sie Berichte zur Verfügungstellen können. Es würde aber in deiner Hohheit liegen ob die Berichte veröffentlicht werden.
    Bez. Geschäftsmodell:
    Die Möglichkeit Abo aus mehreren Micro-Zeitungen zu schaffen würde die Abwicklung und somit die Bereitschaft zur Bezahlung sicher erleichtern. Tja und dann gibt es noch Potential mit Spezifischen Clients ala InfoScreen in öffentlichen Bereichen.

    Antworten
  9. Carsten
    Carsten says:

    Klingt sehr spannend, Georg. Ich wünsche dir viel Erfolg damit und werde es auf jeden Fall im Auge behalten.

    Bitte informier uns auf diesem Blog, wenn die erste Ausgabe zum Download bereit steht. 😉

    Antworten
  10. Markus Pirchner
    Markus Pirchner says:

    @Peter: „Die Möglichkeit Abo aus mehreren Micro-Zeitungen zu schaffen“ scheint mir ein verfolgenswerter Gedanke und ein konsequenter Schritt weg von den Formaten der „Holzmedien“. Meine Idealvorstellung wäre, jede einzelne Nachricht als eigenständiges „Objekt“ erwerben und konsumieren zu können, was allerdings von der Abwicklung nicht möglich sein wird. Aber mir meine tägliche Informationsnahrung aus verschiedenen, qualitativ bewährten Töpfen zusammenstellen zu können, würde ich mir schon was kosten lassen.
    Das Angebot muss allerdings Premium-Niveau haben, sonst kann ich ja gleich Zeitung lesen 😉

    Antworten
  11. Peter Mattes
    Peter Mattes says:

    @Markus: Einzelne Meldungen als eigenständiges Objekt zu erwerben würde sicher schwer sein. Aber man könnte ja die Objekte Kategorisieren. Also da würde mir schon einiges einfallen. @Georg möchtest nicht eine Google Wave diesbezüglich anlegen?

    Antworten
  12. Boris
    Boris says:

    @Markus das würden ja genau Verteiler wie Amazon oder iTunes-Store übernehmen müssen. Wie Georg geschrieben hat: wer früh drann ist, der bekommt die besten Startplätze dafür. Ich stelle mir das so vor: Gratis ist ein Abo der Beitragsüberschriften mit Kurzeschreibung (wie bei Podcasts..) wenn mich die Überschrift interessiert – klick und ich zahl meine 20 Cent pro Beitrag, oder 40 für die ganze „Zeitung“. Mehr Aufwand darfs nicht sein. ideale Anwendung für iPhones, etc..

    @Georg bezüglich DRM – ich fände es ja gut, wenn es eine 1 Tagesverzögerung gebe für die Freigabe von Texten. Am Tag der Veröffentlichung ist kein Kopieren/Weiterleiten möglich, 24 Stunden später ja.

    Antworten
  13. Georg Holzer
    Georg Holzer says:

    Es soll nach Möglichkeit gar kein DRM geben. Die Leute sollen’s ruhig weiter leiten können. Das ist das beste Marketing und jeden Tag wird’s niemand weiter leiten – kostet ja nur 20 c

    Antworten
  14. Markus Pirchner
    Markus Pirchner says:

    @georg: Ein Bereich dürfte allerdings knifflig werden – die Nutzung des Content innerhalb von Unternehmens-Intranets. Der VÖZ kiefelt ja schon seit Jahren an einem gangbaren Modell.
    Und, falls du UGC integrierst, wie du diesen Input abgelten möchtest (wenn überhaupt).

    Antworten
  15. Lukas J.
    Lukas J. says:

    Frage: haben online zeitunge wircklich solches Potenzial?
    Sollten große Verlage wie CHIP Communications oder die International Data Group (PCWelt) auf den Zug aufspringen, würde der technikinteressierte Otto Normalverbraucher (der ja wohl letztendlich als Größte Zielgruppe ,sollte man gewinnorientiert sein, gehandelt werden muss) dann nicht eher die Zeitungdes großen Verlags wie die des vergleichsweise etwas unbekannteren Journalisten abbonieren??

    Naive Frage aber: lässt sich so ein Geschäftsmodell wie @georg es plant nicht patentieren?

    Antworten
  16. Peter
    Peter says:

    Vielleicht wäre die Publishing-Lösung von http://blackbetty.at ja ein weiterer Vertriebsweg für dich. Funktioniert im Moment für Java-fähige Geräte. Android befindet sich laut meinen Informationen in Entwicklung.

    Viel Erfolg mit dem Projekt!

    LG,
    Peter

    Antworten
  17. AndyG
    AndyG says:

    Online-Zeitungen haben mit Sicherheit Potential. Momentan existieren sie halt, neben der Printausgabe, nur als „normale“ Website. Wenn allerdings die ersten brauchbaren Geräte auf den Markt kommen (zB Apples Tablet??) wird sich wohl die Welt der Printmedien, News-Seiten, Online-Zeitungen stark verändern (müssen). Ich selbst lese so gut wie keine Zeitungen mehr (außer beim Arzt im Warteraum) und warte eigentlich nur mehr auf diesen Wechsel.

    Ich denke Georg setzt schon aufs richtige Pferd. Aber ob auch der Zeitpunkt für so ein Vorhaben der richtige ist, das ist wohl die große Frage.

    Ich werden Georgs Projekt auf jeden Fall mit Interesse verfolgen und wünsche ihm viel Glück!

    Antworten
  18. Peter Mattes
    Peter Mattes says:

    @Lukas Meiner Meinung nach leben die ganzen Zeitungen ala Chip nur von den Werbeeinnahmen. Würden Sie ernsthaft versuchen wollen günstiger Informationen anzubieten würden Sie sicher schon eine solche Lösung haben.
    @Peter Welches Format setzt blackbetty.at ein?
    Epub würde nämlich ganz interessant klingen.
    Ich werde dieses Thema auf jeden Fall auch weiter verfolgen!

    Antworten
  19. WLANIST
    WLANIST says:

    Alles Gute, freue mich, bitte nur kein Papier,
    werde es Ausdrucken auf der CES 2010 und auch meinen Kollegen gerne lesen lassen!

    Antworten
  20. Dan
    Dan says:

    Was mich noch interessiert: Wie wirst du die Sache mit den Bildern handhaben? Möchtest du da tendenziell eher Creative Commons-Bilder verwenden, auf die Bilder der Presseabteilungen zurückgreifen, selbst welche machen, Stock Photography kaufen oder auf die Bilder einer professionellen Bildagentur zurückgreifen?

    Antworten
  21. Georg
    Georg says:

    @Dan: Alle drei Möglichkeiten werde ich nutzen – CC, Stock und Agenturbilder.

    @Stefan: Hoffe du wechselst nicht auf ChromeOS – drucken 🙂

    Ich will um jeden Preis auf Anzeigen verzichten. Dazu braucht man jedoch auch einen langen finanziellen Atem. Ich hoffe, ich muss nicht lange kostenlos produzieren ….

    Antworten
  22. Kerstin
    Kerstin says:

    hi georg!

    hut ab! ich finde es großartig, dass du den mut gefasst hast, auch mal etwas neues auszuprobieren. wer sich nicht verändert, der bleibt stehen und du weißt ja was ein stillstand bspweise in sachen technik bedeutet 😉

    bin ehrlich begeistert und schon gespannt auf deine erste ausgabe!
    alles alles gute!
    glg kerstin oberlechner

    Antworten
  23. Erik Unger
    Erik Unger says:

    Find ich toll deine Ambitionen als Onlinezeitungs Entrepreneur. Ich wuerde fuer ein Angebot mit der Richtigen Themenauswahl und vorallem hochqualitativen Inhalt gerne Bezahlen.

    TechCrunch & Co werden ja immer uninteressanter. Ich scanne den Newsfeed eigentlich nur mehr um die 1-2 wichtigen Beitraege pro Woche nicht zu verpassen, der Rest ist Rauschen. -> Signal/Noise ratio, das musst du hinbekommen.

    Antworten
  24. Franz
    Franz says:

    „Weil ich es kann“, ist ein schlechtes geschaeftsmodell. Lt nyt zahlen 80 % der user NICHT fuer content. In .at also 90. Dennoch, ich wuensch mir, dass du es schaffst und werde dich mit einer coolen ad unterstuetzen, wenn magst. franz

    Antworten
  25. Erik Unger
    Erik Unger says:

    Naja, wenn 90% nicht zahlen ist das kein Problem, solange die Zielgruppe gross genug ist damit sich die 10% auszahlen.

    Umso spezialisierter, umso kleiner kann die Zielgruppe und umso hoeher der Preis sein. Ich kenne einen Arzt der publiziert einen monatlichen PDF Newsletter. Er hat nur 600 Abonenten, aber denen ist der hochspezialisierte Newsletter $2k pro Monat wert (sein monatliches Einkommen auszurechnen lass ich jetzt als Hausaufgabe).

    Antworten
  26. E.R.
    E.R. says:

    Bin von dieser Idee ebenfalls begeistert – wir haben eben noch immer kein „Mittelding“ zwischen Print- und Onlinemedien. In Zeiten des Info-Overkills, in der sich der ambitionierte Blog-Leser auch durch viel Müll wühlen muss, werden dementsprechende Angebote sicher immer interessanter und wichtiger. Bin schon mehr als gespannt, was du daraus machst (und werde als Abonnent sicher sofort mal dabei sein)…

    Antworten
  27. Heinz Grünwald
    Heinz Grünwald says:

    Ich glaube total daran, das neuartige Tabletts (egal welches System) unsere Lesegewohnheiten verändern werden bzw. den Journalismus generell. Noch fehlen neue Technologien bzw. zentrale Bezahlsysteme, aber die werde sich bei bedarf schnell etablieren.

    Es wird eine enorm spannende Zeit für Journalisten. Jeder kann sich sein Modell (Paid oder Free mit Anzeigen) aussuchen, sein Glück versuchen.

    Am Ende sind wir wieder bei der „Marke Ich“ – Aufbau von Fans von Georg Holzer, die dir vertrauen, deine „Zeitung“ abonniert haben, … dann kannst mal ein paar Bonus Features (Gratis Ebook usw.) machen. Später dann regelmäßige Bücher usw…

    Coole Sache, da bist du in AT sicher schon ganz vorne dabei, wenns dann wirklich losgeht! Und vorausgesetzt die Infrastruktur passt, bin ich inzwischen der Meinung das Micopayments funktionieren können (Hallo Rupert) – wenn es so einfach wie bei iTunes ist.

    Dennoch zwischen € 0 und € 0,001 ist für den Konsumenten ein enormer psychologischer Unterschied – bin gespannt….

    Antworten
  28. Joe Hana
    Joe Hana says:

    Grundsätzlich finde ich dieses Projekt sehr interessant – ich persönlich lese zwar meist am PC oder auch am iPhone, aber wie auch schon in einem anderen meiner Kommentare zu deinen Posts erwähnt, würde ich selbst viel lieber so ne richtige E-Newspaper haben – wie in deinem Video oben etwa. Mag sein das die Technologe hierfür schon vorhanden ist, doch hat sie anscheinend noch nicht genug Verbreitung gefunden.

    Was mich jedoch beschäftigt ist deine Ansicht über ‚Anzeigen‘. Ich persönlich gebe dir vollkommen Recht das ein Produkt auch einen Wert hat, aber gerade im Bereich des Journalismus denke ich müssen die Einnahmen anderswo gemacht werden. Schliesslich hat ein jeder Recht auf Nachrichten, oder? Ok, klar – 4€ ist ja nicht viel, aber das ist einfach Prinzipsache. Die journalistische Aufwand der hinter jedem einzelnen Artikel steht ist natürlich enorm, doch mit Werbung lässt sich das ja auch gut bezahlen, und da man ja einen Kanal zur Verfügung hat kann man diesen ja auch ruhig nutzen – es müssen ja keine übertriebenen Werbe-Einblendungen sein die aufpoppen und sich nicht mehr schliessen lassen – einfach statische Anzeigen – so wäre das Projekt zum einen finanziert, zum anderen würde es die Zielgruppe, um wahrscheinlich einen erheblichen Teil erweitern. Meinst du nicht?

    Antworten
  29. Elisabeth Haas
    Elisabeth Haas says:

    Finde ich eine tolle Idee und an das paid content-Modell glaube ich auch. Funktioniert, wenn das Produkt allen anderen überlegen ist und einen Mehrwert hat. Dann wünsche ich dir viel Erfolg. Führe im Jänner 2010 auch ein neues Produkt ein, das ist aber zum Essen: Premiummarke im Lebensmittelhandel. Wollte ich schon immer von A – Z entwickeln. Dann können wir uns ja gegenseitig berichten, wie dein Premiumprodukt läuft und wie meines. Zumindest ist bei mir schon gelernt, dass vor dem Konsum bezahlt werden muss, Elisabeth

    Antworten
  30. Dan
    Dan says:

    Ich finde es löblich, dass Georg plant, keine bezahlte Werbung zu schalten.

    Für Werbung würde sprechen, dass sie Geld einbringt und dadurch zur Weiterentwicklung und zum Ausbau des Formats beiträgt. Bei Lokalzeitungen hilft sie dem Leser, die Zeitung einzuordnen (z.B. lässt eine großflächige Annonce von Raiffeisen auf eine Verbindung mit der ÖVP schließen).

    Gegen Werbung spricht, dass sie die redaktionelle Unabhängigkeit gefährdet und/oder den Leser an der redaktionellen Unabhängigkeit zweifeln lässt. Beispiel: Konsument kommt komplett ohne Werbung aus. Davon abgesehen ärgere ich mich manchmal darüber, dass in manchen internationalen Magazinen die Hälfte Werbung ist–Mogelpackung!

    Antworten
  31. Dolores
    Dolores says:

    Hallo Georg,

    ich bin ja schon eine Weile aus der IT-PR draußen (Gott sei Dank, sonst müsste ich mich in regelmäßigen Abständen von dir ausschimpfen lassen :-)), deswegen verzeih mir meine naiven Fragen:
    – Wie werden diese Tablets handzuhaben sein? Bleibt sozusagen wirklich nur mehr das Display mit Touch-Funktionen übrig?
    – Was machst du, wenn deine Zeitung so gut angenommen wird, dass Unternehmen bei dir inserieren WOLLEN? (also kein Bettelfaktor deinerseits)

    Respekt vor deinem Mut, finde ich toll!

    Liebe Grüße,
    Dolores

    Antworten
  32. Georg Holzer
    Georg Holzer says:

    Dolores, ich weiß es nicht – das Apple Tablett kann auch gar nicht kommen. Wenn, dann gehe ich aber davon aus, dass es nur den einen Button haben wird, den es auch am iPhone gibt. Vielleicht noch Lautstärkeregler …

    Inserate: Das alles ist wirklich schwer. Wenn es so gut angenommen wird, dann hab ich Inserate erst recht nicht notwendig.

    Antworten
  33. Georg Holzer
    Georg Holzer says:

    Gute Frage:
    Einerseits ist vieles öffentlich – etwa wenn Google einen neuen Dienst oder Microsoft ein neues Produkt ankündigt.
    Andererseits gibt es vieles, dass „Common Knowledge“ ist. Sprich: Es gibt kein Copyright auf Fakten. Klar kann man nicht einfach kopieren und man muss immer Quellen offen legen – ein nicht immer breiter Grat.

    Antworten
  34. Dolores
    Dolores says:

    Auf den Hinweis von Markus Pirchner wollte ich hinaus. Ich finde es vom strategischen Standpunkt aus gesehen nicht so gut, sich den Unternehmen vollkommen zu verschließen. An eine Lösung – wer die ads (oder zB Aussendungen) sehen will, kann sie auch sehen – hatte ich dabei auch gedacht. Ich denke mal, gerade WENN dein Produkt gut angenommen wird, kannst du auch ganz entschieden die policy vertreten, dass Anzeigengeld keinen Einfluss auf deine Objektivität hat und bestimmte Trennlinien ziehen.

    Antworten
  35. Peter
    Peter says:

    Super Idee.

    (Sry nicht alle Kommentare gelesen, ob schon wer das geschrieben hat:)
    Wie wärs wenn du nach zb. einem Jahre die Ausgaben immer in eine Creative Commons Lizenz überführst?

    Antworten
  36. Georg
    Georg says:

    @Peter: Wieso erst nach einem Jahr? Auch dieser Blog ist CC. Ich will das alles so offen wie möglich gestalten. Denkbar wäre, dass die Ausgaben auch nach einem Monat gratis online gestellt werden. Ist ja auch Werbung für die neuen Ausgaben. Aber zu 100 Prozent durchdacht ist es noch nicht.

    Antworten
  37. Susanne
    Susanne says:

    Ich finde die Idee sehr gut. Klar, dass der Erfolg von einigen Parametern abhängig ist, die sich aus heutiger Sicht nicht einschätzen lassen (z.b. werden Tablets so angenommen wie E-Book-Reader?) aber welche neue Idee bietet schon Sicherheit in allen Planungsaspekten…

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt und werde – falls mir das Produkt so gut gefällt wie die Idee dazu – ganz sicher eine Abonnentin. Auch wenn ich GReader intensiv nutze und mich durchaus als Geek sehe 😉

    Alle Daumen sind gedrückt,
    LG Susanne

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