Euroweb. Oder: Wie man nicht dümmer reagieren kann

Update (21.1.2011, 19:50): Scheinbar ist die Domain nerdcore.de wieder im Besitz von René Walter. Mehr in einem Interview in der Futurezone.

Nerdcore,  mit  670.000 Unique Clients im November 2010 einer der größten Weblogs Deutschlands, ist offline. Die Domain Nerdcore.de wurde vor im Jänner gepfändet.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit der Firma Euroweb Internet GmbH. Der Blogger René Walter schrieb wörtlich von „Arschgeigen“ über das in Düsseldorfer und Salzburg ansässige Unternehmen. Auf die Abmahnung im letzten Sommer folgte ein Gerichtsurteil. Weil Walter die Strafe nicht rechtzeitig bezahlte, wurde die Domain nun gepfändet. Weitere Hintergründe zur aktuellen Sache gibt es bei netzpolitik.org.

Auch sonst soll sich Walter laut Gerichtsprotokoll wenig positiv über die Firma ausgelassen haben:

Walter ist sicher auch Nachlässigkeit vorzuwerfen. Weil er seine Mutter pflegte, soll er selten zu Hause gewesen sein und scheinbar noch seltener die Post geöffnet zu haben.

Mit der Abmahnung, dem Gerichtsurteil und nun mit der Domain-Pfändung hat sich die Euronet Internet GmbH aber sicher keinen guten Dienst getan. So wird mir berichtet, dass die Firma peinlich genau darauf achtet, was im Netz über sie publiziert wird. Einen der größten Blogs Deutschlands anzugehen, ist so gesehen wohl mehr als dumm.

Warum man überhaupt solch schwere Geschütze aufgefahren hat, wundert mich. Von einer Arschgeige oder mehreren Arschgeigen zu sprechen, ist mit Sicherheit nicht fein.

Die Geschäftspraktiken von Euroweb

Die Firma baut Websites „für den Mittelstand“ und hostet diese auch. Immer wieder kamen aber die – möglicherweise zwielichtigen – Geschäftspraktiken auch in Österreich ins Gespräch. Momentan sind zwei Gerichtsverfahren anhängig und eine einstweilige Verfügung verbietet Euroweb die scheinbar gebräuchliche Methode der Geschäftsanbahnung.

Martin Sablatnig, Jurist bei der Wirtschaftskammer Kärnten erklärt:

Nach unseren Informationen läuft es immer nach dem gleichen Schema ab. Der Unternehmer bekommt einen Anruf. Demnach wolle Euroweb als deutsche Webagentur in Österreich Fuß fassen und sei auf der Suche nach Referenzprojekten.
Der überraschte Unternehmer habe darauf weiter erfahren, dass Euroweb ihm kostenlos eine Website baue.
Bei einem Vertretertermin solle auch gleich der Vertrag unterzeichnet werden.

Sablatnig: „Dass gratis sehr teuer sein kann, wird erst im Nachhinein klar.“ Denn die Website selbst ist zwar gratis, das Hosting dafür koste jedoch „monatlich 150 Euro und mehr“, der Vertrag würde für 48 Monate laufen.

Rechnen wir durch: 150 Euro x 48 Monate = 7200 Euro

Eine einfache Website (WordPress installieren und ein paar Plugins) kostet normalerweise ein paar Hundert Euro, das Hosting kann mit fünf bis sechs Euro im Monat angesetzt werden.

Rechnen wir wieder: max. 800 Euro für Erstellung + 6 x 48 Euro für Hosting = 1088 Euro für vier Jahre

Ergibt eine Ersparnis von über 6000 Euro.

Sablatnigs Ausführungen decken sich mit mehreren Berichten in Deutschland. Hier berichtete etwa der Westdeutsche Rundfunk (WDR):

Alleine bei der Wirtschaftskammer Kärnten habe es laut Sablatnig im Vorjahr 50 konkrete Beschwerden zu Euroweb gegeben. „Fairerweise muss man sagen, dass es wohl auch zufrieden Kunden geben dürfte“, erklärt Sablatnig. Die Dunkelziffer derer, die stillschweigend das teure Angebot bezahlen, dürfte sicher hoch sein. Sablatnig hat dafür auch eine Erklärung: „Viele Unternehmer wissen gar nicht, was eine Website kostet. Sie wissen nur, dass sie im Internet etwas tun müssen. Und wenn da ein Anruf kommt und eine schnelle Lösung präsentiert, wird der eine oder andere schnell unterschreiben.“

Bei Interventionen der Wirtschaftskammer sei Euroweb häufig kulant gewesen und hätte die Unternehmer aus dem Vertrag entlassen. Vermutlich auch, um juristische Schritte zu vermeiden.

Zwei anhängige Verfahren in Österreich

„In Österreich gibt es ein Verbot der telefonische Kontaktaufnahme bei Unternehmern, weil man hier allzu schnell überrumpelt wird“, erklärt Hannes Seidelberger vom Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb. Auch bei ihm hätten sich bereits rund 50 Geschädigte gemeldet. Die Praktiken von Euroweb sieht Seidelberger kritisch: „Seriöse Firmen schicken Angebote per Post und geben Zeit, alle Bedingungen durchzulesen.“ Bei Euroweb wäre das nicht der Fall gewesen, Unternehmer wären häufig zu einer schnellen Unterschrift gedrängt worden.

Der Schutzverband hat 2009 ein Verfahren gegen Euroweb angestrengt, das Hauptverfahren wird derzeit am Landesgericht Salzburg verhandelt. „Darin geht es um die Geschäftspraktiken von Euroweb“, erklärt Seidelberger. Im Herbst 2009 wurde eine einstweilige Verfügung gegen Euroweb erwirkt. Darin heißt es, dass das Unternehmen von unerbetenen telefonischen Kontaktaufnahmen ebenso Abstand nehmen solle wie von günstig erscheinenden Angeboten und dem aggressiven Drängen auf Unterschriften.

Das war im Herbst 2009. In der Wirtschaftskammer weiß man aber von Fällen, wo Euroweb im ersten Halbjahr 2010 in Kärnten noch so geworben habe. Zu dieser Zeit sollte ihr dies durch die einstweilige Verfügung allerdings bereits streng untersagt gewesen sein.

Das zweite Verfahren läuft derzeit am Bezirksgericht Salzburg. Euroweb will dort eine Aufhebung dieser einstweiligen Verfügung der verhängten Beugestrafe erreichen.

Gute Ratschläge an Unternehmer

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Finger weg von Euroweb! Es gibt eine ganze Menge heimischer Web-Agenturen, die das mindestens auch können und noch dazu viel günstiger sind.

Fix sind jedoch zwei Punkte, die sowohl Sablatnig als auch Seidelberger hinweisen:

  • Keine Telefongeschäfte machen und sich nie zu einer Unterschrift drängen lassen.
  • Immer alle Vertragsdetails genau anschauen und sich über Preise für Websites informieren.

Wie geht es weiter?

Die Domain nerdcore.de wird wohl bei Ebay landen, ihr Wert wäre laut Schätzungen – basierend auf der Versteigerung von Basicthinking von Robert Basic – mit rund 70.000 Euro anzunehmen. Ob der für Euroweb erreichbar ist, darf mehr als bezweifelt werden.

Den Versteigerungserlös will Euroweb spenden – jeweils zu 50 Prozent an die deutsche Wikimedia und den Verein Freischreiber. Blöd nur, dass beide Organisationen dieses Geld nicht annehmen wollen.

In Summe ist das ein gewaltiges PRDisaster für Euroweb, dessen Ergebnisse sich wohl noch sehr lange bei Google & Co. finden werden. Spötter möchten meinen: Ist der Ruf einmal ruiniert, pfändet sich’s ganz ungeniert. Schade, wie hier gehandelt wird.

Stellungnahme von Euroweb

Auf die warte ich noch … Hier meine Fragen, die ich an André Nagel, Pressesprecher der Euroweb Group, übermittelt habe. Telefonisch war er leider mehrfach nicht erreichbar. Sobald ich Antworten bekomme, werden sie hier angehängt.

  • Wie hoch war die Strafe für Herrn Walter? Wann kam die letzte Ratenzahlung bei Ihnen an?
  • Kam es in der Vergangenheit zu telefonischen Kontaktaufnahmen in Österreich, obwohl das verboten ist?
  • Wurden Unternehmer zur Unterschrift gedrängt, wie einige das meinen?
  • Wenn Wikimedia oder Freischreiber das Geld nicht wollen … wer bekommt’s?

Update: Eine Stellungnahme von Euroweb wird kommen. Geschäftsführer Christoph Preuß soll sich demnächst bei mir melden.

25 Antworten
  1. Julian
    Julian says:

    Noch ein Denkfehler von Euroweb: Das Geld, das bei der Versteigerung der Domain hereinkommt, muss zunächst einmal die Gerichtskosten decken. Den Rest bekommt René Walter selbst, denn das Pfand (in diesem Fall die Domain) darf ja in ausgelöstem Zustand nicht mehr Wert sein als Schuld, die zu begleichen war…
    Quelle: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/01/18/der-glaubiger-darf-er-muss-aber-nicht/
    Aber es gibt auch eine Gegenmeinung, habe ich gerade gesehen: http://www.internet-law.de/2011/01/nerdcore-euroweb-und-der-shitstorm.html

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  2. Jürgen Braatz
    Jürgen Braatz says:

    Zitat: „Von einer Arschgeige oder mehreren Arschgeigen zu sprechen, ist mit Sicherheit nicht fein, aber sicher durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt.“

    Zum Glück ist das nicht so. Es ist durch kein Recht gedeckt, jemand persönlich bzw. eine Firma öffentlich zu beleidigen.
    In diesem konkreten Fall gab es gar keine Diskussion, weil beide die gleiche Dienstleistung im Markt anbieten, sich also ein Unternehmer über einen Wettbewerber abfällig bzw. beileidigend geäußert hat. Und das ist nach UWG verboten – unlauterer Wettbewerb.

    Viele Fragen, die sie aufwerfen, sind schon gestern nachmittag und abends iin verschiedenen bekannten deutschen Blogs beantwortet worden. Recherche hilft.

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  3. Christoph
    Christoph says:

    In meinen Augen sind nicht unbedingt die überzogenen Preise das größte Problem beim Euroweb. Schaut mal in den Escher-Beitrag vom MDR (Nicht mehr auf der Homepage des MDR zu finden, daher ein Link zu http://rutube.ru/tracks/3766801.html) Dort wird behauptet (finde die Passagen bei Euroweb nicht, vielleicht steht das auch nur im endgültigen Vertrafgswerk), dass die von Euroweb erstellte Webseite und die Domain nach Vertragsende *NICHT* in das Eigentum des Kunden übergehen. Als Euroweb-Kunde ist man also selbst nach Vertragsende noch der Dumme. Viel zu viel bezahlt und am Ende sind neben dem ganzen Geld auch noch Domain und Page weg.

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  4. Schon klar
    Schon klar says:

    „Weil er seine Mutter pflegte, soll er selten zu Hause gewesen sein und scheinbar noch seltener die Post geöffnet zu haben.“

    Mir kommen die Tränen, v.a. weil er ja die ganze Zeit mehrmals täglich gebloggt hat. Sicher aus dem Internetcafe neben dem Haus seiner Mutter.

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  5. Gobold
    Gobold says:

    Ich finde ja auch, dass Euroweb hier einen Schritt zu weit gegangen ist und würde mich nicht wundern, wenn sie von diesem Verfahren mehr Schaden als Nutzen davontragen, aber eine Sache, die in diesem Artikel hier steht, muss ich trotzdem für die andere Seite kommentieren:

    „Von einer Arschgeige oder mehreren Arschgeigen zu sprechen, ist mit Sicherheit nicht fein, aber sicher durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt.“ Nein, ist es nicht. Es ist vom Strafgesetzbuch im Bereich „Beleidigung“ gedeckt, befindet sich also jenseits dessen, was man als freie Meinung äußern darf, weil es eine Beleidigung anderer darstellt und somit in deren Freiheiten eingreift. Und die eigene Freiheit endet dort, wo die anderer anfängt.

    So richtig kommt mir die Galle aber erst hoch, wenn ich hier sehe, dass ein Gericht, welches so was nunmal zu entscheiden hat, RECHT SPRICHT und dann jemand in einem Blog sinngemäß zum Ausdruck bringt, dass das doch so nicht rechtens sein kann. In solchen Momenten bin ich froh, dass wir die Rechtssprechung den Gerichten überlassen, nicht den Bloggern.

    Ich halte es auch für besser erstmal mit den Leuten zu reden, statt gleich Anzeige zu erstatten und vor allem halte ich es immer für problematich, wenn ein (mehr oder minder) großes Unternehmen mit eigener Rechtsabteilung mit rechtlichen Schritten auf eine Privatperson losgeht, aber hier ist ein erheblicher Anteil des Schadens auch ganz einfach deshalb entstanden, weil René Walter falsch bzw. gar nicht reagiert hat. Und wenn man dem Feind das Feld überlässt, darf man sich nicht wundern, wenn man nachher verloren hat.

    Dieser Blogeintrag schlägt dann in die gleiche Kerbe, denn wir ignorieren mal, was das Gericht sagt und finden das trotzdem irgendwie scheiße. Super.

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  6. Nerddeutschland
    Nerddeutschland says:

    Ich halte es da eher wie von Olaf Kohlbrück beschrieben:
    http://off-the-record.de/2011/01/19/shitstorms-und-die-selbstgerechtigkeit-des-mob/

    Zwischen dem Eigentor von Euroweb (wenn es denn nachträglich tatsächlich eines sein sollte) und dem Verhaltens von Hr.Walter lohnt es sich wohl durchaus zu differenzieren.

    Eine Opferrolle des Betreffenden aber hier quasi „herbeischreiben“ zu wollen, indem Sie einerseits einstreuen, dass der Herr in dieser Zeit eine Art Rotkäppchen gewesen wäre (bis zu einer Pfändung vergehen Monate, in denen man es nicht schafft seine Post zu öffnen, weil man IMMER jemanden pflegen musste?), und dem folgenden, detaillierten Hervorheben der Verfehlungen der Firma Euroweb, ist meines Erachtens nach verlogen.

    Bereits jeder Auszubildende – in welchem kaufmännischen oder gewerblichen Beruf auch immer – weiß nach 4 Wochen Schule, dass Beschlüsse dieser Art automatisch rechtskräftig werden, sofern man nicht fristgemäß dagegen Einspruch erhebt. Ein Blogger der monatlich „670.000 unique clients“ hat, ist gewerblich tätig, hat so etwas zu wissen, und, wenn er selbst keine Zeit wegen andauernder Pflegetätigkeit hat, jemanden damit zu beauftragen in seinem Sinne tätig zu werden.Punkt.

    Sie wissen das, ich weiß das, JEDER weiß das! Warum also in vielen Blogs diese verquerten Rechtfertigungsversuche?

    Ihnen und Ihren „Mitstreitern“ geht es doch garnicht um Hr. Walter, um Nerdcore, um den Sachverhalt als solchen:

    IHNEN GEHT ES EINZIG UND ALLEIN DARUM EINE WELLE ZU ERZEUGEN, NUR UM DER WELLE WILLEN!

    Jeder nimmt sich für sich das passende Surfbrett und am Abend trifft man sich gemeinsam am Strand zur Aftershow-Party, klopft sich gegenseitig auf die Schulter, fühlt sich gemeinsam gut, in dem Gefühl es einem „Bösen“ mal richtig gezeigt zu haben:
    Herr Seeman reitet gemütlich auf seiner Welle der Informationsfreiheit, sie schiessen in die Brandung auf der Jagd nach der Monsterwelle (aka Shitstorm, der Euroweb dank ihrer gemeinsamen „Google-Power“ für „immer und alle Zeiten“ das Genick brechen soll), und am Ende wildern sie noch ein bisschen bei den „Kollegen“ rum, die sich ganz todesmutig für das Riff entschieden haben und auf den gefährlichen Opferwellen reiten…

    Walter? Euroweb? Nerdcore? Ist ihnen doch eigentlich scheissegal. Ist aussauschbar, könnte auch jeder andere Sachverhalt sein. Es geht um Macht! Sie wollen beweisen, dass sie durch Bloggen etwas „bewegen“ können, dass das „wichtig“ ist, und dafür ist Ihnen jede hahnebüchene Argumentation recht. David gegen Goliath, Freiheit für die Information, Gut gegen Böse. Das ganz große Spiel! Anders sind ihre billigen Argumentationsversuche doch nicht zu rechtfertigen.

    Das Traurige an der Sache ist: man kann es Ihnen nichteinmal übel nehmen. Sie lügen ja nicht bewusst, sondern sie glauben ja offensichtlich allesamt wirklich das Richtige zu tun, in dem Moment in dem sie ihre Stories runterschreiben. Der Wunsch nach der Bedeutsamkeit des eigenen Tuns löscht offensichtlich jede kritische Distanz aus.

    Was wird passieren? Wer wird welchen Nutzen haben? Niemand! Hr. Walter ist durch den Sachverhalt wirtschaftlich geschädigt und erleidet durch das Breitlatschen der Story zusätzlich einen Reputationsverlust als zukünftiger Geschäftspartner. Dem haben sie nicht geholfen, sondern einen Bärendienst erwiesen! Die Blogosphäre in Deutschland? Hat nichts erreicht. Wird -durch überzogene Stories wie ihre- auch weiterhin einen schlechten Ruf haben und unter dem Radar der Öffentlichkeit laufen. Wer so chaotisch fährt, zu dem will doch niemand in den Bus steigen…

    Und Euroweb? Die werden kurzfristige Einbußen zu vermelden haben, ihre google- Reputation tracken, und, falls sich tatsächlich bleibende Schäden abzeichnen: in den sauren Apfel beißen und einfach umfirmieren. Dann gehts unter einem anderen Namen weiter, und die Story versandet im Web, wie jeder andere Shitstorm vor ihm.

    Bedeutung? Nachhaltigkeit?

    Willkommen in der Wirklichkeit.

    Antworten
  7. herrMartin
    herrMartin says:

    Also mal davon abgesehen, das Euroweb zum Kotzen gehandelt hat, aber mir schauert es grad oft wenn ich höre Webseiten für paar hundert Euro… Also davon kann vielleicht ein Student leben der nebenbei mal eine Seite frickelt, aber als Agentur arbeitet man dann zu Stundensätzen wo man besser beim Aldi an der Kasse sitzen sollte. 7k Euro wären für eine gute gestaltete Internet Seite mit CMS nicht wirklich so unglaublich viel. Wenn man zu großen, bekannten Agenturen geht bekommt man für 7K mit Glück eine Webvisitenkarte.

    Antworten
  8. Georg Holzer
    Georg Holzer says:

    herrMartin: Agree. Mir wurde in der Wirtschaftskammer gesagt, dass man (heimische) Web-Agenturen das von Euroweb Gebotene vergleichen lies. Da waren tatsächlich oft wirklich nur ein paar Hundert Euro fällig.

    Antworten
  9. Jürgen Braatz
    Jürgen Braatz says:

    @Moritz: Ausbeuter bezeichne ich als Ausbeuter wenn ich mit Freunden spreche, denen ich vertrauen darf und sonst keiner zuhören kann. Schon ein Gespräch in der Kneipe kann zu einer Klage führen.

    In Deutschland ist in den Medien vor einem unanfechtbaren Urteil nur noch von „mutmaßlichen Tätern“ die Rede. Der Schutz der Menschenwürde des Verdächtigen ist der Grund dafür. Das ist zwar lästig, wenn man das schreiben muss, tut in den Ohren weh, wenn man es hört, ist aber eine gute Entwicklung.

    Ich habe einige Seminare über Presserecht organisiert und keine einige gute Fachanwälte persönlich.

    Wenn man über Wettbewerber öffentlich redet oder schreibt, wird es ganz heikel. Dann wird nicht das Pressserecht angewendet (das auch nicht mehr die große Freiheit ist) sondern das UWG. Es ist vorgekommen, dass Unternehmen verboten wurde, die Wahrheit über Wettbewerber zu sagen. Das kann ich nicht begründen, aber man hält sich besser daran. UWG-Prozesse sind teuer.

    Antworten
  10. Jürgen Braatz
    Jürgen Braatz says:

    Die Frage ist, ob die Welle im Internet bestehende und zukünftige Kunden von Euroweb überhaupt erreicht. Wenn die Aktion überlegt war, könnte das so kalkuliert worden sein. Der Szene hat man nun die Zähne gezeigt (Sorry, ich konnte nicht anders.)

    Antworten
  11. Stephan Dapoz
    Stephan Dapoz says:

    Also ich bin schon mehrmals von Euroweb kontaktiert worden. Heute wieder einmal!!

    Mit scharfen Klagen gegen Kritiker dieser äußerst fragwürdigen Geschäftsanbahnung inkl. dessen Inhalt vorzugehen, scheint ein mehr oder weniger erfolgreicher Weg von Euroweb zu sein.

    Ein Verkaufsgespräch mit einem Euroweb-Mitarbeiter habe ich ebenfalls schon hinter mir. Hinter diesem Gesprächsablauf steht ein ganz klares Konzept. Viele Leistungen werden vorerst mit sehr hohen Summen deklariert, um diese dann, da man ja Referenzkunde ist, kostenlos zu erhalten. Übrig bleibt im Verhältnis dann ein „sehr kleiner“ Betrag von € 150. Die Laufzeit von 48 Monate wurde bereits weiter oben erwähnt und bei den €150 nicht mehr zusätzlich explizit angeführt.

    Verwunderlich für mich ist auch, dass der Umfang einer etwaigen Homepage absolut keine Rolle spielt!

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  12. Iman Idenkmir
    Iman Idenkmir says:

    Als mittelständiger Unternehmer, bin ich heute auch über Euroweb beinahe gestolpert.
    Zwei relativ souverän auftretende Herren haben mir in aller Detailverliebtheit die Vorzüge von Euroweb nahezu eine Stunde lang präsentiert.
    Als ich mir dann den von ihnen schon mitgebrachten Vertrag in aller Ruhe durchlesen wollte – vor allem das Kleingedruckte, da mich mein Bauchgefühl etwas skeptisch machte – wurde ich durch sehr nette Zwischenfragen zu meinem beruflichen Werdegang, oder die Struktur meiner Firma immer wieder an einem konzentrierten Durchlesen gehindert.
    Auf die Frage ob ich den Vertrag noch mit einem Mitarbeiter besprechen, und danach erst am nächsten Tag retournieren könnte, änderte sich der Gesprächstenor rasch.
    Ich müsse entweder sofort unterschreiben oder die „Partnerschaft“ würde nicht Zustande kommen. In gewisser weise in die Enge gedrängt erlaubte ich mir zu sagen, dass ich solche Entscheidungen generell nicht unter Druck, welcher Art auch immer, treffen würde. Worauf sich der Rädelsführer sehr wunderte, da doch von ihnen kein Druck ausgeübt worden wäre.
    Ich persönlich sehe das jedoch etwas anders und beendete das weitere Gespräch rasch.

    Ich kann nur jedem der vor hat mit Euroweb einen „Partnervertrag“ einzugehen dazu raten sich auf die durchaus gute NLP Schulung der Herren einzustellen. Ausserdem bin ich der Meinung das Verträge generell nicht unter Druck und nach einem einstündigen „Keilergespräch“ abgeschlossen werden sollten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten
  13. whatever
    whatever says:

    Naja also Eurowebs masche ist natürlich mehr als fragwürdig, allerdings sollte der Artikel auch realitisch bleiben und nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Ich kenne kein Produkt von Euroweb und weis natürlich nicht wie diese qualitätsmäßig anzusiedeln sind aber WordPress als unternehmens CMS zu missbrauchen ist nicht unbedingt das professionellste.

    Auch wenn eine wirklich prof. Umsetzung kostet doch schon mehr als 800.
    Die sog. Webdesigner die Prog. und Design machen fallen für mich nicht in die Agenturenkategorie – entweder es ist einer Designer oder Prog. beides auf hohem Nivau ist mir noch nicht untergekommen.

    Agenturen bieten natürlich beides, Designer entweder intern oder auch von extern – trozdem allein die erstellung einer CI (was die meisten neu Kunden brauchen) und Screendesign ist je nach aufwand ab 1-2k€ einzuschätzen (kann natürklich mehr werden wenn dann noch print und newsletter design etc hinzukommen) Seiten selbst je nach funktionalität natürlich aber gute Leute kosten geld und unter 1500-1800 euro wird sich da auch nicht viel abspielen.

    natürlich gibts auch billigst anbieter – aber das wort agentur ist gefallen – also soll das mal aufgeklärt werden.

    gesamtkosten für einen mittelständischen auftritt ab 2500€ aufwärts –
    hostingkosten 5€ ? wo?
    sicher gibts billig hoster – ein unternemens service mit entsprechender verfügbarkeit, sicherheit und support (24/7) im prof rahmen ist aber kaum unter 20-50€ im monat zu kriegen.

    der unterschied liegt im massenhosting das aber für eine firma genau nicht das richtige ist. und keiner für 5€ im monat auch noch support bieten – nicht von qualifizierten personal

    freilich spreche ich hier von einem level das vermutlich von euroweb auch nicht geboten wird.

    trozdem je nach level liegen die preise doch woanders als hier dargestellt wird

    soll in keiner weise EW empfehlen oder sie verteidigen – zum prof. hosting bzw web programmierung gehört auch die beratung, kosteneinschätzung, kosten nutzen einschätzung etc und keinesfalls ein drängen zur unterschrift.

    beispielsweise machen wir gar keine verträge bei der erstberatung – kunden sollen erstmal ein paar tage zeit haben um vernüftige entscheidungen zu treffen denn das thema ist komplex und umfangreich und ist auch fpr den dienstleister mühsam wenn der kunde sich 4 mal umentscheiden muss

    trotzdem hoher preis heist nicht gleich unseriös – meist im gegenteil – leute die um 800 euro seiten anbieten sind mir suspekt – entweder es werden templates von der stange hergenommen oder es kann sich einfach nicht rentieren.

    selbst ein einzelunternehmen mit heimbüro muss erstmal betriebskosten, steuern, steuerberater, lebenshaltungskosten, weiterbildungskosten und equipment bezahlen und gute arbeit braucht zeit – stundensatz unter 80-100 euro sind schwer machbar bei den abgaben die man hat – undkeiner macht eine wirklich gute seite in 8 stunden selbst wenn diverser code etc schon vorhanden ist…

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