Digirati ist gestartet

10. Mrz. 2010

Wer meine Technik-Inhalte abseits der Kleinen Zeitung oder Tiroler Tageszeitung lesen will, ist dazu herzlich eingeladen. Weiter gratis und hoffentlich auch gut – aber eben nicht mehr auf diesem Blog, sondern bei digirati.eu. Digirati ist gerade erst gestartet – aber es gibt doch schon einiges.

digirati-Logo

Was bringt dir digirati?

  • Das Morning Briefing informiert täglich um 08:00 Uhr über die Top 3-Stories aus der Tech-Welt, über die man redet. Plus: Link des Tages, Zahl des Tages etc.
  • In der Rubrik BigIdeas verschenke ich Geschäftmodelle. Wirklich!
  • Interviews, Analysen, Screencasts und noch viel mehr werden noch kommen.
  • Ein Podcast ist auch vorgesehen … die Pressestunde mit Gerald Reischl & Co. wird unter digirati schon bald wieder auferstehen.

Schon jetzt gibt’s zumindest einen Artikel am Tag, das soll sich bald schon auf drei bis vier Posts erhöhen. An der Site wird noch heftig gearbeitet, aber eine Richtung ist hoffentlich schon erkennbar!

In den ersten beiden Monaten verschenke ich Werbefläche. Start-ups und NonProfit-Initiativen aus der Technik-Welt können sich drum bewerben. Im April geht es damit los.

Schon jetzt kannst du dir die Feeds von dirigati abonnieren: feeds.feedburner.com/digiratieu

Ich freu mich auf dich und ich strenge mich an, dass es dir gefällt. Wünsche, Anregungen und Feedback an email@digirati.eu

Cu @ digirati.eu!

Ordnung für mein Web-Chaos

22. Feb. 2010

Wordpress-LogoIch habe eine ganze Menge von Domains und noch mehr Blogs installiert. Mehr, als ich jemals Zeit dafür hätte. Es wird Zeit, Ordnung ins Chaos zu bringen. Und so schaut das aus:

Alleine das nun nicht mehr nötige Updaten der vielen Blogs wird eine Menge Zeit sparen. Und überhaupt: Weniger ist mehr!

  • www.georgholzer.at
    Meine Website werde ich zum Hub mit Verweisen auf alle meine Web-Aktivitäten ausbauen. Der Blog, dieser Blog, wird zunehmend nur noch private Meinungen und Ereignisse enthalten.
  • www.digirati.eu
    Hier dreht sich bald alles um die Welt der Technik. Eigentlich sollte hier schon seit 4. Jänner eine Online-Tageszeitung exisiteren – bei Technik und Abrechnungsmöglichkeiten ist die Zeit aber schlicht noch nicht reif.
    Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, wird alles total offen sein. Ihr könnt euch bald auf ein kleines (wenngleich auch kommerzielles) Technik-Magazin im Web freuen.
  • www.pressestunde.net
    Wird eingestellt, der Pressestunde-Podcast (auch mit Gerald Reisch & Friends) wird überarbeitet ins Angebot von digirati übernommen.
  • www.bigideas.at
    Wird eingestellt. Bei meinem anderen Podcast bin ich über zwei Episoden nicht hinweg gekommen. Die Domain leitet auf die Startseite dieses Blogs um.
  • www.k2020.at
    Alles bleibt beim Alten, hier dreht sich alles um OpenGovernment und Kärntens Politik. Allerdings werde ich in den nächsten Monaten etwas weniger Zeit dafür haben. Bitte hierfür um Verständnis.
  • www.siliconalps.net
    Wird eingestellt. Als Ankündigungsseite für WebMontage & Co. wird mein Blog dienen – werde dazu eine eigene Kategorie auf meinem Blog eröffnen, Domain wird darauf umgeleitet.
  • www.siliconalps.tv
    Wird eingestellt. Intesse war von Anfang an ebenso klein wie die Zielgruppe. Werde die Videos auf neinen Blog geben, Domain wird später auf die entsprechende Kategorie hier verlinkt.
  • www.woche-der-begegnung.at
    Irgendwann in nächster Zeit wird es ein Meeting geben. Wenn es Interesse von anderen daran gibt, bleibt die Sache mit mehreren Autoren erhalten – ansonsten: Kill-Switch.
  • www.youngbruno.com
    Wird eingestellt. Eine lustige Idee: Wir wollten fotografisch die Lebensstationen des jungen Brüno in Klagenfurt nachzeichnen. Die Fotos dafür hätten wir schon geschossen – allerdings fehlte die Zeit …

Videos vom MWC

22. Feb. 2010

Letzte Woche habe ich am Mobile World Congress eine ganze Menge Videos gemacht – Zeit, dass die endlich auch am Blog verlinkt sind. Ein bis zwei liegen noch auf der Platte und folgen.

Emporia
Ja, Österreich hat einen Handyhersteller: Emporia. Die Linzer Firma ist Spezialist für Seniorenhandys. Zum MWC hat sie zwei neue Modelle herausgebracht.
Albrecht Fellner, CEO von Empora zeigt sie uns.

Garmin Asus
Viele Handys haben mittlerweile auch ein GPS-Modul für die Navigation. Garmin dreht gemeinsam mit Asus den Spieß um und verpasst Navis die Telefon-Funktion.

Golla Bags
Auch Geeks brauchen Taschen und wer schon Shiny-Gadgets hat, sollte sie auch entsprechend verpacken und mit sich rum tragen.

Powermat
Laden ohne Stromkabel – auf der CES 2009 erstmals vorgeführt. Seit heuer gibt es neue Modelle. Und ab Sommer gibt es das für Kabelsalat-Verweigerer auch in Österreich!

Adobe
Alle Welt fragt sich, wann Flash aufs iPhone kommt. Nachdem auch Microsoft-Chef Steve Ballmer “keine Absicht” hat, Flash auf die neuen Windows Phones zu bringen, stellt sich eine Frage: Kann Flash überleben? Neben den Herstellern, hat Adobe auch mit Internet-Aktivisten zu kämpfen, die offene Standards wie HTML5 einmahnen. Bei Adobe ist man dennoch optimistisch.

Samsung Wave
Das jüngste Flaggschiff der Koreaner hat neben jeder Menge innerer Werte einen Wahnsinns-Screen. Kleiner Hinweis: Der aktuelle Touchscreen fürs iPhone kommt auch von Samsung. Man darf sich also einiges erwarten.
Leider hatte ich bei dem Video übrigens die Funktionsweise der Cam noch nicht 100% geschnallt. Ein paar Dinge sind unscharft … Ich hoffe, die werten Leser verzeihen mir das :-)

Georg am e_day 2010

22. Feb. 2010

e_day-LogoAm vergangenen Samstag durfte ich im Rahmen des e_day 2010 an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zwei Sessions halten.

Hier die beiden Prezis und die wichtigsten Links zu den Diensten/Sites:

Workshop Cloud Computing

Links:

“Das Web 2010″ im Rahmen der Keynote

Links:

Wollen Sie mich zu einem Vortrag einladen oder brauchen Sie Beratung im Bereich Technik, Web und Social Media? Auf dieser Website finden Sie meine Kontaktdetails. Ich freue mich drauf!

Windows Phone 7: Das könnte klappen

15. Feb. 2010

Jahrelang war Windows Mobile mein Smartphone-Betriebssystem – bis zum iPhone. Der Klassenunterschied zwischen Apple und Microsoft war brutal. Bis heute – zumindest wenn die Praxis so gut wird, wie die Theorie es erahnen lässt.

Eben wurde Windows Phone 7 (“Windows Mobile” darf man nicht mehr sagen) vorgestellt. War Microsofts Pressekonferenz (Vorstellung Windows Mobile 6.5) ein purer Witz, so könnte Windows Phone 7 wirklich ein großer Wurf werden. Wenn … ja wenn da nicht einige Fragen offen bleiben.

Zweifelsohne hat sich enorm viel getan, das System soll von Grund auf neu geschrieben worden sein.

Bei Microsoft war man – wie ich hörte – sichtbar stolz auf die vielen (gut durchaus aussehenden) Animationen. Schaut toll aus und könnte ein wirklich gutes mobiles OS werden.

Aber vieles ist noch offen:

  • Anwendungsintegration: Man darf gespannt sein auf Anwendungen, die die “Hub”-Metapher einsetzen und wie gut sich die in das Gesamtbild integrieren. Nichts wäre schlimmer als Windows Phone-Apps, die aussehen wie aktuelle Windows Mobile-Apps.

  • Developer, Developer, Developer: Es kommt auf die Anwendungen an. Eine Plattform steht heute längst nicht mehr ausschließlich für sich alleine da.
  • Windows-Look: Wer auf das sieht, denkt kaum an Windows. Und das ist gut so. Wer braucht schon Start-Buttons? Wer will schon ständig an den Office-PC erinnert werden?
  • Integration: Sehr gut gefällt mir die Idee, Statusupdates aus diversen Social Networks (Facebook wurde gezeigt) ins Adressbuch (People Hub) zu integrieren. Leider wird die Tiefe der Integration nicht allzu hoch sein können, da sich APIs ab und zu auch ändern können und damit Updates nötig werden.
  • Die Bindung an OEMs und Netzbetreiber ist immer ein Pferdefuß. Damit ein mobiles Betriebssystem erfolgreich sein kann, braucht es meiner Meinung nach viele Updates. Und Microsoft ist da nicht nur auf die Hersteller der Endgeräte sondern auch auf die Netzbetreiber abhängig. Ein doppelter Pferdefuß.
  • Lizenzgebühren: Es gibt Konkurrenten, die kostenlos sind.
  • Verfügbarkeit: Erst Ende 2010. Und wer weiß, ob die OEMs es wirklich schaffen (wollen).
  • Kein Flash ist kein großes Problem. Das ist nur ein weiterer Todesstoß für Flash auf mobilen Endgeräten (und im Web).
  • Multitasking, Copy & Paste: Auf Techcrunch wird das Fehlen von beklagt. Über Multitasking lese ich auch mehrere Versionen. Bis morgen sollten sich hier die Nebel lichten.
  • Keine eigene Hardware: “Microsoft entwickelt Software und baut keine Hardware”, hört man immer, wenn es darum geht, wann Microsoft ein eigenes Handy bringt. Schade. Eine Referenzplattform á la Nexus One würde dem Betriebssystem gut tun.
  • Vorgaben an OEMs: Angeblich sind die Mindestvoraussetzung an die Hardware recht hoch, was zu keinen untermotorisierten Geräten führt, die dem Ruf schlecht tun. Auch soll es OEMs verboten sein, eigene Benutzeroberflächen wie HTCs SenseUI zu intergrieren. Gut so.
  • Maps: Ich habe nichts von Maps gesehen. Bin mir aber sicher, dass Bing Maps integriert sind. Zur Erinnerung: Windows Mobile 6.5 kommt ab Werk ohne Mapping- oder GPS-Anwendung.

Schaut doch als Consumer-Handy nett aus, oder?

MWC 2010: Bei Infineon zu Gast

15. Feb. 2010

Bevor die Pressekonferenzen der Handyhersteller fertig sind, gibt’s am Mobile World Congress noch nicht viel zu sehen. Daher schaut man gerne bei den “kleinen Stars” vorbei. Zum Beispiel bei Infineon.

Der Chiphersteller baut einige Halbleiter für Handyhersteller. Auch wenn man das nicht bestätigt, sind auch einige Infineon-Chips im iPhone, die aus Villach kommen. Etwa der Power-Controller, der für das Strommanagement sorgt.

Gesprochen habe ich bei Infineon mit Dnal O Donnabhain. Er zeigte mir die Palette an kompletten Handyplattformen. Damit könnte man selbst Handys bauen. Fehlt nur noch ein Akku, ein Display, ein wenig Software und Plastik drum herum :-)

Enjoy!

YouTube Preview Image

Und es kommt noch mehr …

Nie wieder mit Bindung

09. Feb. 2010

(c) iStockPhoto, TommLVorsicht: Mit Objektivität hat das Folgende wenig zu tun, aber es muss einmal sein. Der Frust ist mittlerweile zu groß.

Wer mit seinem Mobilfunknetz zufrieden ist, profitiert zweifellos von der Stützung von Hardware. Schließlich zahlt man mit oder ohne Subvention gleich viel an monatlicher Grundgebühr das angepriesene Service.

Ist man unzufrieden – etwa weil das Netz des  Anbieters löchrig oder überlastet ist -, hat man Pech. Man zahlt und kann für eine vereinbarte nicht wechseln. NIE wieder will ich mich an einen Anbieter ketten. Ich bin seit 19 Monaten bei T-Mobile und habe seit Monaten nur ein zuverlässiges Netz: mein Wireless Lan.

Bei T-Mobile ist seit vergangenem Sommer (nicht nur in Klagenfurt wie man hört) der Wurm im Netz:

  • 3G-Datenverkehr ist – so überhaupt nutzbar – langsam und hat spürbare Latenzen. Meistens geht’s aber ohnehin nicht.
  • Manchmal streikt sogar Edge und wenn einmal etwas problemlos funktioniert, reißt die Verbindung nach 10 bis 20 Minuten regelmäßig ab. Das betrifft mobiles Internet mit Huawei-Sticks, iPhones und allen anderen denkbaren Endgeräten (getestet mit Nokia, Motorola, HTC).
  • Gespräche im 3G-Netz reißen prinzipiell nach etwa 10 Sekunden ab und erfordern einen erneuten Anruf.
  • Unter Tags ist das Netz allzu oft überlastet, was zu unerwarteten Kurznachrichten (Ein Anruf in Abwesenheit) führt.

Kurzum: Die Lage ist unerträglich. Bei der Hotline leugnet man die Probleme nicht einmal. “Uns ist bewusst, dass es die Probleme schon seit einiger Zeit gibt”, wurde mir Ende Dezember gesagt.

Wie kommt es zu solchen Problemen: Es wird viel zu wenig ins Netz investiert und dessen Betrieb teilweise zu viel zu billigen Service-Levels ausgelagert.

Seit Monaten will ich vorzeitig (19 von 24 Monaten sind “abgediehnt) aus meinem Vertrag entlassen werden. Im Gegensatz zum Anbieter habe ich meine Leistungen (Zahlung der monatlichen Gebühren) erfüllt. Bei der Gegenseite blieb das (mir bestimmte Dienste in angepriesener Qualität zu bieten) schlichtweg nicht erfüllt.

Die Argumente von T-Mobile sind haarsträubend. Einmal wurde mir an der Hotline gar gesagt, dass Apple das verbieten würde. Einen Satz später bot man mir dennoch an, gegen Bezahlung der übrigen Monatsgebühren wechseln zu können.

T-Mobile ist kein Diskonter, bei dem man das alles durchgehen lassen könnte. T-Mobile macht zudem auch keine Werbung damit, dass “hin und wieder alles funktioniert”. Die Mobilfunkbranche scheint mir die einzige zu sein, bei denen der Anbieter in den AGBs festlegen darf, seine Leistung nicht zu 100 Prozent erfüllen zu müssen. Aus Konsumentensicht ein Witz.

Es war mir eine Lehre – am 11. Juli kann ich ohne Zusatzkosten kündigen. NIE WIEDER werde ich mich mit Knebelverträgen an einen Anbieter ketten – egal, ob ich dann 500 Euro für die Hardware ausgeben muss. Ich freue mich auf den Zeitpunkt, wenn man iPhones, Androids & Co. so einfach kaufen kann wie iPods.

BarCamp – Last Updates

04. Feb. 2010

Hier die letzten Updates fürs BarCamp Klagenfurt 2010, morgen geht’s ja schon los:

BarCamp-Anmeldung:
Die Anmeldung findet über den Wiki statt: http://bit.ly/bcklu. Wer sich noch nicht angemeldet hat und kommt, bitte eintragen. Wer nicht kommen kann – bitte austragen. Das hilft uns bei der Planung beim Catering.

Wifi:
Es wird kostenloses und superschnelles Wlan geben, die Details zur Anmeldung werdet ihr am großen Papier-Wiki finden.

Parken:
Achtung: Das Parken am Universitätsgelände ist kostenpflichtig und es werden Strafzettel verteilt! Kostenlos ist das Parken in der Universitätstraße und im Nautilusweg.

Location-Infos:
Leider konnten wir – nicht wie im Vorjahr – die Räume im Vorstufengebäude bekommen. Das BarCamp findet im zentralen Bereich der Universität statt (Räume z-109 und z-129). Einfach beim Haupteingang reinkommen und man kann es gar nicht übersehen.

Aufbauen in der Aula:
Morgen um 17:00 Uhr treffen wir uns, um die Räume und die Aula BarCamp-tauglich zu machen. Wer mithelfen will, dem sei jetzt schon größter Dank und höchste Anerkennung ausgesprochen :-)

Welcome-Night @RAJ:
Das RAJ ist eine echte Perle. In der dunkelsten Ecke der Altstadt gelegen, und vielleicht gerade deshalb besuchenswert. Wir treffen uns am Freitag übrigens um 19:00 Uhr. Falls vom Organisationsteam noch keiner da ist, stoßt einfach auf uns an – wir kommen dann gleich nach.

Start am Samstag:
Wir treffen uns um 09:00 Uhr in der Aula. Es gibt Kaffee, Tee, Saft und Kuchen. Um 09:30 Uhr beginnt die Session-Einteilung mit Vorstellungsrunde.

Sessions:
In der Aula gibt es bloß zwei Räume, daher haben wir – wie in den letzten Jahren – nur zwei Tracks. ABER: Der Aula-Bereich ist sehr groß und bietet genügend Raum für vertiefende Gespräche.
Sessions: Bitte überlegt euch möglichst interessante Session-Vorschläge. Es gibt Blöcke von 50 und 25 Minuten. Wir freuen uns schon auf spannende Themen, einige Vorschläge stehen ja schon am Wiki!

Twitterwall & Co.:

Natürlich wird es eine Twitterwall (powered by Liscon) geben. Horst hat dazu auch eine iPhone/Android-optimierte mobile Seite gebaut. Die Url dafür: http://bit.ly/ibcklu (ist noch nicht 100% fertig).

Stream:
Daniel kümmert sich darum, die Urls dazu gibt’s dann am Wiki und per Twitter @barcampklu

Sponsoren:
Natürlich müssen wir auch allen unseren Sponsoren danken. Ohne sie wäre das BarCamp Klagenfurt 2010 nicht möglich: Wirtschaftskammer Kärnten, Unternehmensberater & IT, Kleine Zeitung, Telekom Austria, Software Internet Cluster, Kelag, Liscon, Anexia, Industriellenvereinigung. Die T-Shirts bekamen wir zum Spezialpreis von der T-Shirt.AG

Ganz besonderer Dank gilt der Alpen Adria Universität Klagenfurt für die Infrastruktur!

DANKE!

Intransparenz bei Anzeigen und mehr

03. Feb. 2010

Ich gehöre defintiv nicht in die Kategorie der Google-Basher. Ich benutze viele Dienste und bin damit eigentlich grundweg zufrieden. Man muss sich halt darüber im Klaren sein, was da abgeht/abgehen könnte.

Auch wenn Google in letzter Zeit transparenter geworden ist (Stichwort Dashboard oder Data Liberation) – für mich ist der Internet-Konzern ein relativ undurchsichtiger Riese.

Intransparentes AdWords

Als mein Blog noch klein war, hatte ich AdWords auf meiner Seite eingebunden. Gebracht hat es gar nichts, ein paar Cent blieben übrig – weit unter der Auszahlungsgrenze. Heute wären es vermutlich ein paar Euro.

Für Google ist es ein streng gehütetes Geheimnis, welches Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben hier gibt. Ein Thema das – diesmal ausnahmsweise zurecht – die Verleger erzürnt. Gerücht meinen sogar, dass Google bis zu 80 Prozent des Anzeigen-Umsatzes einbehält. Höchste Zeit, dass gerade hier Transparenz kommt!

Interview mit Google

Morgen Abend habe ich ein Interview mit Steve Rogers, Director of Google EMEA. Und just als ich mich darauf vorbereiten wollte, bekomme ich Post vom Internet-Konzern:

Und da frage ich mich: Wer bezahlt das? Freilich kosten solche Arten von Gutscheinen nichts. Aber geht das nicht auch auf Kosten derer, die Anzeigen auf ihren Websites haben? Wie bei jeder Werbeaktion bezahlt dafür am Ende immer einer: ein Kunde, der den weil die Werbung ja als Aufschlag einkalkuliert ist.

Nur: Wie kalkuliert Google in diesem Bereich? Und wie kalkulieren Microsoft und Yahoo? Würde Transparenz am Werbemarkt nicht allen – vor allem Content-Herstellern wie mir – unendlich nützen?

Eure Fragen?

Diese Frage werde ich sicher stellen. was würdet ihr den Google-Chef von Europa noch fragen? Ich habe zwar auch schon ein paar Ideen, aber ich weiß ja auch längst nicht alles.

Vorschläge bitte in die Kommentare.
[Update: Wegen eines Serverumzugs hab ich die Kommentare zu diesem Artikel leider verloren und auch die URL ist leicht anderes.]

Die Ortskaiser

26. Jan. 2010

Schon lange bevor GPS-Empfänger in Handys eingebaut wurden, schwärmten viele Analysten von ortsbasierten Diensten. Location Based Services (kurz: LBS) wären eine unendliche Geldquelle, konnte man jahrelang immer wieder lesen.

Nicht zu Unrecht. Doch obwohl das Potenzial enorm ist, dümpelten diese Dienste allzu lange vor sich hin. Nicht einmal Google vermochte dieses Potenzial zu heben und jetzt kommen zwei spielerische Angebote daher, die einen spürbaren Mehrwert für den Nutzer bieten. Gowalla und Foursquare haben das Zeug, sich langfristig zu etablieren.

Location Sharing
nennt sich der  jüngste Trend der „Generation Facebook“. Mit einem “Check-in” teilt man allen Freunden mit, wo man gerade ist. Auf Wunsch wird jeder “Check-in” nicht nur an die Handys der Freunde geschickt, sondern gleich per Facebook und Twitter veröffentlicht – also nichts für Leute mit schwachen Nerven, wenn es um die Privatsphäre geht.

Beide Dienste sind recht jung. 2009 gegründet, hoben sie erst im vergangenen November/Dezember richtig ab. In Österreich fehlt noch die kritische Masse, um den wahren Nutzen zu erkennen. Aber auch das wird schön langsam und es macht auf alle Fälle Spaß.

Zweikampf um die Führung:
Die Gowalla-App wirkt liebevoller gestaltet, aber auch verspielter. An jedem Ort kann man virtuelle Gegenstände hinterlassen oder welche mitnehmen. Gowalla gibt es derzeit nur für Apples iPhone.

Nüchterner, aber zugleich praktischer, zeigt sich Foursquare. Es gibt Tipps und Zusatzinformationen zum jeweiligen Ort, der Spieltrieb wird durch Aufgaben gefördert. Weil Foursquare schon etwas länger am Markt ist, gibt es die App für mehrere Handys (iPhone, Android und Blackberry) sowie eine Reihe von Programmierschnittstellen (APIs). Damit könnte man Websites basteln, die etwa Besuchshäufigkeit von Lokalen auswerten und so auf deren Beliebtheit schließen. Ein anderer Dienst könnte auflisten, welche Bars von mehr Frauen oder mehr Männern frequentiert werden. Die Nutzung von Foursquare war bis vor kurzem auf einige große Städten beschränkt, erst seit Anfang des Jahres gibt es den Dienst überall.

Ähnliche Dienste wie Yelp spielen in Europa keine Rolle. Die Problematik: Noch ist unklar, welcher der beiden “Ortskaiser” sich durchsetzen wird. Wer das jetzt nutzt, muss wohl oder übel immer zwei Mal einchecken. Mein Favorit: Foursquare. Die App wirkt wie gesagt nicht so kindisch. Zudem ist die Neueingabe von Locations (derzeit sehr wichtig) präziser, weil man in Lokalen nicht nur auf die ungenaue Zellortung per Handymasten angewiesen ist, sondern auch Adressen eingeben kann.

Wertvolle Datenbank entsteht
Sehr geschickt nutzen beide den Spieltrieb ihrer Nutzer aus, indem sie Punkte verteilen oder Abzeichen verleihen.

Gibt es eine Lokalität noch nicht, kann man sie in beiden Anwendungen leicht neu anlegen und wird dafür ebenfalls mit Punkten belohnt. Auf diese Weise könnte binnen kürzester Zeit und spielerisch eine riesige Datenbank für Lokale, Shops, Parks Museen und vieles mehr entstehen. Für Datenbanken mit solchen Points of Interests (POIs) müssen normalerweise ordentliche Summen auf den Tisch gelegt werden.

Enormes Marketing-Potenzial
Bei der Benutzung wird schnell deutlich, dass es auch einen geschäftlichen Nutzen gibt. Der Nutzer muss wissen, dass er zwar tolle Dienste umsonst bekommt und er zwangsläufig aber einen Teil seiner Privatsphäre opfert. Die Anbieter wissen genau, wo sich ihre Nutzer aufhalten und könnten dies später nutzen, um punktgenau mobile Werbung zu platzieren.

Gestern Abend war ich unterwegs und checkte versehentlich im falschen der beiden Klagenfurter Irish-Pubs ein. Just als ich Julian vom Claddagh das Potenzial dieser Dienste zeigen wollte, bekam ich während dem Check-In folgende Meldung auf den Bildschirm:

Ein User – noch dazu einer, den ich gut kenne – gab mir virtuell einen Tipp. Und wenn Ed meint, das “Bei uns” wäre ein netter Ort, dann hat das für mich Gewicht.

Drei von vielen Marketing-Möglichkeiten:

  • Empfehlungen:
    Ich checke in Lokal A ein, werde aber durch einen Bekannten auf Lokal B in unmittelbarer Nähe aufmerksam. Spätestens jetzt muss jeder Wirt ein iPhone kaufen laufen und “Tipps” geben. Ganz ehrlich ist das zwar nicht, aber man könnte ja auch zufriedene Stammgäste bitten, so etwas zu machen.
  • Prämierungen:
    Welcher Wirt weiß schon immer,  wer sein bester Gäste ist? Den sollte man eigentlich belohnen. Denkbar wäre es, jedem Mayor (so wird die Person genannt, die am öftesten am gleichen Ort eincheckt), einen Drink zu spendieren. Die Position des Mayors muss  jede Woche neu erstritten werden. Macht man eine solche Aktion publik, könnte es regelmäßig zu einem Rennen um den Titel des Bürgermeisters kommen.
  • Spontane Ankündigung:
    Noch ist es meines Wissens nach nicht möglich, allen Nutzern eines bestimmten Ortes eine Nachricht zu senden. Noch, denn kommen wird das ganz sicher. So könnte man den Nutzern im Umkreis von 200 Metern eine Einladung zur Happy Hour zukommen lassen. Diese Form der Werbung dürfte auch eines der Geschäftsmodelle von Foursquare und Gowalla sein.

Dasselbe ließe sich auch für Geschäfte oder Kultureinrichtungen aller Art nutzen.

Der Hauptnutzen beider Anwendungen ist für mich  eine Verbindung von realer Welt mit dem Internet. Und die ist durchaus sozial: Ist einem Nutzer fad zu Hause, so weiß er gleich, wo seine Freunde eingecheckt sind. Und so entschuldige ich mich gleich bei allen, die mich als Freund dazu tun wollen. Anders als bei Facebook oder Twitter, akzeptiere ich hier nur wenige Leute, mit denen ich tatsächlich viel privat zu tun habe.

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