Wucher des Tages

16. Juni 2010

Rund um 08:00 erscheint mein tägliches Morning Briefing auf digirati. Ich fasse dabei die wichtigsten Technews zusammen, über die man Bescheid wissen muss. Wer mitreden muss, braucht also das Morning Briefing.

Heute muss ich mich entschuldigen, für einen eher beiläufigen Titel für eine kleine Geschichte. Den überarbeiteten Mac mini bezeichnete ich als “Aktualisierung des Tages”. In Wahrheit müsste es “Wucher des Tages” heißen. Ich möchte mich hiermit bei meinen Lesern für diese Verharmlosung entschuldigen!

Gestern brachte Apple einen neuen Mac mini. Keine Frage, das Ding sieht entzückend aus und kann für seine Größe eigentlich recht viel. Was ist neu? Das Design wurde an die MacBooks (Alu-Unibody) angepasst, es gibt etwas schnellere CPUs, eine bessere Grafikkarte, einen SD-Kartenslot und einen HDMI-Stecker. Zwei Modelle stehen zur Auswahl und erstmals kann man auch selbst den RAM austauschen/upgraden.

Das ist ein perfektes Beispiel, wie man Apple pure Geldgier vorwerfen kann. Apple verlangt nicht nur höhere Preise, sondern schlägt beim Wechseln von Euro in Dollar fett auf! Ein Vergleich zwischen neuem und altem Modell bzw. Dollar in Euro.

Mac mini 1 Mac mini 2
Preise altes Modell 529 Euro
(2,26 GHz/2GB/160GB)
703 Euro
(2,53 GHz/4GB/320GB)
Preise neues Modell 799 Euro
(2,4GHz/2GB/320GB)
1114 Euro
(2,66 GHz/4GB/500GB)
Preise neu US in Dollar 756 Dollar 1135 Dollar
Preise neu US in Euro 615 Euro 923 Euro
Euro-Aufschlag + 30 % oder 184 Euro + 20 % oder 191 Euro

In die Dollar-Preise ist die – je nach Bundesstaat unterschiedlich hohe – Sales Tax bereits eingerechnet. Ich habe die vergleichsweise hohe von Kalifornien (8,25 %) gewählt.

Ist das die “Europäer-sind-dumm-und-kaufen-uns-eh-alles-ab”-Deppensteuer?

Einen Spartipp für Steve Jobs hätte ich dann auch noch. Wie wäre es, ganz aufs Superdrive zu verzichten? Ich weiß nicht, wann ich zuletzt eine DVD in Händen hielt … Und so könnte der mini dann aussehen – noch eleganter, weil ohne Schlitz.

Vielleicht hilft die Aufregung was und Apple kommt zur Vernunft … Oder es kauft das Ding zu diesen Wucherpreisen keiner …

PS: Bin erst nach dem Photoshoppen drauf gekommen, dass ich eigentlich nur ein Bild vom Snow Leopard Server hätte nehmen müssen :-)

iPhone: Foto und Österreich-Preise fürs 3GS

23. Juni 2009

Flickr ist eine ganz besondere Website. Nirgends im Web gibt es so viele Hobby-Fotografen, die ihre besten Fotos mit Stolz herzeigen. Umso mehr hat es mich heute überrascht, dass Apples iPhone trotz seiner nur durchschnittlichen Fotoqualität die Nummer zwei auf Flickr ist. Gehört bei MacBreak Weekly-Podcast.

(cc) Opacity

Klar: Apple’s Exif-Daten können in die Irre führen, weil die Kamera-ID vom ersten aufs zweite Modell nicht geändert wurde, aber auch das Kameramodul blieb ident. Und Nummer zwei ist auch erklärungsbedürftig. Nummer zwei als Prozentsatz der Verbreitung unter Benutzern (percentage of users). Hier der Chart über die letzten 365 Tage.

flickr-stats

Abgesehen von der schlechteren Kamera hat das iPhone nicht einmal dieselben Startvoraussetzungen wie Handys von Nokia oder SonyEricsson, die einen Flickr-Upload mit seinen neuen Modellen gleich serienmäßig ausliefern. Am iPhone muss man erst ein Programm dafür installieren.

Schade, dass Facebook keine Auswertungen der Kameramodelle (über die EXIF-Daten) zulässt. Ich bin mir sicher, dass das iPhone nicht nur die Verbreitung unter den Nutzern, sondern auch die Anzahl der Fotos ganz vorne liegt.

Und ich getraue mich wetten, dass das iPhone 3GS der Videoproduktion unterwegs auf Handys einen ordentlichen Stoß geben wird. Kurze Filme nicht nur aufzuzeichnen, sondern auch einfach zu schneiden und auf YouTube zu publizieren, wird ein Killerfeature!

Ich will ein iPhone 3GS! Sofort!

Zwar habe ich bereits ein 3G, aber dennoch bin ich derweil kaum zu bremsen.

  • Bessere Kamera: 3 Megapixel, Autofokus, höhere Lichtempfindlichkeit und Video
  • Kompass: Der Magnetometer wird Anwendungen ermöglichen, wo wieder alle nur schauen (vgl. Wikitude fürs Android).
  • Schneller: Mir kommt meines ein wenig langsamer vor als noch vor 3.0. Absicht? Außerdem kann Tempo nie schaden.
  • Hoffnung: Ich hoffe, das neue Modell bekommt ein neues Baseband. Die Empfangsqualität ist mein größter Kritikpunkt am aktuellen Modell.

Dem gegenüber stehen allerdings die Preise fürs iPhone 3GS.

Ohne Verlängerung teuer

iPhone-Einsteiger haben nicht viel zu befürchten, sie bekommen sowohl bei Orange als auch T-Mobile leistbare Gerätepreise zu erträglichen Monatstarifen.

Eben habe ich erfahren, wie es all jene T-Mobile-Kunden geht, die ihren Vertrag noch nicht verlängern dürfen – wie beispielsweise mir. Ab wann kann man verlängern? Man muss mindestens 18 Monate im Vertrag sein :-(

iPhone Bestandskunden, die noch nicht für eine Vertragsverlängerung fällig sind, können das iPhone ohne Vertrag für folgende Preise kaufen: iPhone 3G S 16 GB für 539 Euro, iPhone 3G S 32 GB für 639 Euro. Dieses Angebot gilt NUR für Kunden, die bereits ein iPhone haben.

Ob ich’s dennoch will? Im Moment könnte ich sofort los laufen. Zum Glück habe es noch Zeit bis Freitag und kann mir überlegen, ob ich so viel Geld dafür wirklich ausgeben will. Ich denke, die Vernunft wird siegen.

Heiß begehrt

28. Mai 2009

“Der Juni wird ein teures Monat”, sagte mir unlängst ein Freund und meinte damit die WWDC und Apples Vorstellung von neuer Hard- und Software. Nach aktuellem Stand des Wissens der Gerüchte wird mich als Besitzer eines aktuellen iPhones das neue nicht vom Hocker hauen: 3,2 MPixel-Cam mit Video, digitaler Kompass, schneller, mehr Speicher. Das neue OS bekomme ich ohnehin auch fürs Alte, das mir derzeit voll und ganz reicht.

Und was wäre noch zu erwarten? Neue Releases von Aperture, Final Cut oder Logic sind zwar überfällig, aber auch nicht Meins. Snow Leopard, oberflächlich – soweit bislang bekannt – nicht umwerfend, aber ok. Unter der Haube soll sich ja einiges getan haben.

Und für das Sagen umwogene Media-Tablet wäre ich nur empfänglich, wenn es Funk hätte und mit elektronischer Tinte betrieben wäre und iTunes auch Zeitungen verkaufen würde.

Dann wären da noch Macbooks mit eingebautem UMTS-Empfang. Auch da muss ich nicht sofort zuschlagen. Durch das iPhone muss ich immer seltener unterwegs online gehen und die wenigen Male geht das auch mit dem USB-Dongle.

Es wird sicher eine tolle WWDC und die Chance, dass ich meine Kreditkarte wieder schwach wird, ist dennoch hoch – ein ganz persönliches Must-Have erwarte ich dennoch nicht. Warten wir’s ab.

Ich warte auf was anderes …

Und wie es scheint, andere auch. Zumindest in Fotokreisen ist es die heißeste Geschichte seit Jahren: Nikons D400, von der eine Modellpflege eigentlich überfällig ist. Anzeichen für ein baldiges Erscheinen gibt es genug: Die bald zwei Jahre alte D300 ist kaum noch erhältlich und steht nicht einmal auf der Startseite von nikon.at oder .de.

Die Gerüchteküche brodelt seit Monaten. Foto-Blogger und Magazine sprechen schon von der “most anticipated digital SLR in years” und Nikon Rumors unterlegt dies mit Google Trends:

nikon-d400-trend

Tatsächlich findet man bei Google mit dem Suchbegriff “Nikon D400” bereits 73.600 Seiten. Unglaublich eigentlich für eine Kamera, die nicht einmal angekündigt ist und von der nichts besteht als ein paar vage Wünsche von Nikon-Fans.

Und die beschäftigen sich zur Zeit – wie auch Apple-Fanboys – mit dem Anfertigen von Fake-Fotos:

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Während andere unkonkret sind, will ich einmal konkret werden. Hier meine (ganz konkreten) Wünsche an die D400:

  • Full HD-Video:
    Selbstverständlich mit 24 Bildern pro Sekunde, Autofokus und einfach wählbarer Belichtung/Blende während dem Dreh. Ach ja: Und auf den Stereoton bzw. einen Mikrostecker nicht vergessen!
  • 16 – 18 Megapixel Auflösung:
    Sony liefert die Bildaufzeichner für Nikon – die Japaner arbeiten bei der Entwicklung mit. Die kommenden Alpha 500/550 könnten den gleichen Chip haben.
  • GPS und Wlan integriert:
    Warum für 200 Euro ein Zubehörteil verkaufen, wenn ein GPS-Chip weniger als einen Euro kostet? Nicht viel mehr kosten Chipsätze für für Funknetze. Einfach einbauen und man schafft eine USP!
  • Bewegbarer LCD-Schirm:
    Das Einstiegsgerät D5000 bekam das unlängst und wieso nicht auch die Große D400? Gerade für kleine Leute wie mich wäre das was :-)
  • Besserer Support:
    Wünschenswert wäre es, wenn es auch von Nikon (wie bei Canon) Firmware-Updates in höherer Frequenz gäbe. Und Nikon sollte endlich seinen SDK zugänglicher machen. Was ich will: Software am PC/iPhone mit der man die Kamera steuern und fernauslösen kann. Das gibt’s für Canon, nicht aber für Nikon :-(
  • Günstigeres Glas:
    Gute Original-Linsen von Nikon sind so exorbitant teuer, dass viele zu (auch guten) Alternativen von Tamron & Co. greifen. Hier müssen die Japaner etwas machen, sonst verlieren sie einen wichtigen Teil des Geschäfts!
  • Was noch?
    Schneller? Höhere Farbtiefe als die aktuellen 14 Bit? Besserer Autofokus? Größeres Display? Eure Wünsche in die Kommentare!

Ich hatte unlängst eine D700 in der Hand und durfte damit eine Stunde spielen. Pfoah! Ich wollte sie gar nimmer weggeben. Aber: Nikon-Linsen fürs Vollformat sind noch ein gutes Stück teurer als bei Canon. Fazit: unleistbar.

Aber schauen wir mal, was die D400 bringt. Wenn das Obige alles zu einem vernünftigen Preis kommt, bin ich im Markt! Obwohl: Meine D90 ist immer noch gut genug viel zu gut für meine bescheidenen Fotokünste!

Zeitungen bei iTunes

26. Februar 2009

paper

So eine Zeitung hat schon etwas: Man blättert durch sie hindurch und – für mich das Wichtigste – man erlebt dabe viele kleine Zufälle. Serendipity nennt man das im Englischen, wenn man auf etwas stößt, das man vielleicht nicht erwarten würde. Die Inhalte wurden von – manchmal mehr, manchmal weniger – kompetenten Journalisten aufbereitet, in die Zeitung als Marke baut man Vertrauen auf.

Eine Zeitung bietet das, was ich in meiner Google-Reader-Echokammer nicht oder nur mehr ganz mehr erlebe. So eine Zeitung ist für mich, bildschirmgewohnten Leser, aber ziemlich unpraktisch. Ich bin auf jeweils eine Ausgabe beschränkt, habe kein Archiv, kann nicht suchen und finde keine „Mehrwert-Inhalte” wie Links, Videos etc.

Wie ich denken vermutlich auch viele andere junge (Nicht-)Leser. Unter 30 gibt es kaum Abonnenten und darüber kann man die Auflagen anhand der Sterbetafeln von Lebensversicherungen vorhersagen. 

Eine Zeitung ist unwirtschaftlich. Viel Geld wird für Druck und Distribution aufgewendet. Diese Aufwendungen werden trotz bescheidener Bezahlung der Kolporteure immer mehr und nicht weniger. Der ökologische Fußabdruck dieses Mediums ist nicht ohne. Die aktuelle Banken- und Wirtschaftskrise beschleunigt den Niedergang noch. In schlechten Zeiten gehen Anzeigen dorthin, wo ist billiger ist und man den Erfolg leichter messen kann: ins Web.

Erst heute wurde gemeldet, dass der San Francisco Chronicle vor dem Aus steht. Zuvor erwischte es die LA Times und auch der NY Times geht es gar nicht gut. Auch bei uns kommt früher oder später das Zeitungssterben!

E-Paper ist die Lösung

Geht es nach mir, sollten sich Verleger auch hierzulande möglichst schnell neue Plattformen suchen. E-Reader sind da ein Weg, der sogar noch ein Geschäftsmodell verspricht. Und der Durchbruch wird schneller kommen, als viele denken und ihre Lesbarkeit ist zumindest so gut wie jene von Papier.

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Amazons Kindle wurde zwar unlängst in einer neuen Version vorgestellt. Das Facelifting ist nett und auch sonst ist das Gerät viel versprechend. Allerdings ist noch unklar, ob und wann er zu uns kommt.

Hätte der Kindle 2 ein eingebautes Wlan-Modul und würde nicht ausschließlich im EVDO-Netz funken – ich hätte mir schon einen besorgt! Was mich auch noch ein wenig abschreckt: Er ist allzu verschlossen und man bindet sich alleine an Amazon.

In einer Rezession, die die Verlage entweder schon spüren oder hierzulande nach der Landtagswahl voll treffen wird, muss man investieren. Seit Jahren habe ich keine echte Innovation in dem Geschäft gesehen. Eine dringend nötige Anpassung an den geänderten Medienkonsum der Leser hat bislang nicht stattgefunden. Zeitungs-Websites sind für mich kein nachhaltiges Geschäftsmodell:

  • Online-Anzeigen nerven einerseits schrecklich und machen das Lesen oft unmöglich (wie gerade eben der XXL-Lutz auf der Kleinen Zeitung).
  • Andererseits betragen die Preise nur einen Bruchteil dessen, was auf Papier bezahlt wird.
  • Und drittens fällt häufig jede Unterscheidung zur Konkurrenz, weil allzu oft nur Agenturinhalte reingekübelt werden.

Für eine (anzeigenfreie) elektronische Version einer Zeitung würden viele bezahlen wollen, die jetzt kein Leser sind. In den USA verkauft Amazon Monatsabos für 31 Tageszeitungen um durchschnittlich 9,90 Dollar. Selbst wenn man die Provision für Amazon (gerüchteweise 20-30 Prozent) wegrechnet, bleibt in jedem Fall ein positiver Deckungsbeitrag – schließlich gibt es weder hohe Druck- noch Distributionskosten. Zudem entfallen logistische Barrieren. Ein Abonnent könnte dann auch in den USA sitzen und hätte seine “druckfrische” Ausgabe von zu Hause täglich am Tisch/E-Reader.

Ich hab unlängst mit einem Freund um eine Kiste guten Rotwein gewettet, dass es in zehn Jahren keine gedruckten Zeitungen mehr gibt. Wer wettet mit?

Fazit: Es gibt KEINEN Grund, nicht in E-Paper zu investieren. Die Frage ist nur, welche Plattformen kommen und welche Standards sich durchsetzen werden. Die Frage ist, ob Amazon rechtzeitig hier ist, ob Sonys Reader breiter unterstützt wird oder ob Apple den Markt betritt.

iTunes für Leseratten

Ich glaube ja nach wie vor, dass Apple ein Tablet mit ähnlicher Funktionalität bringt und das dann eher nach Europa kommt. Hier die Photoshop-Version eines (mir unbekannten) Fanboys:

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  • Es geht: Wieso sollte man im iTunes-Store keine Text-Inhalte kaufen können? Der Einkauf von Inhalten darin ist sehr einfach, die zu bezahlenden Beträge so gering, dass man oft nicht extra nachdenkt. Niemand hat in Zeiten ungehemmter Nutzung von Kazaa, Napster & Co. daran geglaubt, dass der Online-Vertrieb ein Geschäft ist. Apple hat das Gegenteil bewiesen: Wenn man es den Leuten einfach macht, bezahlen sie sogar für Inhalte, die es sonst wo gratis gibt.
  • Apple hat eine große Verbreitung, deren Geräte werden gekauft, weil sie den Lifestyle der Nutzer treffen.
  • Apple bastelt angeblich schon seit längerem an einem Tablet.
  • Fürs iPhone wurden viele E-Book-Programme verkauft – die Leute wollen am Bildschirm lesen.
  • Steve Jobs meinte zwar wiederholt, dass die Leute eh nicht mehr lesen würden und das kein Geschäft sei. Allerdings hat er dies auch mehrmals über Videos am iPod und ein Apple-Handy gesagt, oder?

Interessant wäre die Zukunft auf jeden Fall. Womöglich gäbe es dann auch ein attraktiveres Geschäftsmodell für mehr, ganz kleine oder wirklich unabhängige Zeitungen. Die Eintrittsbarriere wäre viel geringer, weil das digitale Zeitalter die Fixkosten (Distribution und Druckereien) zusammen streicht. Auch wenn das den großen Verlagen sicher nicht gefällt – überleben werden die flexiblen und jene, die bereit sind zu investieren …

Der Wurm und die Fanboys

1. Februar 2009

Appleworm

Vor nunmehr zehn Tagen tauchte wieder einmal ein Trojaner für MacOSX auf. Vier Tage später der zweite. Die Lethargie der Apple-Fanboys könnte fatale Folgen.

Am 21. Jänner wurde ein Trojaner in iWork’09 , am 25. Jänner einer in einem Crack für Photoshop CS4. In beiden Fällen sind raubkopierte Versionen von Filesharing-Diensten betroffen.

Zur Anatomie der beiden:

  • Der iWork-Trojaner installiert sich mit iWork’09 mit und nistet sich als Service ein. Das heißt, man muss für dessen Installation nur ein Passwort eingeben – nichts Auffälliges also.
  • Der CS4-Crack fordert vor der Bekanntgabe der Seriennummern zur Passwort-Eingabe ein und installiert sich anschließend. Das wäre auffällig und müsste auffallen.

Beide melden sich bei ihrem Schöpfer und können jederzeit Code nachladen und Sicherheitslücken ausnützen, die MacOSX genauso hat, wie jede andere Software auch.

Wer sich diverse Posts auf Apple-Weblogs durchgelesen oder einige Mac-Podcasts der letzten Woche angehört hat, der denkt sich: “Das kann eh nur ein paar Softwarediebe treffen.” Deren Lösung unisono: Kauft Software oder holt sie euch aus sicherer Quell -, dann seit ihr sicher.

Fatale Lethargie

Vermutlich wird das Malware-Problem unter Mac-Fanboys erst dann wahrgenommen, wenn es zur Epidemie gekommen ist. Die will ich nicht herreden, aber man sollte darauf vorbereitet sein, dass Viren, Würmer und Trojaner auch unter MacOSX zur Regel werden.

  • Die Verbreitung nicht beschränkt, sondern breiter als stets kommuniziert. Laut AntiViren-Hersteller Intego hatten am Tag nach Entdeckung (jeweils um 12:00 Uhr) bereits 20.000 bzw. 5000 Nutzer die kompromittierten Dateien herunter geladen. Das war vor zehn bzw. fünf Tagen!
  • Der Schädling kann jederzeit Code nachladen, mutieren und neue Verbreitungswege suchen. Der USB-Stick lässt grüßen.
  • Apple selbst fördert den Verzicht auf jegliche Antiviren-Software. Anfang Dezember stießen einige Medien auf ein Support-Dokument von Apple und thematisierten, dass der Einsatz von Antiviren-Software sinnvoll ist. Der Rummel war so groß, dass es selbst in Mainstream-Medien kam. Und wieder einen Tag später, ruderte Apple zurück und löschte das Support-Dokument wieder.
    “Wir haben den Beitrag entfernt, weil er alt und fehlerhaft ist”, sagte Apple-Sprecher Bill Evans. “Der Mac ist von Haus aus mit integrierten Technologien zum Schutz vor Malware und anderen Sicherheitsrisiken ausgestattet.” via cnet
  • Die Virenautoren kommen:
    Auch wenn diese beiden Fälle (für einen Mac- und Windows-Nutzer wie mich) nicht extrem besorgniserregend sind – es wird mehr. Die beiden Trojaner zeigen deutlich, dass die Virenautoren schön langsam den Mac ins Visier nehmen.
    Windows ist nicht nur deshalb häufig Opfer von Virenatacken, weil es unsicher ist. Gerade auf ein aktuelles Vista trifft nicht zu. Windows bietet eben mehr Angriffsfläche, weil es viele Nutzer gibt. Und wo es sehr viele Anwender gibt, gibt es auch viele, die sich keinen Deut um Sicherheit scheren.
  • Nicht bereit:
    Sowohl Apple-Nutzer als auch die Industrie ist nicht darauf vorbereitet. Wenn mit Virenscannern für Macs nur wenig Geschäft gemacht wird, geht auch wenig Geld in deren Entwicklung.
    Und wie viele Mac-Nutzer scheren sich schon um Sicherheit? Wer hat einen Scanner installiert? Ich beobachte das ja selbst an mit: Wenn ich einen USB-Stick von irgendwem bekomme – ich stecke ihn sicher vorher in den Mac, bevor er in den PC kommt …

Wann beginnt die große Virenwelle am Mac zu rollen? Es ist wohl auch nur eine Frage der Zeit. Oder bin ich paranoid?

Das iPhone nano kommt sicher (noch nicht)

6. Januar 2009

Morgen um 18 Uhr unserer Zeit ist es wieder soweit: Die Keynote zur Macworld Expo geht in San Francisco über die Bühne. Erstmals wird sie aber nicht Steve Jobs halten, sondern Phil Schiller. Jobs, der heute erstmals das Schweigen über seinen Krankheitszustand gebrochen hat, sei einstweilen gute Besserung gewunschen.

Nachdem die “Stevenote” heuer beim letzten Apple-Auftritt bei der Macworld ausfällt und der Apple-Kronprinz Schiller einen guten Einstand braucht, wird es wohl nicht bei 08/15-Ankündigungen bleiben. Leo vom fscklog hat eine gute Zusammenfassung der letzten Spekulationen:

  • Runderneuerte Mac minis und iMacs sowie das 17”-MacBook Pro im neuen Unibody-Alu-Gehäuse
  • Software: iWork und iLife sind überfällig, vielleicht kommt auch das Cloud-Office von Apple. Wenn man sich Mobile.me mit all seinem Javascript anschaut, könnte das schon sein. Außerdem sollte Snow Leopard (MacOSX 10.6) gezeigt werden.
  • iPhone-Neuheiten: Realistisch ist ein 32-GB-Update, aber das iPhone nano erwarte ich diesmal noch nicht.
  • Unrealistisch aber für möglich halte ich ein Mac-Tablet.

Auch wenn ich nicht glaube, dass jetzt ein zweites, “kleines” (nicht unbedingt physisch, sondern im Sinne von abgespeckt) iPhone vorgestellt wird, wird es kommen. Irgendwann, das ist nur eine Frage der Zeit!

Warum ein iPhone “nano”?

  • Viele potenzielle Käufer wollen keine hohen Vertragsgebühren bezahlen.
  • Einigen ist das aktuelle Modelle zu groß und schwer
  • Bei manchen spielt Psychologie mit, weil sie schon zu oft gesagt haben, dass sie kein iPhone wollen würden, obwohl das jedoch der Fall ist. Ein neues Modell gäbe ihnen einen Ausrede.
  • Apple bedient mit seinem Handy nur ein einziges Kundensegment. Wäre es auch in anderen Segmenten präsent, würde man höhere Marktanteile erringen und anderen Herstellern das Leben noch schwerer machen
  • Mittlerweile sind die Produktskosten des iPhone 3G laut iSuppli stark gesunken. Im vergangenen Juli betrugen sie nur noch 173 Dollar (111 Euro). Marketing, Vertrieb und Entwicklung sind da freilich nicht eingerechnet. Ein neues Modell wäre durch integriertere Chipsätze oder Weglassen von Features noch günstiger zu fertigen.
  • Der wichtigste Grund: Apple könnte Millionen Stück mehr verkaufen, wenn iPhones so verkauft werden würden wie iPods. Ungebunden für 300 Dollar/Euro wären alle glücklich. Die Anbieter könnten es immer noch bei freiweilliger Vertragsbindung subventionieren.

Wie würde ein iPhone nano aussehen?

  • So nicht!
    Die Mockups, die seit Wochen im Internet kursieren, zeigen ein iPhone, das einfach um ein Drittel bis ein Viertel kleiner ist. Dieses Größenverhältnis ist jedoch unrealistisch, weil die Software-Tasten undrückbar nahe beisammen liegen würden.iphone nano, gefunden bei MacRumors.com, (c) niemand :-)
  • Rein äußerlich wird es die gleiche Formensprache vom iPhone verwenden, vielleicht würde das “kleinere” Modell ein wenig billiger (aber nicht billig) wirken. Gut möglich aber, dass Apple etwas ganz Neues bringt und etwa das, in den USA beliebte Klapphandy komplett neu definiert.
  • Features: Verzichtbar für eine abgespeckte Variante wäre GPS und HSDPA-Datenfunk. Hauptklientel wären schließlich Kunden, die nicht unbedingt das Schnellste und Beste haben wollen.
  • Speicher: Damit Apple auch Apps und Musik/Videos verkaufen kann, wird es wohl nicht weniger als acht GB geben. Außerdem: Nand-Flash kostet heute eh kaum etwas.

Wann wird es kommen?

  • Auf der WWDC:
    Eine Ankündigung jetzt und der Verkaufsbeginn im Sommer ist unrealistisch. Schon bei der letzten Macworld warteten alle vergeblich auf die 3G-Version, die dann im Juni kam. Relistischerweise wird es wieder auf der Worldwide Developer Conference (WWDC) im Mai/Juni 2009 gezeigt.
  • Partnerschaft mit AT&T:
    Am 29. Juni 2007 war der Verkaufsstart für die erste Version. Die alles entscheindende Partnerschaft von Apple mit AT&T lief ursprünglich über zwei Jahre und hätte im Sommer 2009 auslaufen sollen. Vergangenes Jahr wurde sie aber um ein Jahr bis 2010 verlängert. Ab diesem Zeitpunkt kann Apple seine iPhones verkaufen, wie es will – offen wie iPods.
    Die Verträge sind geheim, nichts drang darüber aus den beiden Häusern. Fraglich ist auch, ob die Exklusiv-Verträge jeweils für ein Modell gelten oder für alle Produkte mit der Bezeichnung iPhone.

Nichts desto trotz: Heuer gibt es eine Modellpflege – ob bei AT&T, T-Mobile oder überall – es wird ein “kleines” iPhone geben. Vielleicht aber kommt ein neues Super-iPhone und die aktuellen werden als Billig-Modelle weiter abverkauft. Was meint ihr?

So wird 2009

15. Dezember 2008

Es ist unvermeidlich: Zu dieser Zeit des Jahres muss ich meine wilden Spekulationen gründlich recherchierte Vorhersagen für das kommende Jahr machen. Wer wissen will, wie genau meine Prognosen für die vergangenen Jahre waren, braucht nur in meinen Blogposts für 2008, 2007 oder 2006 nachlesen. Zumindest bei ein paar Dingen bin ich richtig gelegen.

Wie komme ich dazu, mir überhaupt anzumaßen, die Zukunft vorherzusagen? Ganz einfach: Ich hab keine Ahnung, was passieren wird. Einiges kann man zwar erahnen, wenn man 1 + 1 zusammen zählt. Und gewisse Trends sind auch offensichtlich. Aber nichts ist spannender als die Zukunft und ich kann auch 100 Prozent daneben liegen.

Meine Top 10 für 2009:

  1. Die Nutzer werden Windows 7 lieben
  2. Apple bringt kleine iPhones und verkauft sie frei
  3. Apple motzt sein Apple TV zur Spielkonsole auf
  4. Google überholt mit 20 Android-Handys Microsoft
  5. Microsoft kauft den Blackberry-Hersteller RIM
  6. Blu-ray im Wohnzimmer ist tot
  7. Blu-ray wird als Speichermedium am PC die DVD ablösen
  8. WiMAX ist tot
  9. Abgekupferte Sites sterben.
  10. Kameras mit zwölf Megapixel für Handys

Microsoft

2009 wird ein wichtiges Jahr für Microsoft. Mehrere große Product Launches stehen an, im Web muss der Rückstand zu Google aufgeholt werden und man muss endlich Ressourcen in sein Handy-Betriebssystem stecken.

  • Windows 7:
    Was man so hört, ist Microsoft schon sehr weit in der Arbeit an seinem Vista-Nachfolger. Windows 7 wird früher fertig, als viele meinen. Ich glaube, dass etwas dran ist an dem Gerücht, das in den Gängen der PDC kursierte: eine Beta im Jänner, ein Release Candidate im April/Mai und RTM (Fertigstellung, Release To Manufacture) am 3. Juni. Damit wäre es rechtzeitig für die Computer-Hochsaison (August bis November) bei den Kunden.
    Und zur Überraschung vieler wird Windows 7 nicht nur ein Erfolg am Markt, sondern auch beliebt bei den Nutzern sein.
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  • Office 14:
    Während Microsoft schon offen über Windows 7 redet, ist über Office 14 noch kaum etwas bekannt. Nur zwei Dinge: Auch OneNote und Outlook bekommen die neu eingeführte “Ribbon-UI”. Die gemeinsame Arbeit an Dokumenten soll vereinfacht werden. So können zwei Kollegen übers Netz eine Datei gemeinsam editieren – etwas das die neue Version von OpenOffice bereits kann.
  • Live-Office:
    Lange hat man sich dagegen gesträubt, doch 2009 wird es endlich soweit sein: Microsoft bringt ein echtes Cloud-Office. Es wird zwar ein paar Dinge weniger können als die Desktop-Versionen, doch reicht das ohnehin den meisten Anwendern.
    Damit wird die Zusammenarbeit von mehreren Anwendern am gleichen Dokument über Desktop-Anwendung, Browser-App und Handy möglich.
    Der Beta-Test sollte eigentlich noch heuer starten, doch soll es noch ein paar Probleme geben.
  • Live.com-Dienste:
    Man muss kein Hellseher sein, um zu sehen, dass die Windows-Live-Suche auch im kommenden Jahr bei uns nur marginale Marktanteile haben wird. Aber: Sie wird besser. Das kann man jetzt schon testen, indem man den Browser auf englisch einstellt. Scheinbar gibt es für US-Nutzer andere, bessere, Suchalgorithmen.
    2009 werden weitere Dienste dazu kommen und diese werden besser in Microsofts Desktop-Programme integriert.
    Eine Ultimate-Version von Windows wird es nach dem Deseaster mit Vista wohl nie mehr geben. Aber die Live-Dienste könnten einen Anreiz bieten, um möglichst schnell auf 7 aufzuspringen: Für alle, die binnen x Monaten migrieren könnte es online mehr Speicher oder zusätzliche Features geben.
  • Windows Mobile:
    Das wird die größte Baustelle im kommenden Jahr. Windows Mobile ist hoffnungslos veraltet und müsste eigentlich von Grund auf neu geschrieben werden. Die Lage ist noch viel schlimmer: Das Geschäftsmodell von Microsoft in diesem Bereich ist längst nicht mehr zeitgemäß, es stinkt schon vor Verwesung!
    Was meine ich damit? Ein Handyhersteller (z.B. HTC) holt sich das Windows Mobile-Image, passt es ein klein wenig an seine Plattform an, baut einen Haufen Plastik (mit viel zu schwachen Prozessoren) drum herum und verdreht das teuer an die Mobilfunkbetreiber. Der verkauft es weiter an seine Nutzer und schert sich einen Dreck um Updates etc. Resultat: Unglaubliche Freude der Nutzer. Ich kenne NIEMANDEN, der mit einem Windows Mobile-Handy restlos glücklich ist. Falls es doch wen gibt – bitte in den Kommentaren melden!winmobile
  • Das Zune Phone:
    Dass das so nicht weiter gehen kann, wird man wohl auch in Redmond verstanden haben. Die Gerüchte rund um ein ZunePhone wollen einfach nicht verstummen. Zur Erinnerung: Microsoft hat im Vorjahr Danger gekauft – das ist der Hersteller von T-Mobiles Sidekick-Handy. Und wenn man schon einen MP3-Player hat, wieso verbindet man das nicht mit einem Handy? Die Leute wollen schließlich nicht mehrere Devices ständig mitnehmen.
    Damit wäre auch gleichzeitig eine Referenz-Implementation geschaffen. HTC & Co. müssten sich an die höheren Qualitätsvorgaben halten, um noch etwas verkaufen zu können. Ach ja: Wenn man wirklich Erfolg damit haben will, müsste man es auch in Europa anbieten.
    Schwachpunkt an dieser These: Man würde damit genauso viel Erfolg haben wie mit dem Zune. Daher:
  • Microsoft kauft RIM:
    Genau das würde man brauchen: Gute Messaging-Produkte für Business-User, leidenschaftliche Kunden und einen bestehenden Markt. Unrealistisch? Abwarten!
  • MicroHoo:
    Für 2006 und 2007 habe vorausgesagt, dass Microsoft Yahoo kaufen wird. Für 2008 habe ich daran gar nicht mehr gedacht, die andauernden Gerüchte erschienen schon zu ausgelutscht. Doch dann passierte es gleich Ende Jänner. Nach einem fürchterlichen Hin- und Her, das eher an eine Teenie-Beziehung erinnerte, winkte Yahoo ab. In der Folge sank der Kurs auf bis 8,90 Dollar/Aktie. Zur Erinnerung: Microsoft bot 33 Dollar.yahooAber wie in jeder Teenie-Komödie gibt auch hier ein Happy-End. 2009 wird Microsoft Yahoo zum Schnäppchenpreis (18 Dollar?) kaufen, zerstückeln und sich nur die Suche einverleiben. Den wertvollen Rest (Flickr, del.icio.us & Co.) wird man weiter verscherbeln – vermutlich an Rupert Murdoch, der solche Seiten liebt, seitdem er MySpace relativ günstig gekauft hat.
    Alternativ: Yahoo meldet seine Insolvenz und beantragt Chapter 11.

Apple

Größte Herausforderung für Apple-Chef Steve Jobs wird es sein, den Drive der letzten Jahre weiter zu führen. Jede MacWorldExpo wird an den vorangehenden gemessen. Einfach nur das neue Betriebssystem (10.6 Snow Leopard) vorzustellen, wird zu wenig sein. Die Erwartungen sind immer sehr hoch.

  • iPhone nano:
    Appel könnte bei der MacWorldExpo am 5. Jänner ein kleines iPhone (nano) präsentieren. Das macht gleich aus mehreren Gründen Sinn: Apple würde auch diejenigen ansprechen, die keine 30, 40 oder 50 Euro für einen Vertrag ausgeben wollen. Die Hardware wird immer günstiger und Cupertino würde die Konkurrenz dort treffen, wo heute noch einiges an Margen drinnen ist: im unteren und mittleren Preisniveau. Das würde wohl den Weltmarktführer Nokia arg treffen.
    Und wie macht man das? Indem man es gleich verkauft, wie einen iPod: für 200 Euro, offen und ohne Beschränkungen. Die Bildschirmauflösung müsste jedoch gleich bleiben, da sonst Apps nicht mehr 100% kompatibel sind, oder?iPhone und iPhone nano
  • Apple TV reloaded:
    Steve Jobs will auch das Wohnzimmer beherrschen. 2009 sollte das längst fällige Update für Apple TV kommen. Was bräuchte die Media-Box? TV-Aufnahmefunktion per USB-Anschluss (wird teuer als Extra verkauft) mehr Speicherplatz (40 bzw. 160 Gig sind für HD nicht zeitgemäß) und die Internationalisierung der Online-Videothek.
    Und noch etwas: Es kommen Apps fürs AppleTV. Kleine Widgets, die man aus einem Appstore kaufen kann. Mit ihnen wird man das Wetter, Social Networks, News oder Aktienkurse am Fernseher konsumieren können.
    Und schlussendlich wird Apple TV zur Spielkonsole – allerdings nicht auf dem grafischen Niveau einer Xbox 360 oder Playstation 3, aber für Super Mario & Co. reicht schon die Hardware voll.
  • Das iPad kommt:
    Mit seinem eher höherpreisigen Sortiment bekommt Apple nichts vom Trend zu Netbooks ab. Die kleinen, aber günstigen Notebooks werden zwar 2009 weiter wachsen, doch Steve Jobs könnte mit einem eigenen Ansatz durchaus ein gutes Stück vom Markt kassieren. Wie würden die aussehen? Maximal zehn Zoll große Multitouch-Slates, erweiterbar mit einem Ständer und einer Bluetooth-Tastatur für unter 500 Dollar.
    Genau das braucht Apple, um 2009 den globalen PC-Marktanteil noch um ein, zwei Prozentpunkte zu steigern.
  • Viren und andere Schädlinge:
    Was mich immer noch wundert: Warum gibt es für MacOS X keine Schadsoftware? Sind die wirklich immun dagegen und ist es nicht nur der weitaus größere Verbreitungsgrad von Windows, der PCs anfällig macht?
    Allzusehr auf die leichter Schulter darf man das Problem allerdings nicht nehmen. KEINE Software ist fehlerfrei und mit weiter steigender Beliebtheit von Apple-Rechnern steigt auch die Gefahr. Wird die erste große Attacke 2009 passieren? Gut möglich, aber das habe ich auch schon für 2008 vorhergesagt.

Google

Nicht nur diverse Bücher haben ganz kräftig am Ruf von Google gekratzt. Datenschutzgründe sind es, die vielen Nutzern zumindest ein unwohles Gefühl geben.

  • Maps werden unschlagbar:
    Bilder des “Google Satelliten” GeoEye werden den Abdeckungsgrad und die Genauigkeit von Google Maps deutlich erhöhen. Gleichzeitig kommen immer mehr Städte mit Streetview online und es werden immer mehr Anwendungen immer besser davon nutzen ziehen.
  • Unlimited Space:
    Der Speicher von Gmail wächst – seit November allerdings langsamer. Derzeit sind es gut sieben GB, die jedem Nutzer (auch für Picasa & Co.) zur Verfügung stehen. Laut aktuellem Algorithmus würde die 10-GB-Marke erst 2037 erreicht werden.
    Yahoo und andere bieten jedoch schon Accounts mit unlimtiertem Speicher an. Auch wenn nur wenige das ausnutzen und der normale Nutzer kaum über ein GB kommt, kann sich dem selbst Google dem nicht verschließen. Würde bedeuten: Unlimitierter Speicher in 2009!
  • 20 Android-Handys bis Weihnachten:
    Die OpenHandsetAlliance rund um Googles Handybetriebssystem Android darf sich freuen: Mit HTC, SonyEricsson, Huawei, Toshiba, NTTDoCoMo, LG, Garmin, Asus und Motorola erhöhte sich die Anzahl der Handyhersteller unlängst auf neun. Die Plattform wird 2009 definitiv an Bedeutung gewinnen.
    Das erste Android-Handy, das T-Mobile G1 kommt im Q1 zu uns. Bis Weihnachten 2009 werden wir wohl aus mindestens zehn Geräten wählen können. International wird diese Zahl locker bei 20 liegen.open-handset-alliance-android
  • Chrome:
    Im September habe ich geschrieben, dass ich einen Besen fressen würde, wenn Googles Chrome-Browser bis Jahresende über zehn Prozent Marktanteil bekommen würde. Angst um meine Ernährung muss ich mir wohl keine merh machen.
    Nun, ich glaube auch für 2009 nicht wirklich daran. Dass Chrome so schnell aus der Beta kam,  liegt offenbar daran, dass Google den Browser mit OEM-PCs bundeln will. Diese würde niemals Beta-Software auf ihren frischen Maschinen installieren.
    Solches Bundeling (“Crapware installieren”) hat aber noch keinem Produkt gut getan und wird dem Ruf des Browsers nur schaden.

Hardware in 2009

  • Preis und Ausstattung:
    Heute bekommt man einen sehr guten PC schon um 600 Euro. Bei den Speicherpreisen wird der Sturzflug wohl bald ein Ende haben – dennoch werden wir im kommenden Jahr erstmals Consumer-PCs mit acht Gigabyte Ram sehen. Damit wird einher gehen, dass 64-Bit-Versionen von Windows immer größere Verbreitung finden.
    Hier die Geizhals-Preisentwicklung für einen RAM-Riegel:geizhals-ramSpannend wird auch, zu welchem Preis Intels Core i7-Plattform im Frühjahr den Massenmarkt erreicht und ob sich AMD wieder erfängt und für mehr Wettbewerb als aktuell sorgt.
    Auch bei den Features wird immer mehr aufgerüstet, denn von der Ausstattung unterscheidet sich ein Netbook heute kaum mehr von einem teuren Modell. Als Differenzierungsmerkmal zu Diskontmodellen könnten etwa GPS-Empfänger oder große, schnelle und stromsparende SolidState-Drives dienen.
    Ende 2009 wird es kaum ein Notebook über 1000 Euro mehr geben, das nicht über ein eingebautes HSDPA-Modem verfügt.
  • Siegeszug von Blu-ray:
    Die DVD als optisches Speichermedium verliert immer mehr an Bedeutung. Ich selbst könnte schon längst ohne Silberscheiben leben. Bei besseren Geräten werden Blu-ray-Drives im nächsten Jahr zum Standard. Praktisch jeder Marken-Hersteller wird mehrere Modelle anbieten.
    Damit löst sich auch das Henne-Ei-Problem: Beschreibbare Blu-ray-Rohlinge kosten derzeit noch mindestens sieben Euro pro Stück.  Dieser Preis sollte sich im Jahresabstand zumindest halbieren – für 25+ GB kein schlechter Deal.
    BD-Rohling
  • Green IT-Regelungen:
    Eigentlich hätte ich es schon für heuer erwartet – aber 2009 kommt die EU mit klaren Kennzeichnungs-Regelungen. Auf einen Blick wird dann klar, wie viel so manches elektronische Gerät an Strom schluckt.

Mobilfunk

  • Nokia bringt echten Killer:
    Das 5800 als iPhone-Konkurrenz zu bringen, kann nicht wirklich der Weisheit letzter Schluss sein. Und auch das N97 ist zwar nett, aber – ohne es in der Hand gehabt zu haben – auch eher eine Evolution als eine Revolution.
    Wirklich spannend könnte es sein, wenn Nokia das hier bringt:nokia-new-interface-1Dabei handelt es sich um ein Mockup, das “versehentlich” in eine nicht öffentliche Präsentation während der Nokia World in Barcelona vor zwei Wochen gerutscht ist. Auch wenn Nokia in einem E-Mail an Engadget schreibt, dass es sich nicht um ein Produkt, sondern um eine User-Interface-Studie handelt, ist für 2009 ein reines Touchscreen-Handy von Nokia zu erwarten.
  • Nokia App-Store:
    Wer weiß schon, dass es für Nokias S60-Handys ebenso viele Anwendungen gibt wie für den mittlerweile vollkommen überladenen AppStore von Apple? Auch hier gibt es 10.000 Programme – teils gratis, teils kostenpflichtig.
    Nur: Wie findet man die? Nokia wird 2009 seine OVI.com-Plattform wohl um einen Software-Laden erweitern.
  • Billigeres Roaming:
    Per 1. Juli wird Roaming im EU-Ausland teilweise sogar billiger als die Handynutzung im Inland. Die Sprachtarife werden weiter abgesenkt und per Verordnung werden auch SMS-Nachrichten verbilligt. Die einzig offene Frage ist, ob die Deckelung der Großhandelspreise beim Datenroaming etwas bewirkt.
    Letzte Hürde vor dem Inkraft-Treten: die Abstimmung im Europaparlament.
  • GPS wird Standard:
    Selbst günstige Handys bekommen spätestens allesamt einen GPS-Chip eingebaut. Warum? Weil der aktuell nur 1,2 Dollar pro Stück kostet. Und dieser Trend macht vor Mobiltelefonen nicht Halt. Wie wäre es mit einem MP3-Player, der einem je nach Position Wissenswertes zum Ort sagt? Darauf ließen sich durchaus interessante Geschäftsmodelle bauen.
  • Super-Cam-Phones:
    Sony hat im November ganz unscheinbar einen CMOS-Sensor vorgestellt: Der Exmor IMX060PQ ist der erste 12,5 Megapixel-Chip für Kamerahandys. Verfügbar wird er im März 2009 sein. Wetten, dass zu Weihnachten die ersten Handys damit ausgerüstet sein werden?
    sony-exmor-imx060pq
  • WiMAX stirbt:
    In der Theorie wäre WiMAX ideal dafür geeignet, ländliche Gegenden mit Internet zu versorgen. In der Praxis schaut es um die Funktechnik zappenduster aus. Die Telekom Austria hat ihre Lizenz bereits zurück gelegt, UPC wird wohl auch bald folgen. Beide scheuen offenbar davor zurück, ihre eigenen Produkte und Techniken damit zu kanibalisieren.
    Bleibt noch WiMAX Telecom übrig. Doch deren Footprint und Kundenzahl ist zu klein, um lange überleben zu können.
  • Schneller surfen:
    Ach ja: Die Mobilfunkbetreiber werden uns immer höhere Bandbreiten versprechen, die sie dann auch nicht halten können. Vorgeschmack gefällig? Bei Tre (Drei/Hutchison) in Schweden kann man bereits jetzt mit 21 MBit/s mobil surfen. Wer’s glaubt!

Web x.0

  • Das große Sterben:
    Im kommenden Jahr wird das große Sterben von Web 2.0-Diensten beginnen. Erwischen wird es nicht die innovativeren Originale (meist aus den USA), sondern die Abkupferer und (meist aus Europa). Die Nutzer sind nicht dumm – sie erkennen genau, was das Original und was die billige Kopie ist. Und warum zum Schmiedl gehen, wenn der Smith auch deutsch spricht?
    Nur ganz wenige werden den Sprung über die Grenzen des alten Kontinents schaffen. Mein Tipp dafür: soup.io.
  • Facebook vs. Xing und VZs:
    Das wird auch die großen deutschen Social Networks treffen. Die werden zwar – mit dem Markt – weiter wachsen. Facebook wird aber dank seiner Offenheit (APIs, Apps, FB-Connect etc.) auch den deutschsprachigen Raum aufrollen.
  • CloudComputing hebt ab:
    Es ist unendlich schwer, kleine wie große Firmen zu überzeugen, ihre Daten nicht im Haus sondern in der Cloud zu lagern. Dabei ist selbst der beste Systemadministrator nicht so gut wie die Leute bei Amazon (AWS) oder Microsoft (Azure).
    2009 werden dennoch immer mehr Firmen anfangen, ihre (eher unwichtigeren) Daten bei diesen Diensten zu hosten. So werden sie draufkommen, dass das ganze nicht schlimm ist und wirklich Vorteile bietet.

Digital Home

  • PS3 wird billiger:
    Es ist immer das gleiche Spiel: Es tauchen Gerüchte um eine herannahende Preissenkung der Playstation 3 auf, Sony dementiert das und in einem Monat darauf wird sie billiger. Das muss sie auch, denn Sony verliert immer mehr an Boden. Nintendos Wii liegt nach wie vor auf Platz eins, gefolgt von Microsofts Xbox 360. Weit abgeschlagen am dritten Platz liegt die PS3.
    Dabei ist sie ein toller Media Player und somit auch für all jene interessant, die keine Zeit mit Spielen vergeuden wollen.
    Und noch einen Fehler macht Sony: Das Ding muss offener werden. Wie wäre es etwa mit Widgets oder einer Online-Videothek auch für Europa?
  • Haushaltsroboter boomen:
    iRobot zeigt vor, wie man das Staubsaugen denen überlassen kann, die sich nicht über die Arbeit beklagen. Die Preise sind mit 300 Euro auch durchaus leistbar. Im kommenden Jahr werden wir solche Geräte auch von Herstellern wie Siemens, Philips oder Miele sehen.
  • Fernseher:
    Der absolute Tiefpunkt ist auch mit 350 Euro für einen 32-Zoll-LCD-Fernseher wohl noch nicht erreicht. Aber ich denke wir sind ganz nahe an der Talsohle. Für Sony, Philips & Co. stellt sich die Frage, wie man sich differenzieren kann.
    Ganz einfach: Fernseher werden intelligenter und bekommen einen Ethernet-Anschluss. YouTube, Flickr & Co. kommen Ende 2009 bei jedem Gerät über 700 Euro auf die Mattscheibe.
  • Blu-ray ist tot:
    Der Beginn der Vernetzung von TV-Geräten ist gleichzeitig auch das Ende der Blu-ray-Scheiben. Ein HD-Film bei Online-Videotheken wie Apples iTunes kostet nur vier bis fünf Dollar – kein Vergleich zu 20-40 Euro für einen hochauflösenden Blu-ray-Film, den man ohnehin nur ein paar Mal anschaut.
    Eigentlich hat uns Steve Jobs schon für 2008 versprochen, dass er diesen Dienst in Europa anbieten wird, doch noch immer sind wir auf Tricks mit US-Gutscheinen angewiesen.
    Der Filmindustrie sei hier eines gesagt: Es gibt ein Mittel gegen die Piraterie – es sind dies legale Angebote!

Wie weit liege ich daneben? Was sind eure Vorhersagen?

Hands On: Nokias iPhone-Konkurrent

14. Oktober 2008

Am letzten Freitag durfte ich ein wenig spielen. Das Spielzeug war ein Nokia 5800 Xpress Music (Codename: Tube). Das erste Touchstreen-Handy der Finnen ist wohl auch eine Antwort auf das iPhone. Die Frage daher: Was kann es und wie gut schlägt es sich gegen das Apple-Smartphone?

5800

Der Presseausendung entnahm ich vorab die Ausstattung. Ein solchermaßen komplett ausgestattetes Handy hat man zu einem solchen Preis (334 Euro ohne Providerbindung und mit USt.) noch nie bekommen. Es wird fast alles haben, was man heute in ein Handy einbauen kann: Media- und Organizer-Funktionen, GPS, 3,2 Megapixel-Cam, FM-Radio, UMTS und WiFi. Eine Acht-GB-Speicherkarte ist im Lieferumfang und kann gegen eine 16-GB micro-SD-Card getauscht werden.

Die Abmessungen:
Mit 51,7 mm ist es etwas schmäler als das iPhone, aber bei 15,5 mm deutlich dicker. Es ist knapp rund 4 mm weniger hoch.

Display:
Bedient wird es mit den Fingern oder einem Stift. Wem das nicht reicht, der nutzt das mitgelieferte Blacktron (ein kleines Plastikdreck, das man von Gitarren kennt). Wie viele neuen Handys hat es einen Bewegungssensor eingebaut, das Betriebssystem reagiert etwa, wenn man das 5800 dreht.

Das geht gleich flüssig wie beim iPhone und funktioniert an praktisch jeder Stelle des Betriebssystems. In jeder Anwendung kann man so auch ein komfortables Soft-Keyboard nutzen. Es ist groß genug, sodass man sich nicht gleich vertippt, lässt allerdings während der Texteingabe wenig Platz am Bildschirm übrig.

Copy & Paste ist – wie bei allen anderen Symbian-Handys – ebenfalls mit dabei. Allerdings crashte es dabei ständig. Weil es sich dabei um ein Vorserienmodell handelte, war das nicht weiter schlimm.

Der Bildschirm mit einer Diagonale von 8,1 cm (iPhone: 8,9 cm) ist übrigens mit einer Auflösung von 640 x 360 im 16:9-Format super-knackig. Videos (MPEG4, WMV9, 3GP, CIF und ich glaube auch h.264) sehen darauf sensationell gut aus.

Zoomen kann man mit den Softkeys am rechten Bildschirmrand. Das Vergrößern eines Textes geschieht gleich wie bei anderen touch-Handys durch doppeltes Tapsen auf den entsprechenden Text, der dann wirklich gut lesbar ist. Nachteil: der Plastik-Bildschirm. Das harte Glas des iPhones ist einfach ungeschlagen, dessen Display reagiert einfach viel schneller und fühlt sich besser an. Das zieht sich durch die ganze Software, wenngleich man mit finalen Bewertungen (Vorserie) noch warten muss.

Praktisch ist die Shortkey rechts oben am Display: Drückt man diesen Button, geht eine konfigurierbare Liste mit Anwendungen auf.

Ebenfalls mit dabei: Ein RSS-Reader, Nokia Maps und ein paar Spiele. Und wer’s braucht: MMS-Mitteilungen. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob es auch mit Exchange-Servern syncen kann. Seit kurzem ist dieses Feature nicht nur bei der E-, sondern auch bei der N-Serie mit dabei.

Der Browser ist – meiner Meinung nach – das Sorgenkind von S60-Handys. Doch auch hier gibt es Besserung, wenngleich keine dramatische. Das Gute vorweg: Webseiten werden endlich als Ganzes dargestellt. Er rendert langsamer als der Safari am iPhone, dafür unterstützt er von Haus aus Flash.

Audio und USB:
Zur Hardware gehört noch ein Lautsprecher, der wirklich seinesgleichen sucht. So laut und wohlklingend (ist relativ auf einem Handy) habe ich noch kein Mobiltelefon empfunden.
Apropos Audio: Das 5800 hat auch eine 3,5mm-Standard-Kopfhörerbuchse. Warum das nicht jedes Handy hat …

Und weil wir gerade bei Standards sind. Wie alle neuen Nokias hat auch dieses Gerät einen Standard-Datenanschluss: Micro-USB. Den Anschluss Steckplatz für den Power-Adapter habe ich lange gesucht und nicht gefunden – den gibt es nicht mehr. Die beste Nachricht von allen: Künftig werden alle Nokias über Micro-USB nicht nur mit Daten, sondern auch mit Energie versorgt!!!

Langzeit-Tests konnte ich natürlich keine machen, doch könnte der Akku langlebiger sein, als der des iPhone. Dessen Kapazität soll laut Nokia-Specs 1320 MAh betragen, während Apples Smartphone lediglich 1150 MAh Energie in sich trägt.

Handycam:
Die Kamera bietet eine Auflösung von 3,2 Megapixeln. Nokia-typisch wird sie vermutlich relativ gut sein, Fotos im Freien bei Tageslicht konnte ich noch keine machen. Der Xenon-Blitz ist mir – wie bei allen Handys – etwas zu grell. Videos dreht die Cam auch – standardmäßig in MPEG4.

Die Software:
Seit meinem letzten privaten Nokia-Telefon vergingen schon einige Jahre. Erst nutzte ich Windows Mobile, jetzt bin ich am iPhone. Mit S60 habe ich so meine Probleme. Wer Nokia-Smartphones aber gewohnt ist, wird sich sofort zurecht finden.

Was oft vergessen wird: S60 (selbst OpenSource) ist nicht viel geschlossener als Googles Android. Man kann so gut wie alles an Anwendungen dafür entwickeln und es wird von den Mobilfunkbetreibern auch nicht “kastriert”. Der Nutzung als HSDPA-Modem via Bluetooth sollte nichts im Wege stehen. Nur leider ist Nokia sehr erfolgreich, all diese Anwendungen gut zu verstecken.

QIK wird als Download-Option ebenso schnell installiert werden können wie eine Twitter-App (welche ist noch unsicher). Fotos und Videos lassen sich per Knopfdruck im Web (Share on OVI oder Flickr) veröffentlichen.

Es kommt mit Musik:
334 Euro (again: ohne Vertrag) mag für ein Handy schon ein guter Preis sein. Er wird aber noch besser, weil man unbeschränkt viel Musik dazu geschenkt bekommt! Comes with Music ist nämlich mit dabei.

Wer diese oder andere Nokia-Handies ab 2009 kauft, darf sich nämlich ein Jahr lang so viele Tracks herunter laden, wie er will. Zur Auswahl stehen mehr als fünf Millionen Songs aller Major- (EMI, Warner, Sony BMG und Universal) sowie einiger Indie-Labels.

Das Beste: Man kann nach Ablauf eines Jahres zwar keine neuen Songs mehr herunter laden, aber alle bisher gedownloadeten (welch schönes Wort) bleiben am Handy und am PC weiter abspielbar. Der Nachteil: Das DRM funktioniert nur auf Windows Mobile-Geräten (ein Showstopper für Mac-User) und man kann die Songs nicht brennen.

Fazit:
Wer Nokia-Handies mag erhält enorm viel für wenig Geld. Es definiert die Mittelklasse nicht nur preislich neu. Das 5800 XpressMusic ist (für mich) zwar kein iPhone, hat aber das Zeug zum Topseller.

Apples iPod-Problem

31. August 2008

Seit einiger Zeit geistern im Web Gerüchte herum, wonach Apple demnächst seine iPods rennovieren könnte. Alles deutet darauf hin, dass es am 9. September ein Presse-Event gibt. Vom runderneuerten iPod nano gibt es sogar schon ein – für mich sehr plausibles – Foto, das im Internet kursiert.

Das Problem der aktuellen nanos: Für Videos sind die Displays schlichtweg zu klein. Die Lösung: Wie bei Microsofts Zune wird das Gerät für Videos um 90 Grad gedreht. Sonst ist wohl nicht viel zu erwarten.

Schwerer wird es für Apple sein, den iPod touch aufzuwerten. Der wird gerade durch das iPhone kanibalisiert. Eine Preissenkung (ab 199 Dollar?) alleine wird die Verkäufe nicht ankurbeln. Vom Formfaktor wird er ziemlich ident bleiben. Aber es gäbe doch ein paar Dinge, die Apple dem touch spendieren könnte.

  • Noise Cancelling:
    Die Idee hinter der Geräusch-Reduktion: Störgeräusche werden durch eine gegengleiche Welle kompensiert. Das funktioniert zwar nicht immer perfekt, aber gerade bei monotonen Tieftönen (Lärm im Flugzeug oder im Zug) funktioniert das sehr gut.
    Meist ist das dazu nötige Mikrofon in teure Kopfhörer integriert. Sony baut diese Funktion gleich in einige seiner Walkman-Modelle ein. Der Vorteil davon: Jeder Kopfhörer ist ein Noise-Cancelling-Headset. Was Sony schafft, müsste doch auch Apple können – ein winziges, billiges MEMS-Mikrofon würde reichen.
    Dem touch fehlt derzeit noch ein Mikro, das iPhone hätte bereits eines. Bin gespannt, ob dieses Feature eventuell als 3rd Party App nachkommen könnte. Auch beim nano spräche nichs dagegen.
  • VoIP-touch:
    Wenn das neue iPod-Flaggschiff ein Mikro hätte, spräche auch nichts gegen einen Voice over IP-Client, der den Mediaplayer in ein Wlan-Telefon verwandeln würde. Eine solche Applikation am iPhone würde AT&T, T-Mobile & Co. nicht gut gefallen. Mit dem touch hätte Apple aber keinerlei Verpflichtungen gegenüber anderen Firmen.
  • Lautstärke-Tasten:
    Es ist doch naheliegend, dass man am Gerät selbst die Lautstärke justieren möchte. Warum der touch sole Tasten nicht schon immer hatte, ist mir ein Rätsel. Am iPhone gäbe es sie.
  • Besseres Display:
    Der aktuelle Bildschirm misst 480 x 320 Pixel (165 dpi) und ist nicht mehr das Nonplusultra, was es bei tragbaren Medienplayern gibt. Das etwas größere Nokia-Tablet N8xx hat 800 x 480 Pixel Auflösung bei 227 dpi. Möglich, dass auch Apple ein besser aufgelöstes Display bringt. Wahrscheinlich? Glaube ich nicht.
  • Fitness-App:
    Ziemlich sicher kommt gleichzeitig auch die Nike+-Applikation fürs iPhone und den iPod touch. So eine App wünsche ich mir schon lange. Warum? Weil ich endlich mit Sport anfangen will und hoffe, damit die nötige Motivation zu bekommen :-)
  • GPS-Modul:
    Dazu würde auch passen, dass der touch ein GPS-Modul erhält. Der Nutzen dafür wäre weniger in der Navigation oder im Zurechtfinden mit Google Maps – dazu bräuchte man ja eine ständige Netzverbindung, die der touch ja nicht hat.
    Sinn würde es aber im Zusammenspiel mit dem Fitness-Companion machen (Laufstrecke aufzeichnet etc.) und außerdem gäbe es ja noch die Möglichkeit eines echten Navis mit Software von TomTom, Garmin & Co. Die Karten wären dann am Gerät und somit wäre Navigation auch mit dem touch möglich.
  • WiFi-Sync:
    Warum das Übertragen von Podcasts und anderen Inhalten nicht schon lange über Wlan geht, weiß wohl nur Apple.

Jemand andere Ideen? Wie könnte Apple den iPod touch neben dem iPhone noch verkaufen? Oder haben sich iPod & Co. im Zeitalter von Multimedia-Handys ganz überlebt?

Lötkolben gegen Abzocke

17. August 2008

Gleich nach dem Launch des iPhone 3G musste ich mir meinem Unmut Luft machen: Apple hat die Pin-Belegung am neuen iPhone so geändert, dass das Aufladen an altem Zubehör nicht mehr möglich ist. Das Blog-Post hat hohe Wellen geschlagen, sogar das B5-Computermagazin des Bayrischen Rundfunks hat darauf reagiert und ein Interview mit mir gebracht.

Geändert hat sich nichts – wie auch: Weil es eine Hardware-Sache ist, könnte Apple nicht einmal etwas dann ändern, wenn der Druck gewaltig wäre. Mein Zubehör würde das iPhone 3G weiter nicht aufladen :-(

Noch tut es das nicht, aber vielleicht bald wieder, denn es hat sich jemand der Sache angenommen: Gerhard Schaden vom Klagenfurter ThinClient-Hersteller Liscon.

Die Idee: Ich tausche mein altes Original-iPhone gegen Arbeit. Gerhard bot an, alle meine drei iPod-Docks so umzulöten, dass diese das iPhone 3G wieder aufladen. Er lötet gerne, ich lade gerne – also ein fairer Deal. Würde man all seine Arbeitsstunden zusammen zählen, wäre schnell klar: Der ganze Aufwand lohnt sich nicht wirklich. Aber es ist immerhin auch ein Zeichen gegen die Abzocke an Konsumenten.

Theoretisch, so meinte Gerhard, bräuchte es nur ein paar Widerstände an den richtigen Stellen der Ladegeräte. Gesagt, getan: Ein erster “Prototyp” (siehe Bild) war heute fertig, den wir gleich getestet haben. Und siehe da: Es funktionierte. Jetzt geht es demnächst ans Eingemachte – sprich an Logitech, Philips und Sharp. Dass ich dabei die Gewährleistung verlieren könnte, ist mir klar.

Sobald alles funktioniert, gibt’s hier eine detaillierte Anleitung für alle Freunde des Lötkolbens.

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