Android: Jetzt geht’s los!
15. Februar 2009
Einer meiner Kritikpunkte am T-Mobile G1 (neben Hard- und Software im Betastadium) war das Fehlen von Bezahlprogrammen. Das ist nun bald vorbei. Am Freitag kündigte Chric Chu am Android Developer Blog an, dass es ab kommendem Mittwoch erste Bezahlprogramme im Android Market geben wird.
Vorerst können nur Entwickler aus den USA und UK ihre Apps einreichen. Entwickler aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Spanien werden Ende März in den Store gelassen. Die Apps sollten in den nächsten Wochen aber weltweit abrufbar sein.
Hier die groben Fakten:
- Bezahlt wird logischerweise mit Google Checkout.
- Die Preise können in den USA zwischen 99 Cent und 200 Dollar betragen. Für Großbritannien 50 Pence bis 100 Pfund. Die Preise können in dieser Bandbreite beliebig verändert werden. Einmal raufgeladene Gratis-Programme dürfen nicht kostenpflichtig gemacht werden. In so einem Fall muss der Entwickler eine neue Anwendung einreichen.
- Rücktrittsrecht: Käufer können binnen 24 Stunden vom Kauf zurück treten. Erst nach Ablauf dieser Frist wird die Kreditkarte belastet. Irgendwie toll – das sollte ausreichen, um ein Programm ausgiebig zu testen.
- Umsatzaufteilung: Die Entwickler bekommen laut Cnet 70 Prozent des Umsatzes. Auch Apple hat diesen Share, wer Programme für den Blackberry entwickelt, bekommt 80 Prozent.
Gratis ist zwar gut, aber kostenlose Programme sind nicht immer als solche, für die man bezahlen muss. So würde es nie etwas geben, wofür Sublizenzen fällig wären: etwa GPS-Navigations-Software (an TeleAtlas, Navteq & Co.) oder eine dringend nötige Exchange-Anbindung (an Microsoft).
Android könnte, wie bereits erwähnt, eine große Zukunft vor sich haben. Die Einführung von Bezahlprogrammen ist ein Schritt dort hin.

Und schon kommende Woche darf man beim Mobile World Congress in Barcelona die eine oder andere Hardware-Premiere erwarten. Ich bin dort und halt euch am Laufenden! Hasta luego!
Ist Microsoft übermütig?
11. Februar 2009
Die Ankündigung von Google Sync am Montag entzückte und verwunderte mich. Fortan kann man alle seine GMails, Kontakte und Kalendereinträge der entsprechenden Google-Dienste am Handy synchronisieren. Kurz nach der Google-Meldung veröffentlichte Microsoft ein Statement, dass der Suchmaschinen-Marktführer das ActiveSync Protokoll lizenziert hat.
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Moment! Microsoft lizenziert eines seiner Key-Protokolle an seinen vermeintlich größten Konkurrenten?
Das wirft zwangsläufig eine Menge Fragen auf:
- Google hat doch keine Microsoft-Server. Was machen die genau?
Antwort: Vielfach wird (auch von mir) kritisiert, dass Googles Dienste immer nur Inseln wären, die nicht oder erst mit der Zeit miteinander kommunizieren könnten. Google verwendet keine Exchange-Server für Gmail, sondern nutzt Active Sync quasi als Verbindungsstück zwischen seinen eigenen, proprietären Protokollen und der mobilen Welt. Wie viel Google bezahlt hat, ist nicht bekannt. - Warum macht Microsoft so etwas?
Antwort: Der Hauptgrund liegt wohl in der Verpflichtung aus dem EU-Verfahren, Serverprotokolle ohne Diskriminierung Dritter zu vernünftigen Kosten (billiger als selbst programmieren) zu lizenzieren. Außerdem könnte man sich dadurch höhere Einnahmen in der Zukunft erwarten. - Wer hat das noch lizenziert?
Antwort: Eine ganze Menge von Unternehmen kann mit Exchange-Servern kommunizieren. Mobil sind das etwa Nokia, SonyEricsson, Palm oder Apple. Das Protokoll soll bereits an rund 500 Unternehmen lizenziert worden sein. - Kanibalisiert man damit nicht seinen Exchange-Server?
Antwort: Und wie! Nun stellt sich die Frage, wozu jemand noch für einen teuren Exchange-Server oder -Account bezahlen soll, wenn man bei Google Ähnliches gratis bekommt. Die Qualität (Uptime, Zuverlässigkeit) von Gmail & Co. spricht dafür.
Noch ist nicht alles zusammen gewachsen – aber das ist nur eine Frage der Zeit. Mit Outlook sync noch nicht alles und Aufgaben sowie Notizzettel (wer’s braucht) geht noch gar nicht.
Am Samstag organisiere ich die IT der Firma eines Freundes neu – klar, dass ich ihm Google Apps empfehlen werde. Für Kleinunternehmen dürfte das nun die erste Wahl sein. - Microsoft macht 90 Prozent seines Umsatzes über Partner. Die werden wohl keine Freude damit haben, oder?
Antwort: Kaum vorstellbar, aber was bleibt denen übrig? Die haben schon im Vorjahr rebelliert, als Microsofts Online-Services-Sparte damit begann, selbst Exchange- und Sharepoint-Hostings zu verkaufen – ein Geschäft, das bislang die Partner machten. - Wie sehr trifft das Windows Mobile-Sparte?
Antwort: Brutal! Wenn die – kommende Woche in Barcelona vorgestellte – Version 6.5 von Windows Mobile und zukünftige Hardware nicht wirklich ein Schritt nach vorne sind, dann sehe ich schwarz dafür.
Früher war die (zweifellos beste) Exchange-Verbindung noch ein Kaufargument für Windows Mobile. Heute kann das fast jedes Nokia – und bald wohl auch das T-Mobile G1. - Und die Mac-Business-Unit?
Antwort: Deren wichtigstes Produkt ist Office. Ein Argument, dieses inferiore Produkt zu kaufen ist, dass Entourage die einzige Mac-Software ist, die mit Exchange kann. MacOSX 10.6 (Snow Leopard) wird Active Sync integriert haben und die Notwendigkeit fürs Mac-Office beseitigen.
Und vielleicht wird iCal, das Adressbuch und Mail ja bald auch ohne Einschränkungen und Extra-Tools zu Google syncen. - Warum kann man Microsofts Hotmail/Windows Live Contacts/Calendar nicht so abgleichen?
Antwort: Das weiß man wohl nur in Redmond. Eigentlich ist das eine unfaire Benachteiligung der eigenen Nutzern. Es könnte sein, dass jetzt mehr Hotmail-User zu Gmail wechseln. Dazu passend: Seit wenigen Tagen hat Gmail Hotmail auch umfangreiche Import-Funktionen für andere Mail-Anbieter (etwa Hotmail, GMX, Yahoo, AOL).
Der Schritt zur Offenlegung und Lizenzierung aller Server-Protokolle war nicht ganz freiwillig, aber vielleicht könnte er sich lohnen – die Welt geht weg von Software-Packerln und Client-Server-Lösungen hin in die Cloud.
Und in einem Unternehmen wie Microsoft geht zwangsläufig einmal der Erfolg der einen Business-Unit zu Lasten einer anderen. Welche BU trifft es als nächstes?
So wird 2009
15. Dezember 2008
Es ist unvermeidlich: Zu dieser Zeit des Jahres muss ich meine wilden Spekulationen gründlich recherchierte Vorhersagen für das kommende Jahr machen. Wer wissen will, wie genau meine Prognosen für die vergangenen Jahre waren, braucht nur in meinen Blogposts für 2008, 2007 oder 2006 nachlesen. Zumindest bei ein paar Dingen bin ich richtig gelegen.
Wie komme ich dazu, mir überhaupt anzumaßen, die Zukunft vorherzusagen? Ganz einfach: Ich hab keine Ahnung, was passieren wird. Einiges kann man zwar erahnen, wenn man 1 + 1 zusammen zählt. Und gewisse Trends sind auch offensichtlich. Aber nichts ist spannender als die Zukunft und ich kann auch 100 Prozent daneben liegen.
Meine Top 10 für 2009:
- Die Nutzer werden Windows 7 lieben
- Apple bringt kleine iPhones und verkauft sie frei
- Apple motzt sein Apple TV zur Spielkonsole auf
- Google überholt mit 20 Android-Handys Microsoft
- Microsoft kauft den Blackberry-Hersteller RIM
- Blu-ray im Wohnzimmer ist tot
- Blu-ray wird als Speichermedium am PC die DVD ablösen
- WiMAX ist tot
- Abgekupferte Sites sterben.
- Kameras mit zwölf Megapixel für Handys
Microsoft
2009 wird ein wichtiges Jahr für Microsoft. Mehrere große Product Launches stehen an, im Web muss der Rückstand zu Google aufgeholt werden und man muss endlich Ressourcen in sein Handy-Betriebssystem stecken.
- Windows 7:
Was man so hört, ist Microsoft schon sehr weit in der Arbeit an seinem Vista-Nachfolger. Windows 7 wird früher fertig, als viele meinen. Ich glaube, dass etwas dran ist an dem Gerücht, das in den Gängen der PDC kursierte: eine Beta im Jänner, ein Release Candidate im April/Mai und RTM (Fertigstellung, Release To Manufacture) am 3. Juni. Damit wäre es rechtzeitig für die Computer-Hochsaison (August bis November) bei den Kunden.
Und zur Überraschung vieler wird Windows 7 nicht nur ein Erfolg am Markt, sondern auch beliebt bei den Nutzern sein.

- Office 14:
Während Microsoft schon offen über Windows 7 redet, ist über Office 14 noch kaum etwas bekannt. Nur zwei Dinge: Auch OneNote und Outlook bekommen die neu eingeführte “Ribbon-UI”. Die gemeinsame Arbeit an Dokumenten soll vereinfacht werden. So können zwei Kollegen übers Netz eine Datei gemeinsam editieren – etwas das die neue Version von OpenOffice bereits kann.
- Live-Office:
Lange hat man sich dagegen gesträubt, doch 2009 wird es endlich soweit sein: Microsoft bringt ein echtes Cloud-Office. Es wird zwar ein paar Dinge weniger können als die Desktop-Versionen, doch reicht das ohnehin den meisten Anwendern.
Damit wird die Zusammenarbeit von mehreren Anwendern am gleichen Dokument über Desktop-Anwendung, Browser-App und Handy möglich.
Der Beta-Test sollte eigentlich noch heuer starten, doch soll es noch ein paar Probleme geben. - Live.com-Dienste:
Man muss kein Hellseher sein, um zu sehen, dass die Windows-Live-Suche auch im kommenden Jahr bei uns nur marginale Marktanteile haben wird. Aber: Sie wird besser. Das kann man jetzt schon testen, indem man den Browser auf englisch einstellt. Scheinbar gibt es für US-Nutzer andere, bessere, Suchalgorithmen.
2009 werden weitere Dienste dazu kommen und diese werden besser in Microsofts Desktop-Programme integriert.
Eine Ultimate-Version von Windows wird es nach dem Deseaster mit Vista wohl nie mehr geben. Aber die Live-Dienste könnten einen Anreiz bieten, um möglichst schnell auf 7 aufzuspringen: Für alle, die binnen x Monaten migrieren könnte es online mehr Speicher oder zusätzliche Features geben. - Windows Mobile:
Das wird die größte Baustelle im kommenden Jahr. Windows Mobile ist hoffnungslos veraltet und müsste eigentlich von Grund auf neu geschrieben werden. Die Lage ist noch viel schlimmer: Das Geschäftsmodell von Microsoft in diesem Bereich ist längst nicht mehr zeitgemäß, es stinkt schon vor Verwesung!
Was meine ich damit? Ein Handyhersteller (z.B. HTC) holt sich das Windows Mobile-Image, passt es ein klein wenig an seine Plattform an, baut einen Haufen Plastik (mit viel zu schwachen Prozessoren) drum herum und verdreht das teuer an die Mobilfunkbetreiber. Der verkauft es weiter an seine Nutzer und schert sich einen Dreck um Updates etc. Resultat: Unglaubliche Freude der Nutzer. Ich kenne NIEMANDEN, der mit einem Windows Mobile-Handy restlos glücklich ist. Falls es doch wen gibt – bitte in den Kommentaren melden!
- Das Zune Phone:
Dass das so nicht weiter gehen kann, wird man wohl auch in Redmond verstanden haben. Die Gerüchte rund um ein ZunePhone wollen einfach nicht verstummen. Zur Erinnerung: Microsoft hat im Vorjahr Danger gekauft – das ist der Hersteller von T-Mobiles Sidekick-Handy. Und wenn man schon einen MP3-Player hat, wieso verbindet man das nicht mit einem Handy? Die Leute wollen schließlich nicht mehrere Devices ständig mitnehmen.
Damit wäre auch gleichzeitig eine Referenz-Implementation geschaffen. HTC & Co. müssten sich an die höheren Qualitätsvorgaben halten, um noch etwas verkaufen zu können. Ach ja: Wenn man wirklich Erfolg damit haben will, müsste man es auch in Europa anbieten.
Schwachpunkt an dieser These: Man würde damit genauso viel Erfolg haben wie mit dem Zune. Daher: - Microsoft kauft RIM:
Genau das würde man brauchen: Gute Messaging-Produkte für Business-User, leidenschaftliche Kunden und einen bestehenden Markt. Unrealistisch? Abwarten! - MicroHoo:
Für 2006 und 2007 habe vorausgesagt, dass Microsoft Yahoo kaufen wird. Für 2008 habe ich daran gar nicht mehr gedacht, die andauernden Gerüchte erschienen schon zu ausgelutscht. Doch dann passierte es gleich Ende Jänner. Nach einem fürchterlichen Hin- und Her, das eher an eine Teenie-Beziehung erinnerte, winkte Yahoo ab. In der Folge sank der Kurs auf bis 8,90 Dollar/Aktie. Zur Erinnerung: Microsoft bot 33 Dollar.
Aber wie in jeder Teenie-Komödie gibt auch hier ein Happy-End. 2009 wird Microsoft Yahoo zum Schnäppchenpreis (18 Dollar?) kaufen, zerstückeln und sich nur die Suche einverleiben. Den wertvollen Rest (Flickr, del.icio.us & Co.) wird man weiter verscherbeln – vermutlich an Rupert Murdoch, der solche Seiten liebt, seitdem er MySpace relativ günstig gekauft hat.
Alternativ: Yahoo meldet seine Insolvenz und beantragt Chapter 11.
Apple
Größte Herausforderung für Apple-Chef Steve Jobs wird es sein, den Drive der letzten Jahre weiter zu führen. Jede MacWorldExpo wird an den vorangehenden gemessen. Einfach nur das neue Betriebssystem (10.6 Snow Leopard) vorzustellen, wird zu wenig sein. Die Erwartungen sind immer sehr hoch.
- iPhone nano:
Appel könnte bei der MacWorldExpo am 5. Jänner ein kleines iPhone (nano) präsentieren. Das macht gleich aus mehreren Gründen Sinn: Apple würde auch diejenigen ansprechen, die keine 30, 40 oder 50 Euro für einen Vertrag ausgeben wollen. Die Hardware wird immer günstiger und Cupertino würde die Konkurrenz dort treffen, wo heute noch einiges an Margen drinnen ist: im unteren und mittleren Preisniveau. Das würde wohl den Weltmarktführer Nokia arg treffen.
Und wie macht man das? Indem man es gleich verkauft, wie einen iPod: für 200 Euro, offen und ohne Beschränkungen. Die Bildschirmauflösung müsste jedoch gleich bleiben, da sonst Apps nicht mehr 100% kompatibel sind, oder?
- Apple TV reloaded:
Steve Jobs will auch das Wohnzimmer beherrschen. 2009 sollte das längst fällige Update für Apple TV kommen. Was bräuchte die Media-Box? TV-Aufnahmefunktion per USB-Anschluss (wird teuer als Extra verkauft) mehr Speicherplatz (40 bzw. 160 Gig sind für HD nicht zeitgemäß) und die Internationalisierung der Online-Videothek.
Und noch etwas: Es kommen Apps fürs AppleTV. Kleine Widgets, die man aus einem Appstore kaufen kann. Mit ihnen wird man das Wetter, Social Networks, News oder Aktienkurse am Fernseher konsumieren können.
Und schlussendlich wird Apple TV zur Spielkonsole – allerdings nicht auf dem grafischen Niveau einer Xbox 360 oder Playstation 3, aber für Super Mario & Co. reicht schon die Hardware voll. - Das iPad kommt:
Mit seinem eher höherpreisigen Sortiment bekommt Apple nichts vom Trend zu Netbooks ab. Die kleinen, aber günstigen Notebooks werden zwar 2009 weiter wachsen, doch Steve Jobs könnte mit einem eigenen Ansatz durchaus ein gutes Stück vom Markt kassieren. Wie würden die aussehen? Maximal zehn Zoll große Multitouch-Slates, erweiterbar mit einem Ständer und einer Bluetooth-Tastatur für unter 500 Dollar.
Genau das braucht Apple, um 2009 den globalen PC-Marktanteil noch um ein, zwei Prozentpunkte zu steigern.

- Viren und andere Schädlinge:
Was mich immer noch wundert: Warum gibt es für MacOS X keine Schadsoftware? Sind die wirklich immun dagegen und ist es nicht nur der weitaus größere Verbreitungsgrad von Windows, der PCs anfällig macht?
Allzusehr auf die leichter Schulter darf man das Problem allerdings nicht nehmen. KEINE Software ist fehlerfrei und mit weiter steigender Beliebtheit von Apple-Rechnern steigt auch die Gefahr. Wird die erste große Attacke 2009 passieren? Gut möglich, aber das habe ich auch schon für 2008 vorhergesagt.
Nicht nur diverse Bücher haben ganz kräftig am Ruf von Google gekratzt. Datenschutzgründe sind es, die vielen Nutzern zumindest ein unwohles Gefühl geben.
- Maps werden unschlagbar:
Bilder des “Google Satelliten” GeoEye werden den Abdeckungsgrad und die Genauigkeit von Google Maps deutlich erhöhen. Gleichzeitig kommen immer mehr Städte mit Streetview online und es werden immer mehr Anwendungen immer besser davon nutzen ziehen. - Unlimited Space:
Der Speicher von Gmail wächst – seit November allerdings langsamer. Derzeit sind es gut sieben GB, die jedem Nutzer (auch für Picasa & Co.) zur Verfügung stehen. Laut aktuellem Algorithmus würde die 10-GB-Marke erst 2037 erreicht werden.
Yahoo und andere bieten jedoch schon Accounts mit unlimtiertem Speicher an. Auch wenn nur wenige das ausnutzen und der normale Nutzer kaum über ein GB kommt, kann sich dem selbst Google dem nicht verschließen. Würde bedeuten: Unlimitierter Speicher in 2009! - 20 Android-Handys bis Weihnachten:
Die OpenHandsetAlliance rund um Googles Handybetriebssystem Android darf sich freuen: Mit HTC, SonyEricsson, Huawei, Toshiba, NTTDoCoMo, LG, Garmin, Asus und Motorola erhöhte sich die Anzahl der Handyhersteller unlängst auf neun. Die Plattform wird 2009 definitiv an Bedeutung gewinnen.
Das erste Android-Handy, das T-Mobile G1 kommt im Q1 zu uns. Bis Weihnachten 2009 werden wir wohl aus mindestens zehn Geräten wählen können. International wird diese Zahl locker bei 20 liegen.
- Chrome:
Im September habe ich geschrieben, dass ich einen Besen fressen würde, wenn Googles Chrome-Browser bis Jahresende über zehn Prozent Marktanteil bekommen würde. Angst um meine Ernährung muss ich mir wohl keine merh machen.
Nun, ich glaube auch für 2009 nicht wirklich daran. Dass Chrome so schnell aus der Beta kam, liegt offenbar daran, dass Google den Browser mit OEM-PCs bundeln will. Diese würde niemals Beta-Software auf ihren frischen Maschinen installieren.
Solches Bundeling (“Crapware installieren”) hat aber noch keinem Produkt gut getan und wird dem Ruf des Browsers nur schaden.
Hardware in 2009
- Preis und Ausstattung:
Heute bekommt man einen sehr guten PC schon um 600 Euro. Bei den Speicherpreisen wird der Sturzflug wohl bald ein Ende haben – dennoch werden wir im kommenden Jahr erstmals Consumer-PCs mit acht Gigabyte Ram sehen. Damit wird einher gehen, dass 64-Bit-Versionen von Windows immer größere Verbreitung finden.
Hier die Geizhals-Preisentwicklung für einen RAM-Riegel:
Spannend wird auch, zu welchem Preis Intels Core i7-Plattform im Frühjahr den Massenmarkt erreicht und ob sich AMD wieder erfängt und für mehr Wettbewerb als aktuell sorgt.
Auch bei den Features wird immer mehr aufgerüstet, denn von der Ausstattung unterscheidet sich ein Netbook heute kaum mehr von einem teuren Modell. Als Differenzierungsmerkmal zu Diskontmodellen könnten etwa GPS-Empfänger oder große, schnelle und stromsparende SolidState-Drives dienen.
Ende 2009 wird es kaum ein Notebook über 1000 Euro mehr geben, das nicht über ein eingebautes HSDPA-Modem verfügt. - Siegeszug von Blu-ray:
Die DVD als optisches Speichermedium verliert immer mehr an Bedeutung. Ich selbst könnte schon längst ohne Silberscheiben leben. Bei besseren Geräten werden Blu-ray-Drives im nächsten Jahr zum Standard. Praktisch jeder Marken-Hersteller wird mehrere Modelle anbieten.
Damit löst sich auch das Henne-Ei-Problem: Beschreibbare Blu-ray-Rohlinge kosten derzeit noch mindestens sieben Euro pro Stück. Dieser Preis sollte sich im Jahresabstand zumindest halbieren – für 25+ GB kein schlechter Deal.

- Green IT-Regelungen:
Eigentlich hätte ich es schon für heuer erwartet – aber 2009 kommt die EU mit klaren Kennzeichnungs-Regelungen. Auf einen Blick wird dann klar, wie viel so manches elektronische Gerät an Strom schluckt.
Mobilfunk
- Nokia bringt echten Killer:
Das 5800 als iPhone-Konkurrenz zu bringen, kann nicht wirklich der Weisheit letzter Schluss sein. Und auch das N97 ist zwar nett, aber – ohne es in der Hand gehabt zu haben – auch eher eine Evolution als eine Revolution.
Wirklich spannend könnte es sein, wenn Nokia das hier bringt:
Dabei handelt es sich um ein Mockup, das “versehentlich” in eine nicht öffentliche Präsentation während der Nokia World in Barcelona vor zwei Wochen gerutscht ist. Auch wenn Nokia in einem E-Mail an Engadget schreibt, dass es sich nicht um ein Produkt, sondern um eine User-Interface-Studie handelt, ist für 2009 ein reines Touchscreen-Handy von Nokia zu erwarten. - Nokia App-Store:
Wer weiß schon, dass es für Nokias S60-Handys ebenso viele Anwendungen gibt wie für den mittlerweile vollkommen überladenen AppStore von Apple? Auch hier gibt es 10.000 Programme – teils gratis, teils kostenpflichtig.
Nur: Wie findet man die? Nokia wird 2009 seine OVI.com-Plattform wohl um einen Software-Laden erweitern. - Billigeres Roaming:
Per 1. Juli wird Roaming im EU-Ausland teilweise sogar billiger als die Handynutzung im Inland. Die Sprachtarife werden weiter abgesenkt und per Verordnung werden auch SMS-Nachrichten verbilligt. Die einzig offene Frage ist, ob die Deckelung der Großhandelspreise beim Datenroaming etwas bewirkt.
Letzte Hürde vor dem Inkraft-Treten: die Abstimmung im Europaparlament. - GPS wird Standard:
Selbst günstige Handys bekommen spätestens allesamt einen GPS-Chip eingebaut. Warum? Weil der aktuell nur 1,2 Dollar pro Stück kostet. Und dieser Trend macht vor Mobiltelefonen nicht Halt. Wie wäre es mit einem MP3-Player, der einem je nach Position Wissenswertes zum Ort sagt? Darauf ließen sich durchaus interessante Geschäftsmodelle bauen. - Super-Cam-Phones:
Sony hat im November ganz unscheinbar einen CMOS-Sensor vorgestellt: Der Exmor IMX060PQ ist der erste 12,5 Megapixel-Chip für Kamerahandys. Verfügbar wird er im März 2009 sein. Wetten, dass zu Weihnachten die ersten Handys damit ausgerüstet sein werden?

- WiMAX stirbt:
In der Theorie wäre WiMAX ideal dafür geeignet, ländliche Gegenden mit Internet zu versorgen. In der Praxis schaut es um die Funktechnik zappenduster aus. Die Telekom Austria hat ihre Lizenz bereits zurück gelegt, UPC wird wohl auch bald folgen. Beide scheuen offenbar davor zurück, ihre eigenen Produkte und Techniken damit zu kanibalisieren.
Bleibt noch WiMAX Telecom übrig. Doch deren Footprint und Kundenzahl ist zu klein, um lange überleben zu können. - Schneller surfen:
Ach ja: Die Mobilfunkbetreiber werden uns immer höhere Bandbreiten versprechen, die sie dann auch nicht halten können. Vorgeschmack gefällig? Bei Tre (Drei/Hutchison) in Schweden kann man bereits jetzt mit 21 MBit/s mobil surfen. Wer’s glaubt!
Web x.0
- Das große Sterben:
Im kommenden Jahr wird das große Sterben von Web 2.0-Diensten beginnen. Erwischen wird es nicht die innovativeren Originale (meist aus den USA), sondern die Abkupferer und (meist aus Europa). Die Nutzer sind nicht dumm – sie erkennen genau, was das Original und was die billige Kopie ist. Und warum zum Schmiedl gehen, wenn der Smith auch deutsch spricht?
Nur ganz wenige werden den Sprung über die Grenzen des alten Kontinents schaffen. Mein Tipp dafür: soup.io. - Facebook vs. Xing und VZs:
Das wird auch die großen deutschen Social Networks treffen. Die werden zwar – mit dem Markt – weiter wachsen. Facebook wird aber dank seiner Offenheit (APIs, Apps, FB-Connect etc.) auch den deutschsprachigen Raum aufrollen. - CloudComputing hebt ab:
Es ist unendlich schwer, kleine wie große Firmen zu überzeugen, ihre Daten nicht im Haus sondern in der Cloud zu lagern. Dabei ist selbst der beste Systemadministrator nicht so gut wie die Leute bei Amazon (AWS) oder Microsoft (Azure).
2009 werden dennoch immer mehr Firmen anfangen, ihre (eher unwichtigeren) Daten bei diesen Diensten zu hosten. So werden sie draufkommen, dass das ganze nicht schlimm ist und wirklich Vorteile bietet.
Digital Home
- PS3 wird billiger:
Es ist immer das gleiche Spiel: Es tauchen Gerüchte um eine herannahende Preissenkung der Playstation 3 auf, Sony dementiert das und in einem Monat darauf wird sie billiger. Das muss sie auch, denn Sony verliert immer mehr an Boden. Nintendos Wii liegt nach wie vor auf Platz eins, gefolgt von Microsofts Xbox 360. Weit abgeschlagen am dritten Platz liegt die PS3.
Dabei ist sie ein toller Media Player und somit auch für all jene interessant, die keine Zeit mit Spielen vergeuden wollen.
Und noch einen Fehler macht Sony: Das Ding muss offener werden. Wie wäre es etwa mit Widgets oder einer Online-Videothek auch für Europa? - Haushaltsroboter boomen:
iRobot zeigt vor, wie man das Staubsaugen denen überlassen kann, die sich nicht über die Arbeit beklagen. Die Preise sind mit 300 Euro auch durchaus leistbar. Im kommenden Jahr werden wir solche Geräte auch von Herstellern wie Siemens, Philips oder Miele sehen. - Fernseher:
Der absolute Tiefpunkt ist auch mit 350 Euro für einen 32-Zoll-LCD-Fernseher wohl noch nicht erreicht. Aber ich denke wir sind ganz nahe an der Talsohle. Für Sony, Philips & Co. stellt sich die Frage, wie man sich differenzieren kann.
Ganz einfach: Fernseher werden intelligenter und bekommen einen Ethernet-Anschluss. YouTube, Flickr & Co. kommen Ende 2009 bei jedem Gerät über 700 Euro auf die Mattscheibe. - Blu-ray ist tot:
Der Beginn der Vernetzung von TV-Geräten ist gleichzeitig auch das Ende der Blu-ray-Scheiben. Ein HD-Film bei Online-Videotheken wie Apples iTunes kostet nur vier bis fünf Dollar – kein Vergleich zu 20-40 Euro für einen hochauflösenden Blu-ray-Film, den man ohnehin nur ein paar Mal anschaut.
Eigentlich hat uns Steve Jobs schon für 2008 versprochen, dass er diesen Dienst in Europa anbieten wird, doch noch immer sind wir auf Tricks mit US-Gutscheinen angewiesen.
Der Filmindustrie sei hier eines gesagt: Es gibt ein Mittel gegen die Piraterie – es sind dies legale Angebote!
Wie weit liege ich daneben? Was sind eure Vorhersagen?
Google Chrome: Ausprobieren und weglegen
7. September 2008
Scheint so, als wäre die Hype rund um Googles Chrome-Browser wieder vorbei. Zumindest sagt mir das Google Analytics auf meinem Blog. Hier die Browser-Statistik, seit dem Erscheinen am 3. September bis heute, 7. September:
Beachtlich: Der Google-Brwoser hat auf meinem Blog in dieser Zeit einen “Marktanteil” von 7,77 Prozent. Am Erscheinungstag selbst waren es glatt 14,78 Prozent.
Am Erscheinungstag habe ich mir den Mund recht voll genommen und angekündigt, einen Besen zu schlucken, wenn Chrome bis Jahresende auf eine globale Reichweite von zehn Prozent kommt. Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Nein, mit Sicherheit nicht. Der Hype ist so schnell verflogen, wie er gekommen ist.
Nur 2,8 Prozent der Nutzer surften gestern und heute mit dem Chrome meine Website an. Tendenz: sinkend. Auffallend ist, dass fast alle Nutzer nur die erste Version hatten. Trotz enormer Medienberichterstattung an den folgenden Tagen (neue Build-Nummern), sind also kaum neue Nutzer dazu gekommen.
Fazit: War wohl wirklich nix! Aber zumindest gibt es wieder eine Wahlmöglichkeit mehr. Bislang hatten wir ja nur die Auswahl zwischen dem IE, Firefox, Flock, Opera, Safari und einigen anderen mehr.
Getrieben von einem Geburtstag
7. September 2008
Medien haben ein Problem: Sie sind ständig Getriebene. Wenn ein paar Konkurrenten heute eine Geschichte hat, muss die auch im eigenen Blatt oder am eigenen Sender ihren Niederschlag finden. Sonst glaubt der Leser/Zuseher/Zuhörer vielleicht noch, man habe etwas verschlafen. Ganz egal, ob der Grund für die Geschichte stimmt oder gar das eigentliche Datum falsch ist.
So geschehen bei der Berichterstattung für den “heutigen” 10. Geburtstag von Google. An die 350 redundante Geschichten liefert Google News zu dem – aus meiner Sicht – Nicht-Ereignis. Kein Wunder, dass man als Medium ganz schön alt ausschaut, wenn man diese Geschichte erst in 20 Tagen bringt. Der Gruppenzwang ist gewaltig.
Stellt sich die Frage, wann Google eigentlich den wie vielten Geburtstag hat. Kein leichtes Unterfangen, der 7. September 1998 ist aber definitiv nicht der Geburtstag der Suchmaschine. Was wären die alternativen Party-Termine?
- Jänner 1996:
Larry Page und Sergey Brin beginnen ihre Zusammenarbeit am gemeinsamen Projekt BackRub, was später zu Google wurde. - 15. September 1997:
An diesem Tag wurde die Domain google.com angemeldet. Auch im Vorjahr nutzten unzählige Medien, über Googles 10. Geburtstag zu berichten. Aber feiern tut man ja gerne. - 4. September 1998:
Am 4. und nicht am 7. September wurde die Eintragung der Firma Google eingereicht. Zumindest sagt das eine offizielle Website des Bundesstaates Kalifornien. Was sonst am 7. September 1998 hätte los sein können, ist mir unbekannt. - 27. September 1998:
Auf jeden Fall ändert Google selbst das Datum seines Geburtstagsfestes ständig. Als Gründungsdatum führt die Site ohnehin nur “September 1998″ an. Eine Übersicht über alle Geburtstags-Doodles (geschalten abwechselnd am 7. und 27. September) gibt es bei SearchEngineLand.
Heute habe ich weder auf google.com noch auf google.at oder .de einen Geburtstags-Doodle gesehen. Aber vielleicht kommt der ja erst in drei Wochen :-)
Völlige Privatsphäre …
7. September 2008
… kann es in Zeiten von Satellitenfotos nicht einmal in einer Wüste geben. Diese Antwort von Google erhielt ein US-Ehepaar, dessen Privatstraße von einem Google-Auto für Streetview abfotografiert wurde.
Und genau bei solcher Technik beteiligt sich genau diese Firma: Google kaufte sich unlängst bei GeoEye ein, die heute ihren Satelliten erfolgreich in der Umlaufbahn aussetzten. Mit GeoEye-1 ist es möglich, Bilder mit einer Genauigkeit von 40 cm/Pixel aufzunehmen, die dann exklusiv für Google Earth/Maps zur Verfügung stehen. Veröffentlicht dürfen die Bilder des fliegenden Fotoapparats aber nur in einer Auflösung von 50cm/Bildpunkt werden.
Das Problem ist für mich nicht, dass Google jetzt Fotos von ganz weit oben schießt. Im Gegenteil: Ich nutze diese Dienste sehr häufig und ärgere mich immer, wenn ein Fleck der Welt nicht in hoher Auflösung drinnen ist.
Aber es geht nicht an, dass Google …
- … sich bei der (Geo-)Privatsphäre auf etwas ausredet, das man selbst (mit-)betreibt.
- … derart zurückhaltend ist, wenn es darum geht, dass der Nutzer erfährt, was mit seinen Daten passiert.
- … wirklich arge Nutzungsbestimmungen für Produkte wie den Chrome oder Google Docs verordnet. Diese sahen vor, dass Google ein weltweites Nutzungsrecht für Daten bekommt, die der Nutzer erstellt. Gut: Jetzt kann man sagen, dass diese ja mittlerweile abgeändert wurden. Wären sie auch geändert worden, wenn es keinen Proteststurm gegeben hätte? Warum braucht es immer erst öffentlichen Druck, damit Google einlenkt?
- … immer mit zweierlei Maß misst – je nachdem, ob man selbst betroffen ist. Erst kurz vor der Androhung von Sanktionen wurde ein Link auf der Startseite zu den Datenschutz-Bestimmungen angebracht. Davor hat man sich dagegen gewehrt, um die Startseite nicht unnötig aufzublasen.
Wenn es darum geht, nicht für Datenschutz, sondern für den Chrome-Browser Werbung zu machen, zählt Marissa Mayers Plädoyer für eine schön schlanke Startseite plötzlich doch nicht mehr.
Fazit: Wer sich anmaßt, das Wissen der Menschheit zu verwalten, muss endlich transparent werden.
Disclaimer: Auch diese Site versorgt Google mit Daten, auch wenn das der Nutzer nicht will. Derzeit läuft hier (noch) Google Analytics.
Google Chrome: Wird wohl nix!
3. September 2008
Überraschungen erlebt man als Tech-Journalist selten. Viele Dinge kündigen sich lange im Voraus an. Googles heutige Ankündigung, mit “Chrome” einen neuen Browser zu bringen, kam für mich völlig unerwartet.
Um 21 Uhr stand die erste Beta zum Download (vorerst Windows only) bereit. Nachdem bereits den ganzen Tag die Presse und Blogosphäre überschlagen hat, war ich neugierig. Chrome gefällt mir irgendwie, ich glaube aber nicht, dass es ein durchschlagender Erfolg wird.
Das Gute:
- Reduced to the max: Chrome ist für mich das, was man gemeinhin als Browser bezeichnet. Nicht mehr und erst recht nicht die Plattform für Web-Apps von der alle reden. Grafisch überhaupt nicht überladen und reduziert auf das, was man braucht.
Bestes Beispiel dafür sind die Settings, die im Vergleich zum IE8 wirklich minimalistisch sind.

- Security & Stability: Dass jedes Tab, jedes Plugin und jedes Script in einer eigenen Sandbox abläuft, ist lobenswert. Im Gegensatz zu Betaversionen vom Firefox 3 ist mir Chrome in den letzten drei Stunden nie abgestürzt. Auch der Speicherverbrauch ist extrem niedrig.
- Tempo: Wow, das Ding rendert wirklich schnell. Dafür verantwortlich ist die Tatsache, dass Chrome auf der schnellen Rendering-Engine von Apples WebKit läuft. Auch die JavaScripts-VM ist sauschnell.
- OpenSource: Wie auch bei Firefox liegt der komplette Code offen. Wer sich dafür interessiert, Googles Chromium-Projektseite öffnet wohl demnächst seine virtuellen Pforten.+
Das Schlechte:
- Braucht die Welt wirklich einen weiteren Browser?
- Standards: Gut, es ist noch eine Beta und andere Browser schaffen den Acid3-Test auch noch nicht. Aber noch schlimmer ist derzeit nur der IE.
- Plugins: Zwar gibt es bereits am ersten Tag ein Flash-Plugin, doch das war’s auch schon.
- Entwickler: Für wie viele Plattformen sollen Entwickler noch programmieren? Die werden eine weiter Plattform wohl nicht herbei sehnen.
- Trägheit: Wer bis jetzt mit seinem Browser zufrieden ist, wird wohl nicht wechseln. Die Masse ist träge und wer bis jetzt noch nicht auf einen alternativen Browser wie Firefox oder Opera gewechselt hat, wird das wohl auch nicht tun.
- So viel Neues? Ich kann nichts an Chrome finden, das es nicht auch anders wo gibt. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt spricht – außer, dass ich ihn testen wollte – nichts für einen Browserwechsel.
Das Fazit:
Nicht, dass mir jemand nachsagt, ich wäre gegen Wettbewerb. Nein: Jeder neue Browser ist bei mir willkommen. Aber ich glaube einfach nicht, dass Chrome so viel Neues bringt, um IE-Nutzer in Massen anzulocken. Diejenigen, die gewechselt haben, tun das. Die Masse bleibt bei dem, was sie hat.
Zudem machen sich immer mehr Nutzer Sorgen um ihre Privatsphäre und Google hat diesbezüglich nicht gerade das beste Image. Ich halte die erdbebenhafte Hype rund um einen Browser im Beta-Stadium für unnötig. Es ist einfach nur ein Browser mehr. Die Zukunft gehört Firefox und IE8. Sollte der es bis Jahresende – trotz eines zu erwartenden neuen Google Packs – auf zehn Prozent Marktanteil schaffen, fresse ich einen Besen.
Googles Monopol in Europa
18. März 2008
Mit Gerald Reischl gemeinsam mache ich ja den Pressestunde-Podcast. Wer den hört, der weiß, dass diese Woche sein Buch, die Google Falle (19,95 Euro bei Amazon), erschienen ist. Am kommenden Montag gibt’s dazu eine Pressestunde-Spezial nur zum Thema.
Eben hab ich mit ihm telefoniert, die zweite Auflage ist schon in Druck. Gratuliere!
Ich muss ja zugeben, dass ich dem Suchmaschinen-Primus weniger kritisch und erst Recht nicht paranoid gegenüber stehe. Ich hab einen Gmail-Account, nutze Google Reader und viele andere Apps und denk’ mir kaum was dabei.
Aber zwei Dinge machen auch mir Sorgen: Einerseits der Mangel an Transparenz ausgerechnet bei der Firma, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Wissen der Menschheit zu organisieren. Ein gutes Beispiel sind immer wieder Presse-Events, bei denen Journalisten dürfen nur genehme Fragen stellen dürfen.
Und andererseits der beklemmende Marktanteil der Suchmaschine. Es scheint, als gäbe es in Europa absolut keine Konkurrenz. Schon alleine aus dem Grund müsste die EU-Kommission einen etwaigen Kauf von Yahoo durch Microsoft zustimmen.

via GWB, mehr auf Techcrunch.
Portable Daten
23. Januar 2008
Gestern abend hatte ich ein sehr langes und extrem spannendes Gespräch über das Semantic Web. Ein Beispiel meines Gesprächsgegenübers (dessen Namen ich leider vergessen hab): Firmen wie Amazon sollten in Zukunft noch viel treffsicherer sagen können, was ich kaufen will.
“Stimmt schon”, sagte ich. “Aber was ist, wenn ich nicht mehr Amazon will, sondern ein anderes Online-Versandhaus?”
Es sind nicht nur Social Networks, die unsere Daten unablässig in Silos einsperren! Wir alle produzieren unablässig Content, ohne es zu wissen – und seien es nur Suchanfragen im Webshop. Müsste ich nicht in der Lage sein, auch diese Inhalte mit zum nächsten Webshop tragen zu können? So könnte mir der Shop XY mit MEINEN Daten ebenso gute Vorschläge machen.
Wem gehören diese Daten wirklich? Auf jeden Fall nicht uns! Sie tragen zum Wert des jeweiligen Unternehmens bei – sei es nun Amazon oder Facebook. Je mehr Nutzer, je mehr Content, je mehr Freunde, desto höher der Kurs. Je schwerer sie den Nutzern den Wechsel machen, desto eher bleiben die im Datensilo und der Wert stabil.
Heute bin ich auf etwas Interessantes gestoßen: die DataPortability Working Group. Dem Video zufolge will man bloß Social Networks zum Guten verändern.
Interesse an derlei offenen Systemen kann nur von den kleinen Playern am Markt kommen, die auf Wechselwillige von wo anders hoffen. Ein solch kleiner Player ist Microsoft und der wird sich – glaubt man den Gerüchten – in den nächsten Tagen der Arbeitsgruppe anschließen. DataPortability scheint an Fahrt zu gewinnen.
Die Realtität sagt aber: Man darf sich maschinenlesbare SocialGraphs und wahrhaft portable Daten wünschen, sich aber besser nicht allzu viel erhoffen.
Wer jetzt darauf hofft, dass Googles OpenSocial die Antwort ist, liegt falsch. Auch Google ist nur so offen, wie es selbst will. Und wenn man Nutzer einsperren will, tut man das auch.
2008 in Tech
27. Dezember 2007
Es ist unvermeidlich: Zu dieser Zeit des Jahres muss jeder seine wilden Spekulationen gründlich recherchierte Vorhersagen für das kommende Jahr machen. Diesem "Megatrend", kann ich mich natürlich nicht verschließen.
Wie komme ich dazu, mir überhaupt anzumaßen, die Zukunft vorherzusagen? Ganz einfach: Ich hab keine Ahnung, was passieren wird. Einiges kann man erahnen, wenn man 1 + 1 zusammen zählt. Und: Wer viel liest, bekommt zwangsläufig auch Trends mit, von denen andere gesprochen haben. All jene die über die Zeit Sinn machen, sind auch hier eingeflossen. Natürlich hab ich nicht mehr im Kopf, wo ich das eine oder andere her habe. Einiges ist aber so abenteuerlich, dass es nur von mir kommen kann :-)
Seit einer Woche mache ich mir Gedanken für 2008. In der Zwischenzeit ist eine Menge passiert und so manche Vorhersage wurde zur No-Na-Meldung. Dennoch – hier meine Tipps, was 2008 alles kommt!
Microsoft-Roadmap:
- Bill Gates tritt endgültig als Microsoft-Chairman ab und widmet sich fortan nur noch seiner Stiftung. Egal, ob man ihn mochte oder nicht: Er war eine der bestimmenden Größen der IT-Branche. Und so jemand tritt nicht ohne Knalleffekt ab. Ich weiß nicht, was er auf der Consumer Electronics Show (CES) zeigen wird, aber es wird schon was sein, worüber man redet. So eine Legende tritt nicht einfach so ab.
Für uns Technik-Journalisten beginnt auch eine neue Zeit. Wir können dann nicht mehr von der "Gates-Company" reden oder schreiben, dass "Bill Gates neue XX bringt".
Für Microsoft wird das ein Problem, zumal so gut wie niemand seinen Nachfolger als Chief Software Architect, Ray Ozzie (wer bitte?), kennt. - Der Zune-Media Player kommt Anfang des Jahres nach Europa. Warum? Weil Microsoft damit die Nummer zwei hinter Apple werden will. Und das erreicht mach mit Sicherheit nicht, wenn man ihn nur in den USA anbietet.
Bildquelle: Stefan2904 - iLife-Konkurrent:
Private Nutzer schätzen Macs, weil die iLife-Suite schon alles mitbringt, was man zur Medienbearbeitung braucht: iPhoto, iMovie, GarageBand, iWeb und iDVD sind allesamt einfach gestrickt und ebenso zu bedienen.
Microsoft bietet im Privatbereich zu wenig an und das ist rudimentär: Einzig der Movie Maker fällt in diese Kategorie. Will man nicht noch mehr Privatnutzer an Apple verlieren, muss es hier ein Angebot geben!
Mein Tipp: Es wird schon auf der CES vorgestellt und kommt unter der Windows Live-Brand.
Apropos Apple: Am 15. Jänner erscheint Office 2008 für Mac. Ich bin zwar noch unter NDA, kann aber schon eins sagen: An Office 2007 für Windows kommt das Ding nicht heran. Insbesonders Entourage bleibt im Vergleich zum Outlook inferior. - Eigene Hardware:
Microsoft hat ein Problem: Es kann keine eigenen PCs bringen, weil man damit automatisch mit seinen Partnern konkurrieren würde. Dell wäre wohl wenig amused, wenn aus Redmond perfekt angepasste Windows-Rechner kämen.
Andererseits machte man in der Vergangenheit sehr oft gute Hardware-Vorschläge, die dann von den Partnern nicht wie gewünscht umgesetzt wurden. Beispiel UMPC, die dann viel größer und teurer wurden, als sich Bill Gates das gewünscht hat. Der Ausweg? Eigene Konzepte umsetzen. Als erstes kommt 2008 ein eigenes Handy. - Erster Blick auf Windows Seven und Office 2009:
Die Zeit, die sich Microsoft zwischen Windows XP und Windows Vista genommen hat, war zu lange – das hat man in Redmond erkannt. Die nächste Windows-Version soll daher früher kommen. Um die Entwickler auf die Neuerungen vorzubereiten, muss es 2008 erste Informationen dazu geben. Auch zu Office 2009 (Codename: Office 14, die "13" wurde ausgelassen) wird Microsoft auf der Professional Developer Conference (PDC) Ende Oktober News geben. - Neue Handy-Betriebssysteme:
Dem iPhone sei Dank: Handyhersteller machen sich endlich Gedanken um die Benutzbarkeit. Grundsätzlich schätze ich Windows Mobile ja, allerdings ist es nur schwer mit Fingern zu bedienen – vielfach muss unnötigerweise der Stift zur Hand. Das könnte sich aber schon bald ändern.
Noch im Jänner soll das Update auf Windows Mobile 6.1 kommen. Die Benutzermetapher wird von der Media Center Edition übernommen – große Icons, die man leichter mit den Fingern trifft.
Eine komplett runderneuerte Version 7.0 (Codename: "Photon") könnte Ende des Jahres fertig sein. Erste Handys kommen dann Anfang 2009. - Vista & XP:
Die gute Nachricht für Microsoft: Vista wird durch Moores Law endlich bedienbar. Schnellere Prozessoren und Solid State Drives auf Notebooks sorgen dafür, dass zumindest das Performance-Problem bald passé ist. Weil Privatnutzer und Unternehmen aber immer noch nach XP fragen, wird Redmond wohl nichts übrig bleiben, als den Support über Juni 2008 hinaus zu verlängern.
Vista bekommt rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft auch eine neue, einfachere Media-Center-Oberfläche (Codename: Fiji) spendiert. - Mehr Ultimate Extras kommen:
Ein weiterer Kritikpunkt an Vista war, dass nur sehr wenige der versprochenen Erweiterungen für die Ultimate-Version angeboten wurden. Das sollte sich 2008 ändern. - Internet Explorer 8:
Eigentlich wollte Microsoft nach dem IE7 alle 12-18 Monate eine neue Browser-Version herausbringen. IE8 ist somit überfällig. Erst unlängst gab man bekannt, dass die Rendering-Engine den Acid2-Test (Kompatibilität mit Webstandards) geschafft hat.
Die erste Beta-Version kommt zur Mix-Konferenz Anfang März, die finale Version sollte Ende 2008 fertig sein.
Unterdessen ist der Firefox 3 aber schon längst im öffentlichen Test.
Google-Roadmap:
- Knol wird ein Wikipedia-Killer:
Vor ein paar Wochen stellte Google seine Wikipedia-Konkurrenz Knol (kommt von Knowledge, engl. für Wissen) vor. Die Site wird – ähnlich wie das Original – Informationen zu allen möglichen Wissensgebieten beherbergen, allerdings werden sie nicht von Jedemann bearbeitbar sein.
Jetzt kann man natürlich argumentieren, Wikipedia hat bereits Millionen von Einträgen (hier die deutsche Statistik), die wiederum von einem Heer an Freiwilligen geschrieben und aktualisiert werden. Das ist schwer aufzuholen.
Stimmt nicht!
Die Knol-Autoren werden an den Anzeigeneinnahmen beteiligt, was sicherlich für den einen oder anderen eine Motivation darstellt. Außerdem stehen die Wikipedia-Einträge unter der GNU Free Documentation Licence. Per Definition ist das eine Copyleft-Licence – jeder darf somit die Einträge kopieren und Geld damit machen. Oder habe ich da einen Denkfehler?
Wetten, dass das viele machen und dass die Einträge vor denen der Wikipedia stehen! Für Letzteres spricht schon der gute Pagerank aller Google-Sites. - Auf der Suche nach Wachstum:
Google – oder vielmehr sein Börsenkurs – lebt davon, auf immer mehr Websites immer mehr Werbung schalten zu können. Durch die zunehmende Konkurrenz von Microsoft (beispielsweise durch den Facebook-Deal) wird das Wachstum gebremst und wird nicht mehr so exponentiell wachsen. Daher braucht man dringend neue Angebote wie Knol. - Werbung für Podcaster:
Ein Weg, neue Werbeformen unters Volk zu bringen werden 2008 Google-Spots in Podcasts. Anfang 2006 ergänzte dMarc Broadcasting die Liste der Google-Übernahmen. Schon jetzt gibt es Radio-Adwords von Google, allerdings noch nichts in großen Volumina. Das wird sich bald ändern. - GDrive kommt:
Dazu passt auch das Online-Storage-Produkt, das 2008 kommt und derzeit als GDrive herum geistert. Mit Anfangs 20 Gigabyte kostenlosem Speicher rechnet derzeit der Google Watch Blog. Für Podcaster (siehe oben) wird’s wohl mehr sein. - Google treibt Open ID voran:
Lange Zeit wollte Microsoft mit Passport/Live ID einen Standard für einen universellen Zugangscode auf vielen verschiedenen Websites schaffen. Gelungen ist das nicht, weil das stets proprietär war.
Seit einiger Zeit gibt’s allerdings Open ID, ein offenes und dezentrales System zur Identifizierung auf unterschiedlichen Websites.
Meine Prophezeiung: 2008 macht Google seine Benutzerkonten auf Basis von OptIn zu Open IDs. - Alles in Sync:
Online reicht alleine nicht. Wer seine Mails bei Gmail hat und dort auch seine Kontaktverwaltet, wer den Kalender bei Google Calender führt und andere Dienste nutzt, will diese Daten auch mit dem PC/Mac/Handy abgeglichen haben. Diese Funktion ist derzeit nur rudimentär (etwa Calendar-Sync für Blackberries) oder mit Hilfe von Drittanwender vorhanden. 2008 wird sich das alles ändern. Die Google-Dienste werden immer mehr zur Exchange-Konkurrenz. - Android kommt im Frühjahr:
Im November hat Google sein Handy-Betriebssystem Android vorgestellt. Auch wenn Entwickler über Bugs und mangelnde Dokumentation klagen, gibt’s schon erste Prototype, die im Rahmen des Mobile World Congress im Februar gezeigt werden. Ich geh aber davon aus, dass die ersten Geräte keinen iPhone-ähnlichen Hype verursachen.
Apple-Roadmap
- Kein 3G-iPhone auf der MacWorld:
Fast keine Quelle geht derzeit davon aus, dass es vor Sommer ein UMTS-iPhone geben wird. Warum sollte Steve Jobs also schon auf der MacWorld im Jänner ein Announcement machen? Apple würde lediglich seine momentan guten Verkaufszahlen riskieren. Dass es kommt ist klar – wenn es gut wird, würden wohl einige mit einem Kauf zuwarten. - Das "iPad" kommt:
Weil wir gerade von der MacWorld sprechen … Derweil wird ja schon eifrig drüber spekuliert, was denn dort das Highlight wird. Mein Tipp: Das "iPad".
Schaut man sich Apples Produktportfolio an, fehlt etwas zwischen iPhone und Macbook – ein ultramobiler Rechner. Anders als die meisten Blogs, tippe ich nicht auf ein Mini-Notebook, sondern auf einen Tablet.
Das hier ist nur ein Eigenbau – aber so etwas, nur dünner, leichter und kleiner wird kommen. Motorisiert werden die Apple-UMPCs mit den kommenden Silverthorne-Chips (45nm, 2 Watt, Wifi, WiMax und 3G inkusive) von Intel. Die Bedienung erfolgt nicht per Stift, sondern – wie beim iPhone – mit den Fingern. Preislatte: 600 – 700 Euro/Dollar. - Online-Videothek:
Bin ich froh, dass ich US-Gutscheine für iTunes habe! Apple soll bereits mit 20th Century Fox über einen Online-Filmverleih verhandelt haben. Dass auch Disney/Pixar mit dabei ist, versteht sich von selbst. Steve Jobs ist dort größter Anteilseigner.
Die aktuellen Spekulationen reichen von 2,99 Dollar für eine Verleihdauer von 30 Tagen bis hin zu 2 bis fünf Dollar für nur 24 Stunden. Dass es kommen wird, ist für mich fix. - Hybrid-Disks:
Bleiben wir bei Hollywood, denn es gibt noch eine gute Nachricht: Apple hat sein DRM-Modell (Fairplay) gerüchteweise zum ersten Mal lizenziert. DVDs von Fox könnten schon bald neben dem eigentlichen Film auch eine Videodatei enthalten, die dann auf iPods, via iTunes oder am Apple TV abspielbar ist. - Runderneuertes Apple TV:
Es ist schon komisch, dass sich so nützliche Dinge wie Media Center PCs oder das Apple TV nicht und nicht verkaufen. Die Kunden sehen deren Nutzen nicht, weil man diesen im Handel nicht vermitteln kann. Bei einem PC kann man ja noch diskutieren, ob den jemand im Wohnzimmer haben will, aber das Apple TV passt perfekt neben jeden Fernseher.
Gerald meinte gestern, dass es am iPhone-Hype gelegen ist. Gut möglich, denn ob des gewaltigen Echos hatte Apple andere Produkte kaum noch kommunizieren konnte. Andererseits liegt es sich auch daran, dass das Engagement zu wünschen lies: Seit mehreren Monaten gibt es keine Updates und neuen Features. Die Online-Videothek könnte das Interesse an dem bisherigen Ladenhüter steigern. Außerdem könnte er Dank des bislang ungenutzten USB-Steckplatzes eine Aufnahme-Funktion bekommen. - Bessere Exchange-Anbindung:
Schon vor Monaten kam das Gerücht auf, wonach Apple das Active Sync-Protokoll (damit kommuniziert der Exchange-Server mit mobilen Clients) lizenziert hat. Sehr wahrscheinlich ist eine iPhone-Anbindung, aber auch die derzeit grottenschlechte Verbindung der Mac-Clients (Mail, iCal, Adressbuch) zum Microsoft Server sollte besser werden. - iPods-Speicher:
Die Preise für Flash-Chips sinken immer weiter. Meine Vorhersage: Ende des Jahres gibt’s doppelt so viel Speicher wie jetzt zum gleichen Preis. 8 Gig iPod nano für 149 Dollar/Euro, 16 Gig-touch für 299 Euro/Dollar. - Sicherheitslücken treffen Mac-User:
Irgendwann wird 2008 der erste brutale Sicherheitsfall Mac-User treffen. Per Definition ist Software nie 100% sicher. Inwieweit Malware-Programmierer sich einen Plattform widmen, hat mit ihrem Verbreitungsgrad zu tun. Weil Macs im Kommen sind, werden sie als potenzielles Ziel interessanter.
Wenn es Apple trifft, dann aber gewaltig – schließlich sind sie alle ohne Virenschutz und oft auch ohne ausreichende Firewall unterwegs. Ich merk das an mir selbst: Will ich am PC eine Datei nicht aufmachen, klicke ich am Mac ohne Hemmnis drauf.
Consumer Electronics 2008
- Blu-ray-Lager und HD-DVD "fusionieren":
Jedes Kind sieht, dass keines der beiden Lager gewinnen kann. Die Pattstellung ist mehr als nur offensichtlich. Einziger Ausweg: Kombiplayer, doch die sind derzeit noch sehr teuer. Nicht nur die Technik ist kostspielig, sondern auch die Lizenzgebühren.
Beide Foren werden 2008 – someinehoffe ich – diesem Missstand entgegentreten. Man darf also im Weihnachtsgeschäft auch Sony-Player erwarten, die HD-DVDs abspielen und Toshiba-Player werden Blu-rays schlucken. Anders geht’s nicht.
Zudem verliert die Branche in Summe mehr, wenn der Kunde nichts kauft. Durch steigende Bandbreiten werden HD-Angebote auch übers Web möglich. - Green IT:
Die CeBIT 2008 steht ganz im Zeichen des Klimawandels. Das Motto heuer: "Green IT". Wetten, dass die EU neue Richtlinien zu Gerätekennzeichnung erlässt, die ab 2009 schlagend werden.
Wie wird das aussehen? Auf jedem elektrischen Gerät müsste der ein Hinweis wie dieser stehen: "Dieses Gerät verbraucht Strom im Wert von xxx Euro pro Jahr". Dafür wird ein ungefährer Richtwert (Länderschnittt oder so) hergenommen.
Eine Kennzeichnung mit Güteklassen wie A, B+, A++ oder mit Sternchen bringt nichts. Das ist zu abstrakt. Erst wenn die Leute wissen, wie viel Fernseher A und Fernseher B tatsächlich kosten können, werden sie den kleineren Stromfresser wählen. - Haushaltsroboter sind im Kommen:
Elektronische Heinzelmännlein gibt es schon lange, doch jetzt sind sie leistbar: Das Spitzenmodell, der Roomba-Serie von iRobot, kostet nur knapp 400 Euro. Bislang waren Staubsauger-Roboter um ein Vielfaches teurer. Auch andere Hersteller werden nachziehen (müssen). - GPS und Wlan werden gegen Ende 2008 in jeder halbwegs brauchbaren Digicam und und in jedem besseren Handy eingebaut sein.









