Meine Zukunft und die der Medien
3. Dezember 2009
Vor einiger Zeit habe ich beschlossen, mich im nächsten Jahr zu verändern. Ich bleibe der Kleinen Zeitung und der TT erhalten, mache aber wirklich nur noch Multimedia-Seiten – solange die das wollen.
Ich starte 2010 ein Medienprojekt, das spannender nicht sein kann: Eine Tageszeitung für die digitale Wissensgesellschaft. Fünfmal pro Woche (Dienstag bis Samstag) wird es das Wichtigste aus der Welt von Technik, Web, Netzkultur und Wissenschaft geben. Kompakt auf vier bis sechs Seiten, spannend aufbereitet. Ich will das Beste aus digitaler und analoger Welt zusammen bringen.
Ausschauen wird sie in etwa so (vielleicht Anfangs etwas weniger aufwendig):
Ich wette damit auf etwas, das es noch nicht gibt – ein Tablet (das die Leute hoffentlich annehmen werden) und ein Abrechnungsmethoden (vielleicht verkauft iTunes ja mal Zeitung). Ihr könnte schon Mal die Daumen drücken, dass alles so kommt, wie ich mir das vorstelle.
Warum?
Weil ich’s kann! 2010 kommen nicht nur die Endgeräte dafür, sondern auch die Geschäftsmodelle. Genau deshalb wird 2010 jeder zum profitablen Medienhaus können, der Inhalte auf professionellem Niveau anbieten kann. Druckerpressen und Hauszustellung werden durch PDF/Flash/EPUB/??? und das Web ersetzt. Die marginalen Kosten tendieren gegen Null, der Break-Even bei 1000 Abonnenten erreicht.
Bleibst du unabhängig?
Meine journalistische Unabhängigkeit will ich mir um jeden Preis wahren. Wie? Es wird KEINE bezahlten Anzeigen geben. Ich werde bei keiner Firma betteln gehen.
Jeden Tag?
Anfangs wird es das Gratis-Produkt nicht täglich geben können. Ab dem Bezahlmodell wird es Kontinuität für 48 Wochen im Jahr geben – je zwei Wochen Sommer- und Winterpause nicht eingerechnet. Und bei sehr großem Erfolg werde ich Leute einstellen können …
Paid Content?
Die Leute werden 2010 im Internet für Inhalte zahlen! Man muss es ihnen nur sehr, sehr einfach machen. Und weil die Produktionskosten sehr gering sind, wir das Produkt günstiger sein können. Ich rechne mit 20 Cent je Ausgabe und vier Euro im Monatsabo.
Auch wenn das Produkt etwas kosten wird, möchte ich (so dies später auch möglich ist) auf jeden Fall auf DRM verzichten. Die Leute sollen’s ruhig weiter schicken können – ich sehe das als Werbung an. Bequemer wird sicher das Abo und zum Preis von einem Bier im Monat wird kaum die große Piraterie ausbrechen!
Warum nicht gleich gratis?
Weil einerseits mit einem guten Produkt auch ein Wert verbunden sein soll. Andererseits müsste man dann auf Anzeigen setzen (siehe oben). In den ersten Monaten (bis zum Erscheinen entsprechender Tablets/Abrechnungsmöglichkeiten) wird’s aber gratis sein.
Wann geht’s los?
Die erste Nullnummer (rudimentäres Layout, unfertige Struktur etc.) erscheint am 4. Jänner 2010.
Wie wird es vertrieben?
Am Anfang wird es als ganz normaler Download und als RSS-Feed mit Enclosure-Tag veröffentlicht. So kommt die neueste Ausgabe druckfrisch auf den PC/Mac. Dieser Mechanismus lässt sich übrigens für PDF-Dateien auch in iTunes nutzen.
Wer ist Zielgruppe?
Echte Geeks, lesen doch ohnehin viele RSS-Feeds und sind so ständig am Laufenden. Stimmt und alle, die Stunden in Google Reader verbringen wollen, sind ohnehin nicht Zielgruppe. Zielgruppe sind all jene, die schnell einen guten Überblick über Gestern – Heute – Morgen in der Technik-Welt bekommen wollen.
Das Niveau wird aber klar höher sein als beim durchschnittlichen Tageszeitungsleser.
Warum Zeitungs-Metaffer?
Zeitungen haben hart zu kämpfen, weil sie nicht mit der Zeit gehen und dennoch haben sie etwas, das man in Google Reader nicht so leicht bekommt:
- Der Platz ist enden wollend, man muss als Journalist mehr gewichten und sich aufs Wesentliche konzentrieren. So wird auch straffer geschrieben und nicht so viel “geschwafelt” – wie ich auf meinem Blog :-)
- Serendipity: Wer lediglich in der Echokammer seines Readers “lebt”, bekommt keine glücklichen Zufälle mit.
- Ich will dort Kommentar und Nachricht besser trennen als auf meinem Blogs. In Print fällt mir das leichter als online.
Ich sehe für diese Publishing-Methode deutlich mehr Potenzial als für Blogs.
Aber was ist mit Interaktivität?
Ein PDF mit nur Text und Bildern wird es höchstens in den ersten Tagen geben!
Das Web hat viele Vorteile. Vielleicht gelingt es damit, das Beste aus beiden Welten zu verheiraten. Selbst Kommentare könnten sich irgendwie integrieren lassen. Videos oder Slideshows können Bilder ersetzen. Links sind in jedem Fall möglich.
Wie wird es heißen?
Das wird noch nicht verraten.
Eckdaten?
Vier Seiten pro Woche, sechs am Samstag. Optimiert fürs Lesen am Screen. Wie das geht, muss ich aber noch lernen.
Update: Verbreitung
Klarerweise suche ich die größtmögliche Verbreitung und will mich nicht auf den Apple Tablet stürzen. Die Zeitung soll es in digitaler Form überall dort geben, wo ein vernünftiges Abrechnungsmodell da sein wird: Browser/Mac/Windows/Linux/Handy … whatever. Es muss nur mit vernünftigem Return bedienbar sein.
Eure Meinung?
Brauche jedes Feedback, das ich bekommen kann!
Zehn Jahre sind genug!
29. November 2009
Dies hier ist ein öffentliches Posting, in dem ich von ALLEN Presseverteilern dieser Welt gelöscht werden will. Ein Link zu diesem Blogpost geht als Auto-Reply an alle, die mir künftig Presseaussendungen zukommen lassen.

Dies gilt übrigens auch von Verteilern für meinen Schwerpunktbereich – der Technik. Warum?
- Weil ich 90 Prozent davon als Spam und höchstens zwei Prozent als echte Information ansehe. Die restlichen paar Prozent sind Einladungen zu irgendwelchen Presse-Konferenzen, die ich ohnehin nicht besuche, weil alle in Wien stattfinden.
- Was in meiner Inbox landet, ist also größtenteils Werbung, die ich ohne Gegenleistung konsumieren muss. Im Gegenteil: Das Sichten, Löschen und/oder Archivieren von bis zu 100+ Mails am Tag kostet mir enorm viel Arbeitszeit. Wer partout Werbeeinschaltungen in meiner Inbox platzieren will, soll dafür bezahlen. Hier meine Kontaktdaten.
- Weil der Sinn von Presseaussendungen ohnhin nur in der Behübschung der Welt zu sein scheint. Man darf PR-Firmen gar keinen Vorwurf machen, allzu oft die Wahrheit zu vertuschen zu wollen – das ist schlichtweg ihr Business.
- Weil in zehn Jahren etwa ebenso viele wertvolle, für die Arbeit unverzichtliche, wichtige Presseaussendungen gekommen sind.
- Weil Nachrichten heute ohnehin zu mir kommen – so sie denn wichtig sind. Und selbst die wenigen relevanteren Presseaussendungen kommen nicht “in time”. Wer in Wien Freunde hat, bekommt die wirklichen Geschichten schon vorher gesteckt. In der Provinz hilft es dann auch nichts, die Presseaussendung zur gleichen Zeit zu bekommen, wie das gedruckte Printwerk der Konkurrenz.
Bin ich für die PR unerreichbar?
Natürlich nicht, schließlich brauche ich ja hin und wieder etwas von so manchen Firmen/Pressestellen/Agenturen. Interview-Termine, Pressefotos, Testgeräte etc. Und genau so, wie ich PR-Treibende weiter kontaktieren werden, können sie mich auch kontaktieren: @georgholzer auf Twitter, +43-676-5332905 ist meine Nummer und meine E-Mail-Adresse kennen Sie ja :-)
Aber ich will KEINE Presseaussendungen mehr über irgendwelche Verteiler erhalten! Bitte um Verständnis.
Was wird passieren?
Wie eingangs erwähnt, enthalten Presseaussendungen ohnehin nur in ganz seltenen Ausnahmen echte News. Einige enthalten jedoch oft Fakten und sind zur Referenz nicht uninteressant. Aber: Für die wirklich wichtigen Fälle gibt es immer Originalquellen im Netz. Unternehmen, die keine gut gepflegte Presse-Website (mit Bildmaterial, Kontaktangaben und RSS-Feeds) haben, sollten sich darüber ohnehin Gedanken machen.
Ich werde verstärkt nach interessanten Twitter-Quellen suchen und vielleicht meine RSS-Feeds etwas umsortieren. Aber versäumen . . . versäumen werde ich sicher nichts!
Ich werde ganz wenige Dinge versäumen, aber sicher nichts wirklich wichtiges. Dafür werde ich unendlich mehr Zeit für die eigentliche Recherche haben.
Wer ist Schuld daran?
Gute PR-Firmen haben zumindest einen Unsubscribe-Link. Gute PR-Firmen schicken nicht alles an jedem (, nur weil sie pro Presseaussendung kassieren können). Gute PR-Firmen bombardieren mich nicht mit Kindernahrung, Schigebieten, Igloos in den Alpen oder irgendwelchen Buzzwords aus der “Web 2.0-Unternehmenswelt”, die sie selbst nicht verstehen.
Die Lehren daraus?
Ich hoffe, dass sich möglichst viele Journalisten dem anschließen (realistischerweise werden es drei oder vier sein). Es ist an der Zeit, dass Institutionen wie der PRVA zu einem Gütesiegel oder weiß ich was durchringen müssen, in denen gewisse Regeln eingeführt werden, wie man E-Mails einsetzt. Es kann nicht sein, dass Journalisten nur aufgrund ihrer Funktion zum Ziel von legalen Spam-Attacken werden!
Es muss Verpflichtungen geben, zu segmentieren: Wer betreut welches Ressort? Wem sollte man ein Themengebiet überhaupt nicht zukommen lassen?
Zumindest ein Unsubscribe-Link sollte PFLICHT SEIN! Ich habe gerade nachgeschaut – seit meinem Blogbeitrag vom 3. September 2008 (!?!) hat sich nichts bis gar nichts getan.
Ein paar Euro für Chancengleichheit
15. Oktober 2009
Ich liebe Skandinavien! Nicht nur, weil ich in Schweden studierte, sondern weil man im Norden Europas weiter ist als in unseren Breiten. Das gilt in vielerlei Hinsicht.
Der Weitblick der finnischen Politik sorgte gestern für einen großartigen Beschluss:
Starting next July, every person in Finland will have the right to a one-megabit broadband connection.
Jeder Finne hat ab kommendem Juli das Recht auf einen Internet-Anschluss mit der Bandbreite von einem MBit/s. Ab Ende 2015 wird diese Geschwindigkeit auf 100 MBit/s erhöht. Das Gesetz gilt landesweit, es gibt jedoch Ausnahmen für “extrem abgelegene Häuser”. Diese Ausnahmen müssen aber (und das ist wichtig) von Fall zu Fall begründet werden. Österreich braucht sich nicht auf seine Berge ausreden – gegenüber Lappland sind selbst hochalpine Regionen dichtest-besiedelt!
In Mitteleuropa denkt man stattdessen über Netzsperren nach. Cyberkriminellen (weil filesharenden) Jugendlichen das Internet wegzunehmen ist in unseren Breiten opportuner als darüber zu diskutieren, wie man das Digital Kluft verringert. Die Zahl derer, die noch nie Computer oder Internet genutzt haben, ist besorgniserregend groß.

Laut Statistik Austria hatten zwischen 20 und 30 Prozent noch nie Kontakt mit dem Internet oder einem PC! In Österreich! In einem der reichsten Länder der Welt!
Gebührenbefreiung fürs Internet
Wer kommt heute noch ohne Internet aus? Niemand. Gerade sozial schlecht gestellte Bürger sind enorm benachteiligt, weil sie von der Informationsgesellschaft gänzlich ausgeschlossen sind. Dabei wäre es extrem einfach, etwas daran zu ändern.
In Österreich sind sozial benachteiligte Personen von der Telekom-Grundgebühr befreit. Geregelt ist das im Bundesgesetz über Zuschussleistungen zu Fernsprechentgelten. Neben der Telekom profitieren auch einige Mobilfunker davon.
Der Zuschuss beinhaltet lediglich einen Telefonanschluss, weil man Telefonieren bei Beschlussfassung dieser Förderung scheinbar als “lebensnotwendig” erachtete.
Wieso bezuschusst man optional nicht gleich einen Internet-Anschluss? Telefonieren könnte der/die Bedürftige Dank VoIP ja auch übers Netz.
Beispiel Telekom: Im Standard-Tarif gibt es einen Zuschuss von 17,44 Euro pro Monat. In Aktionszeiten kostet ein ADSL-Anschluss 19,90 Euro (2,46 Euro mehr als die Förderung für den Standard-Tarif). Es müssen ja nicht gleich 3 MBit/s, unlimitierter Traffic und andere Extras sein. Mit einem kleiner dimensionierten ADSL-Anschluss (sagen wir mal 1 MBit/s und 3 GB Datenvolumen) könnte man die 17,44 Euro schon erreichen.
Mobilfunkinternet ist noch weit günstiger: Hier wäre man schon mit 9 Euro im Monat dabei, was dem Steuerzahler sogar eine Ersparnis bringen würde.
Parteien zahlen Netbooks
Ein DSL-Anschluss ohne Computer macht zugegebenermaßen wenig Sinn. Doch auch hier gäbe es eine Lösung: Die Parteien in Kärnten müssten lediglich auf die geheim durchgeführte Erhöhung der Parteiengelder (alleine heuer 5,3 Millionen Euro) verzichten und man könnte damit jedes Jahr 17.726 Netbooks kaufen.
Ein genialer Marketing-Coup
23. Juni 2009
Medien sind unter Druck. Den Tageszeitungen scheint nicht nur die Wirtschaftskrise zunehmend weh zu tun, sondern auch Content-Piraten. Richtig gehört: Leute, die etwas in einer Zeitung oder News-Website lesen und diese Inhalte dann stehlen.
Dass hier “akuter Handlungsbedarf seitens der Politik” besteht, hat nun auch der Verband Österreichischer Zeitungsverleger (VÖZ) endlich erkannt!
Es geht darum, dass Inhalte, die von den Medienhäusern verlegerischer Herkunft auf ihren unterschiedlichen Plattformen angeboten werden, vor einer genehmigungslosen Nutzung, welche über die im Urheberrecht klar geregelte Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch von Privatpersonen hinausgeht, zu schützen.
Absolut! Gerade weil bisher schon klar ist, was über eine “geregelte Vervielfältigung zum eigenen Gebrauch von Privatpersonen” hinaus geht, brauchen die Verlage neue Regeln.
Und weiter geht’s!
Es muss deutlich gemacht werden, dass jede Vervielfältigung oder Verbreitung solcher Inhalte im unmittelbaren bzw. mittelbaren kommerziellen Zusammenhang rechtliche Konsequenzen nach sich zieht.
Warum? Weil es jetzt klarerweise niemandem bekannt ist, dass man Inhalte zur kommerziellen Verwendung nicht stehlen darf.
Der böse Content-Dieb wurde auch schon lokalisiert. Er sitzt natürlich im Internet! Und gegen das böse Internet lässt sich natürlich etwas unternehmen. Eine der drei Forderungen des VÖZ an die Politik lautet daher:
Essenziell ist die gesetzliche Normierung einer klaren Verpflichtung der Internetzugangs-Provider zur zeitlich befristeten Speicherung von Nutzerdaten (Zuordnung von IP-Adressen) und zu deren Herausgabe an den Verletzten bei urheberrechtsverletzender Content-Nutzung. Datenschutz darf nicht als Deckmantel für Rechtsverletzungen missbraucht werden.
Im Ernst?
- Der Besuch einer News-Website heißt nicht zwangsläufig dass dort Inhalte geklaut werden. Was wollt ihr damit beweisen? Und vor allem: wie?
- Der Besuch einer Website mit irgendwelchen News ist längst nicht erforderlich, um Inhalte derselben zu klauen. Leute, es gibt RSS-Feeds und aus JEDER Site (auch solcher mit kastrierten Feeds) kann man Volltext-Feeds machen.
- Jede zusätzliche Beschneidung der Privatsphäre schränkt auch die Möglichkeiten der Arbeit von Journalisten ein. Wenn es die Möglichkeit gibt, zu überprüfen wer wann auf welcher Site gesurft hat, wird das auch genutzt. Das Redaktionsgeheimnis ist damit genauso ausgehöhlt wie der Schutz von Informanten.
- Klar gibt es ein Copyright auf das Geschriebene. Aber: Gibt es tatsächlich ein Copyright auf die eigentliche News? Darf niemand erwähnen, dass X vorgefallen ist?
Und weil Politikerinnen und Politiker ohnehin recht wenig Ahnung vom Internet haben, werden sie dem Wunsch der Verleger wohl nur allzu gerne nachkommen. Der VÖZ beweist damit allerdings eines: seine weltfremde Sicht auf neue Medien. So funktioniert das Web nun einmal nicht und man schadet sich so nur selbst.
Aber vielleicht steckt etwas Größeres dahinter. Ein “Evil Masterplan” der ganz besonderen Art. Eine jederzeit anzapfbare Vorratsdatenspeicherung wäre ein grandioses Marketing-Instrument. Wenn bekannt ist, wer oft auf der Website XY kostenlos Nachrichten liest, dem könnte man doch auch ein ähnliches (zu bezahlendes) Medium schmackhaft machen …
Update: Könnte! Man beachte den Konjunktiv. Diese Möglichkeit traue ich niemandem wirklich zu. Aber ausgeschlossen ist sie nicht, zumal es Lücken geben kann, auf die dann andere mit weniger redlichen Absichten zugreifen können.
Content für den Reader
4. April 2009
Im letzten Posting habe ich geschrieben, dass es genügend freien Content für den Sony Reader gibt. In der Tat: Dank Calibre (kostenlos, weil OpenSource) lässt sich jeder RSS-Feed am elektronischen Lesegerät konsumieren.
Idealerweise ist dieser als Full-Text-Feed vorhanden. Ist das der Fall, kann jeder Blog oder jede Nachrichtenwebsite ohne weiteres Zutun importiert und als EPUB auf den Reader geschickt werden.
(Anmerkung an die lieben Medienmenschen! Falls ihr es noch nicht wisst: In Feeds kann man auch Ads schalten! Hier noch einmal der Link zu meinem Plädoyer für Fulltext-Feeds.)
Allerdings publiziert die FTD gar keine Fulltext-Feeds (warum auch immer). Und dennoch kann man sie im vollen Text am Reader konsumieren. Wie geht das?
Download-Schemata von Calibre
Oben in der Buttonleiste gibt es die Option “Nachrichten abrufen”.

Einige Hobbyisten haben schon eigene Download-Schemata für hunderte Medien-Websites gebaut, die in regelmäßigen Abstand aktualisiert werden können. Automatisch, easy und gut. Einziger Fehler: Die Inhalte werden nicht drahtlos übertragen. Aber das ist auch schon der einzige Haken.

Eine detaillierte Beschreibung, wie man diese so genannten Rezepte erstellt, gibt es auf der Website von Calibre. Im Prinzip reicht es aus, ein klein wenig Python zu können.
Die Logik dahinter:
- Die Software checkt, ob die Website einen Full-Text-Feed hat. Ist das der Fall, geht die Umwandlung recht einfach und ohne weiteres Zutun.
- Gibt es nur einen Teil-Feed (z.B. nur Titel und Artikel-URL), geht Calibre auf die jeweilige Seite und holt sich den Inhalt aufgrund des “Repzepts”.
- Im Rezept gibt man an, wo der Inhalt beginnen und wo er aufhören soll. Idealerweise tut die Software das auf der “Seite drucken”-Seite.
- Fertig.
Im obigen Beispiel der FTD war das Inserat in der Druckausgabe der Website vorhanden. Glück für die FTD :-)
Mein letzter Gedanke: Website-Betreiber tun gut daran, selbst Feeds mit vollem Inhalt anzubieten. So können sie steuern, was auf welchem Gerät wie gesehen wird. Andernfalls kommt womöglich wer daher, holt sich die Inhalte ab und der Betreiber hat nichts davon.
Zur Relevanz bei Twitter
29. März 2009
Die “Attention Economy” zeigt im Twitter-Zeitalter immer gröbere Auswüchse. Mehr theoretische “Eyeballs” bedeuten nicht gleich höhere Relevanz. Mehr Twitter-Follower ist nicht zwangsläufig besser. Das Reichweitendenken kommt von traditionellen Medien und hat im Social Media-Bereich eine weit geringere Bedeutung. Vielmehr kommt es auf die richten Augen und Ohren an.
Die Zahlen-Hascherei geht mir ebenso auf die Nerven wie die Zwangsbeglückung von irgendwelchen Empfehlungen (siehe auch Janas Blogeintrag und mein Kommentar dazu). Was bringt es mir, von Leuten wie diesen “gefollowed” zu werden?
Gar nichts und den Followern noch weniger, weil sie – so sie überhaupt mitlesen – oft nicht einmal Deutsch verstehen. Also hab ich mir heute gedacht, ich blocke solche Super-Sammler ab jetzt einfach. Das kostete mir zwar 30 bis 40 Follower, dafür ist die Zahl meiner momentan 820 Twitter-Follower, ein klein wenig ehrlicher.
Es ist ohnehin schon so, dass nicht alle lesen, was man schreibt. Höchstens ein Viertel bis ein Drittel meiner Follower (bei optimistischer Sicht der Dinge) wird etwa das hier lesen.
Was zählt, ist Relevanz
Ich schau etwa jeden zweiten Tag auf meine Feedburner-Statistiken, freue mich über neue Follower bei Twitter und auch darüber, wenn das eine oder andere meiner Bilder auf Flickr die 100- oder 200-View-Marke durchbricht. Es ist mir wichtig, möglichst viele Nutzer ich erreichen kann. Wäre das nicht der Fall, würde ich meine Gedanken auf Post-its schreiben und danach wegwerfen. Twitter ist für mich ein guter Hebel, um die Verbreitung von Inhalten ein wenig anzutauchen.
Wann ist jemand relevant?
Wenn er seine Zielgruppe erreichen kann. Dank Longtail kann ein Bienenzüchter mit 20 Lesern relevanter sein als ein Tech-Schreiber wie ich mit heute 708 RSS-Abonnenten am Blog und 818 Twitter-Followern.
“In seiner Zielgruppe” kann auch eine geografische Bedeutung haben. Ich bin wäre lieber im deutschen Sprachraum und noch lieber in Süd- und Westösterreich (wo ich auch für die Kleine Zeitung und TT schreibe) relevanter. Follower aus dem Silicon Valley, den Bahamas oder Fiji bringen mir null.
Letzte Woche sah ich einen Tweet von @d_wittenbrink, der die Frage stellte, ob er denn auf Deutsch oder Englisch twittern sollte.
Ohne nachzudenken, schrieb ich zurück: “Mach’s auf Deutsch, dann bist du hier relevant und nicht irgendwo!” Hätte aber auch sein können, dass er Twitter und Blogs zum Englisch-Lernen nutzen wollte.
Wer ständig auf Englisch twittert (Denglisch jetzt ausgenommen) oder bloggt, hat leicht mehr Follower, weil es eine universelle Sprache und somit auch hier verständlich ist. Allerdings verteilen sich die Leser auf die ganze Welt. Man ist überall ein bisschen relevant, aber nirgends wirklich. Solche Nutzer erreichen viele und gleichzeitig doch niemanden.
Wer deutsch schreibt, hat garantiert weniger Mitleser, allerdings sind die meist relevanter. Mehr ist nicht automatisch besser.
Welche Twitter-User sind in Ö relevant?
Schwer zu sagen, vermutlich müsste man die Frage ausdehnen: Welche österreichischen Twitter-User sind im deutschsprachigem Raum relevant? Ein Blick auf twittercharts.at kann nur bedingt eine Antwort geben. Hier meine – rein subjektive – Hitliste:
- Armin Wolf (twittercharts.at: 7)
- Reporter ohne Grenzen (14)
- Robert Misik (15)
Diese Liste basiert auf Follower-Zahlen von Twitter-Nutzern bei twittercharts.at, die größtenteils auf Deutsch zwitschern. Hab mir stichprobenartig bei der Nummer eins auch die Follower angeschaut. Weil diese zum überwiegenden Teil aus Übersee kommen, wird es wenig bringen, wenn @lookcook auf Deutsch seine Rezepte los wird …
Wem folge ich?
Fast jedem deutschsprachigem Nutzer, der mir folgt. Allerdings schaue ich immer, woher der Nutzer kommt und ob es ein krasses Missverhältnis von Followern zu Following gibt. Ich folge zudem den wenigen Kärntnern, auch wenn diese über Katzenfutter schreiben und ein paar US-Nutzern, die gute Inhalte schnell liefern.
Mit 810:820 ist das ein ganz ausgewogenes Verhältnis. Freilich kann ich nicht alles lesen, was alle anderen schreiben. Aber vielen zu folgen, hat ein paar entscheidende Vorteile: Man kann jederzeit (irgendwo beim Warten am iPhone oder Nebenher in der arbeit) reinschauen und findet immer Skurilles, Lesenswertes und Interessantes.
Was meint ihr?
Die Zeit ist auf unserer Seite …
25. März 2009
… des Atlantiks.
Seattler Post Intelligencer und Rocky Mountain News waren erst der Anfang. Das Time Magazin berichtet von zehn weiteren überregionalen US-Zeitungen, die heuer entweder aufhören zu existieren oder komplett online gehen. Selbst die große und ehrwürdige New York Times hat ernste finanzielle Probleme. Und zuvor (im Dezember) meldete die Tribune Company (Chicago Tribune, Los Angeles Times und andere) Konkurs an. Die Leserschwund- und Anzeigenkrise trifft alle Medien in den USA. Auch die ganz Großen und Print, wie es scheint, am stärksten.
Wer sich die Meldungen über das Zeitungssterben in den USA ansieht, dem mag das Grauen kommen. Auch wenn sich Verleger und Journalistenverbände redlich bemühen, das Ganze als US-Phänomen herunter zu spielen, kann man ihnen eines versichern: Das Web hat noch alles verändert und macht auch nicht vor Zeitungen halt.
Ich habe unlängst gleich zweimal (einmal mit einem Kollegen in der Firma und bei einem Vortrag im Presseclub) gewettet, dass es in fünf Jahren keine gedruckten Zeitungen mehr gibt. Und wenn, werden diese unerschwinglich sein.
Warum? Dieses dreiminütige Video sollte alles klar machen. Die Tatsachen sind dies- wie jenseits des Atlantiks die gleichen, das Tempo der Umwälzungen allerdings nicht.
Was bedeutet das für Medienhäuser?
Die Zeit ist eben auf unserer Seite des Atlantiks. Noch gibt es Zeit, das Ruder herum zu reißen. Noch ist das Zeitfenster offen, sich um digitale Distribution auf E-Readern zu kümmern und Web-Auftritte zeitgemäßer als bisher zu gestalten. Auch wenn sich die Medienmacher des Landes des Problems bewusst sind, frage ich mich, wo die Investitionen bleiben. Bei keiner großen österreichischen Tageszeitung sehe ich echte Neuerungen bei deren Online-Auftritten.
-
Wo bleiben APIs, wie sie der Guardian oder die New York Times hat?
-
Warum versteht in Österreich scheinbar niemand RSS? Würde es sonst nicht schon längst (werbefinanzierte) Fulltext-Feeds geben?
-
Warum hat keine Nachrichten-Website in Österreich (ATV ausgenommen) social-networking-ähnliche Features?
-
Wo bleiben mehr interaktive Flash-Grafiken? Warum nützt niemand das volle Potenzial des Webs?
-
Warum findet bei keinem großen Medienhaus des Landes eigene Webentwicklung statt? Warum wird alles ausgelagert? Sind nicht Software-Entwickler die Drucktürme der digitalen Zeit und werden immer mehr zum Kernkapital einer Content-Company? Ist die Online-Verbreitung von Inhalten nicht Kernkompetenz eines jeden Medienhauses? Wenn die Großen ihre Druckereien nicht auslagern, warum tun sie es bei den Entwicklern?
-
Es bedarf auch einer Auseinandersetzung mit neuen Quellen und alternativem Urheberschutz. Gerade die Tageszeitung von heute ist morgen schon alt und könnte ohne Probleme fürs Geschäftsmodell (mit Ausnahme der Fremdinhalte von Fotografen und Agenturen) unter Creative Commons (CC) veröffentlicht werden. Mehr Interesse für CC würde auch neue andere Möglichkeiten fürs Marketing bedeuten.
-
Die Mentalität des Wegsperrens von Inhalten muss gebrochen werden: Wer seine Videos nur auf der eigenen Seite veröffentlicht, darf nicht erwarten, dass diese dort gefunden werden, wo sich echte Nutzer aufhalten – in diesem Falle auf YouTube.
Gibt es einen Grund, dass es das alles nicht gibt? Ja. Geld.
Weil Verlage nicht adäquat in Relaunches investieren, liegen Potenziale brach. Und alte Geschäftsmodelle (Zeitungsinserate sind immer noch um Welten mehr Wert als Online-Werbung) werden so lange wie möglich am Leben erhalten. Man darf hoffen, dass es irgendwann nicht zu spät ist.
Was bedeutet das für Journalisten?
Die Krise sollten viele zum Anlass nehmen, sich mit den neuen Medienrealitäten auseinander zu setzen. Wer stehen bleibt und jetzt nicht erste Gehversuche im Web 2.0 unternimmt, hat eine Garantie: die, dass man unsicheren Zeiten entgegen steuert.
- Es brauch neuer Zugänge zu Geschichten. Wenn der Leser tags zuvor bereits die Nachrichten erfahren hat, braucht er keine Wiederkäuer am Morgen. Der Journalist von morgen heute muss vielmehr lernen, dem Leser die Welt besser zu erklären. Analytisches Denken und hintergründiges Wissen sind wichtiger denn je.
- Neue Recherche-Techniken: Die Gefahr des Medien-Einheitsbreis wird mit jedem gekürzten Arbeitsplatz größer. Verleger sind aus Kostengründen bestrebt, Agentur-Inhalte zu bevorzugen. Ergebnis: Zeitungen werden einander immer ähnlicher, sie werden austauschbarer.
Wer jedoch in der Lage ist, besser die immer größere Informationsflut zu filtern, hat gewonnen. Ebenfalls vorne ist derjenige, der abseits von APA & Co. recherchiert und sich Social Media zu eigen macht. Welcher Journalist ist schon gewohnt, Blogs als Ausgangsmaterial herzunehmen? Welcher heimische Journalist sucht Fotos auf Flickr oder bedient die Online-Redation mit Videos von YouTube? Wer stellt schon Fragen an seine Leser via Twitter? Wenige. Sehr wenige!
Daten stehen zu fast jedem Gebiet zuhauf per Mausklick zur Verfügung. Statistik-Kenntnisse und das Wissen um Visualisierung wird immer wichtiger. Auch das sind Fähigkeiten, die sich viele der schreibenden Zunft erst aneignen müssen. Viele scheitern sogar an einer nur leicht komplexeren Google-Suche. - Erste Gehversuche im Web 2.0 sind dringend geboten!
Es ist einfach, sich zurück zu lehnen, seine Geschichten wie bisher zu machen und sich auf den “automatischen” Vertrieb zu verlassen. Kaum ein Journalist hat Ahnung davon, wie man selbst Reichweite gewinnt. Sich ins gemachte Nest zu setzen, wird nicht mehr reichen. Auch die Frage wie man mit Hilfe von Social Networks oder Microblogging einen “Hebel” für seine Inhalte generieren kann, sollte interessieren. - Umgang mit Feedback lernen: Wer heute in einer Redaktion schreibt, bekommt kaum Feedback. Im Web ist das anders – der Umgang mit “digtalen Leserbriefen” in Form von Kommentaren will jedoch gelernt sein.
Journalismus wird es immer geben – auch im Web. Aber schlechter Journalismus wird gerade durch das Web viel schneller offen gelegt.
Da draußen gibt es neue Medienrealitäten. Bis dato wurden alleine in den USA heuer 6237 Journalisten gekündigt. Wer das nicht macht, endet vielleicht in auf einer Karte wie dieser, nur dass die dann europäische Kündigungen enthält.
Was bedeutet das für den Leser?
Der Medienkonsument ist Hauptprofiteur, weil ihm mehr Information und Unterhaltung geboten wird denn je. Durch Social Media erhält er zudem auch ein weit größeres Meinungsspektrum – auch wenn es immer weniger Zeitungen gibt.
Allerdings muss er auch kritischer werden und häufiger hinterfragen. Je prekärer die Lage des einen oder anderen Medienhauses ist, umso eher die Wahrscheinlichkeit, dass die eine oder andere Information keine Information ist. Die Vermischung von bezahlten und redaktionellen Inhalten wird zunehmend schlimmer. Auch bei Qualitätsmedien. Die Krise verschlimmert das noch.
Und für werbetreibende Unternehmen?
Zunehmend wird es für sie schwieriger, zu ihren Zielgruppen durchzukommen. Die ganz Jungen lassen sich über Tageszeitungen sowieso nicht mehr und zunehmend schwieriger auch durch TV und Radio erreichen. Das Problem dabei: Selbst Werbeagenturen sind ihrer Zeit hinterher und wissen oft nicht, mit neuen Gegebenheiten umzugehen.
Die Hilflosigkeit macht nicht vor “Brouhahas” in Social Networks oder mit Medien wie Blogs oder Podcasts halt. Da hilft auch nur eines: dazu lernen. Die Krise nutzen, um Qualifikationen aufzubauen.
Vor diesem Hintergrund profitiert auch Social Media, wie eMarketer unlängst erhob. Vielleicht gibt es ja einmal ein echtes Geschäftsmodell für Blogs & Co. Das würde den Wandel in der Medienbranche allerdings nur noch weiter beschleunigen …
AK Young ist fertig
4. Februar 2009
Wie kommt man zu Jugendlichen oder Lehrlingen durch? Mit Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften oder mit Broschüren wird das eher schwer. Der heutige Medienkonsum dieser Generation gänzlich anders als noch vor fünf oder zehn Jahren. YouTube statt Fernsehen, Social Networks statt Zeitungen – das ist die Realität.
Vor fast einem Jahr entstand die Idee zu einem Projekt, das heute gelauncht wurde und bei dem ich von Anfang an mit dabei sein durfte: AK Young.
Aus “Machen wir doch schnell einen YouTube-Channel” wurde ein ausgewachsenes Projekt, auf das ich irgendwie stolz bin. Ein Projekt, auf das auch die Arbeiterkammer Kärnten stolz sein kann, da es richtungsweisend ist und bestimmt viele Nachahmer (nicht nur in anderen Kammern) finden wird.
Was ist AK Young?
- Technisch gesehen ein Videoblog auf Basis von WordPress mit jeder Menge Plugins.
- Eine Website, wo Jugendliche in ihrer Sprache und auf gleicher Augenhöhe angesprochen werden. Keine umständlichen Formulierungen in langen Schachtelsätzen. Es gibt klares, einfach verständliches Deutsch – etwas, wovon viele sich etwas abschauen können.
- Ein Info-Kanal für Jugendliche: Derzeit enthalten nur zehn der 40 Artikel. Ziel ist es, dass jeder Artikel einmal ein Video enthält.
- So offen wie möglich. Anders als bei anderen Web-Angeboten von Kammern in Österreich, ist JEDES Feadback erwünscht. Die Kommentare und Bewertungen sind offen, die RSS-Feeds enthalten vollen Text. Wer immer die Videos einbetten will – nur zu, sie finden sich im YouTube-Channel von AK Young.
- Kein Wahkampfschmäh: Natürlich verleitet das Launch-Datum zur Annahme, AK Young wäre ein Wahlkampf-Gag. Soweit ich das beurteilen kann, ist das absolut nicht der Fall. Die Arbeiterkammer Kärnten hat erkannt, dass die Kommunikation mit Jugendlichen nicht laufen kann wie bisher üblich und hat dafür ein eigenes Team abgestellt. Drei AK-Mitarbeiter werden sich künftig um das Angebot kümmern und sind erste Anlaufstelle für Fragen von Jugendlichen.
- Einen Flickr-Account haben wir auch eingerichtet. Derweil ist noch nicht viel drinnen – mal sehen, ob er auch genutzt wird.
Meine Rolle war eine Bescheidene: Ich hatte die grobe Idee, lieferte die technische Konzeption und begleitete die Umsetzung. Die Idee wurde von der Agentur Bigbang aufgegriffen wurde. Marion Trattnig von BigBang wickelte das ganze Projekt perfekt ab, überzeugte die Arbeiterkammer, half bei der Erstellung der Inhalte, kümmerte sich ums Marketing und die heutige PK. Die technische Umsetzung lag bei der Webwerk. Und die Inhalte kamen von der Arbeiterkammer.
Meine Learnings:
- WordPress ist saugeil! Unglaublich, was man damit alles anstellen kann. Ich habe in den letzten zwei Wochen unglaublich viel gelernt.
- Zu einem erfolgreichen Launch gehört viel mehr, als ein bisserl wordpressen zu können :-)
- Achte darauf, dass beim Launch ein Laptop mit ausreichend Bandbreite und funktionierendem Flash-Plugin da steht.
- Perfekt bis ins letzte Pixel gibt es nicht.
Zum Schluss bleibt mir nur noch “Alles Gute” dem neuen Team zu wünschen. Sie haben eine tolle Plattform bekommen, mögen sie das beste draus machen!
Ich glaube, AK Young ist gelungen. Was meint ihr?
Flickr: US-Speed auch in Europa?
3. Februar 2009
Ich bin ja hin und wieder im Silicon Valley unterwegs. Eines ist mir in Erinnerung geblieben: Ich hab in einem Starbucks in SF einmal Bilder auf Flickr (mein Photostream, meine Sets) hochgeladen. Mehr als 100 Bilder waren so schnell am Server, dass ich dachte, deren Rechner wären im lokalen Netz.
In Europa ist Flickr doch eher lahm. Das könnte sich (hoffentlich, daumendrück!) bald ändern. Eben habe ich mich neu angemeldet und wurde gefragt, ob all meine Daten nach UK übersiedeln dürfen. Aus Performance-Gründen.
Das Mangelnde Tempo ist fast mein einziger einzige Kritikpunkt an der Foto-Site. Ein paar andere Dinge wären auch noch cool:
- Ich würde personenbezogene Tags gerne privat machen können und nur meinen Kontakten zeigen. Bei Geo-Daten geht das schließlich auch.
- Bearbeiten von Tags im Batch-Modus
- Einfacheres Geo-Tagging, bessere Luftbilder in Österreich.
Und überhaupt stimmen die Geo-Informationen auf den Karten in Österreich nicht immer mit der Realität überein. Insbesonders die Ortsnamen sind (bei allen Yahoo-Diensten) komplett falsch.
Die Uni Klagenfurt ist in Klagenfurt und nicht Gösseling. Celovec würde mich ja nicht stören – aber: WTF is Gösseling?
- RSS-Feeds für Suchen
- Eine Seite mit Links zu allen Tools, die die Flickr-API nutzen. Ich bin mir sicher, dass es mehr gibt als nur Uploader. Oder gibt es so einen Fan-Wiki wie für Twitter auch für Flickr?
- Ich abonniere die Fotos einiger Freunde von mir im Feed. Allerdings werden nur die jeweils 20 letzten Bilder dargestellt. Warum nicht alle?
- “An Gerät senden”: Wäre es nicht cool, wenn man von Flickr gleich direkt das iPhone oder digitale Fotorahmen füttern könnte?
Und wie würdet ihr Flickr verbessern?
Der Wurm und die Fanboys
1. Februar 2009

Vor nunmehr zehn Tagen tauchte wieder einmal ein Trojaner für MacOSX auf. Vier Tage später der zweite. Die Lethargie der Apple-Fanboys könnte fatale Folgen.
Am 21. Jänner wurde ein Trojaner in iWork’09 , am 25. Jänner einer in einem Crack für Photoshop CS4. In beiden Fällen sind raubkopierte Versionen von Filesharing-Diensten betroffen.
Zur Anatomie der beiden:
- Der iWork-Trojaner installiert sich mit iWork’09 mit und nistet sich als Service ein. Das heißt, man muss für dessen Installation nur ein Passwort eingeben – nichts Auffälliges also.
- Der CS4-Crack fordert vor der Bekanntgabe der Seriennummern zur Passwort-Eingabe ein und installiert sich anschließend. Das wäre auffällig und müsste auffallen.
Beide melden sich bei ihrem Schöpfer und können jederzeit Code nachladen und Sicherheitslücken ausnützen, die MacOSX genauso hat, wie jede andere Software auch.
Wer sich diverse Posts auf Apple-Weblogs durchgelesen oder einige Mac-Podcasts der letzten Woche angehört hat, der denkt sich: “Das kann eh nur ein paar Softwarediebe treffen.” Deren Lösung unisono: Kauft Software oder holt sie euch aus sicherer Quell -, dann seit ihr sicher.
Fatale Lethargie
Vermutlich wird das Malware-Problem unter Mac-Fanboys erst dann wahrgenommen, wenn es zur Epidemie gekommen ist. Die will ich nicht herreden, aber man sollte darauf vorbereitet sein, dass Viren, Würmer und Trojaner auch unter MacOSX zur Regel werden.
- Die Verbreitung nicht beschränkt, sondern breiter als stets kommuniziert. Laut AntiViren-Hersteller Intego hatten am Tag nach Entdeckung (jeweils um 12:00 Uhr) bereits 20.000 bzw. 5000 Nutzer die kompromittierten Dateien herunter geladen. Das war vor zehn bzw. fünf Tagen!
- Der Schädling kann jederzeit Code nachladen, mutieren und neue Verbreitungswege suchen. Der USB-Stick lässt grüßen.
- Apple selbst fördert den Verzicht auf jegliche Antiviren-Software. Anfang Dezember stießen einige Medien auf ein Support-Dokument von Apple und thematisierten, dass der Einsatz von Antiviren-Software sinnvoll ist. Der Rummel war so groß, dass es selbst in Mainstream-Medien kam. Und wieder einen Tag später, ruderte Apple zurück und löschte das Support-Dokument wieder.
“Wir haben den Beitrag entfernt, weil er alt und fehlerhaft ist”, sagte Apple-Sprecher Bill Evans. “Der Mac ist von Haus aus mit integrierten Technologien zum Schutz vor Malware und anderen Sicherheitsrisiken ausgestattet.” via cnet - Die Virenautoren kommen:
Auch wenn diese beiden Fälle (für einen Mac- und Windows-Nutzer wie mich) nicht extrem besorgniserregend sind – es wird mehr. Die beiden Trojaner zeigen deutlich, dass die Virenautoren schön langsam den Mac ins Visier nehmen.
Windows ist nicht nur deshalb häufig Opfer von Virenatacken, weil es unsicher ist. Gerade auf ein aktuelles Vista trifft nicht zu. Windows bietet eben mehr Angriffsfläche, weil es viele Nutzer gibt. Und wo es sehr viele Anwender gibt, gibt es auch viele, die sich keinen Deut um Sicherheit scheren. - Nicht bereit:
Sowohl Apple-Nutzer als auch die Industrie ist nicht darauf vorbereitet. Wenn mit Virenscannern für Macs nur wenig Geschäft gemacht wird, geht auch wenig Geld in deren Entwicklung.
Und wie viele Mac-Nutzer scheren sich schon um Sicherheit? Wer hat einen Scanner installiert? Ich beobachte das ja selbst an mit: Wenn ich einen USB-Stick von irgendwem bekomme – ich stecke ihn sicher vorher in den Mac, bevor er in den PC kommt …
Wann beginnt die große Virenwelle am Mac zu rollen? Es ist wohl auch nur eine Frage der Zeit. Oder bin ich paranoid?













